F3 Speed – DM 2015 in Ballenstedt

Es ist die Deutsche Meisterschaft 2015 in Ballenstedt angesetzt und ich habe keinen konkurrenzfähigen Speeder. Dieses Jahr habe ich bewusst beschlossen etwas kürzer zu treten. Nach dem Verlust des Typhoon XS  in Spelle, meinem Weltrekord Speeder, muss ich mich neu sortieren. Daher habe ich beschlossen primär meine fliegerischen Skills zu steigern, was nur durch mehr Flugzeit mit Speedern funktionieren wird. Also müssen Speeder her, am besten aus eigenen Formen, die ich auch auf dem heimischen Flugplatz fliegen kann. Mit dem Demon Speed, ein Speeder in F5D Größe, habe ich einen ersten Schritt unternommen. Durch Zufall ergab sich die Chance den Formensatz der kleinen FireBlade von Alex zu erwerben. Dieses Modell ist mit 2250g FAI Gewicht größer als mein Demon Speed (1190g) , und durch die große Flächentiefe besser sichtbar. Den Formensatz habe ich in Bad Wünnenberg auf dem Speedcup übernommen und mein „Erstlingswerk“ aus der Form wurde wenige Stunden vor der DM in Ballenstedt fertig. Diese Aktion hat knappe 3 Wochen und etliche Nachtschichten gekostet…. :-)

DM2015_FBClassic1 Mit der FireBlade Classic sind keine Geschwindigkeiten möglich, die eine Top 5 Platzierung auf einer Deutschen Meisterschaft ermöglichen würden. Aber die Ausschreibung der DM 2015 sah vor, dass die Limited Klasse als Wertung geflogen wird. Hier wurde kein Deutscher Meister ermittelt, da Limited noch keine offizielle DAeC/FAI Klasse ist, aber die geflogenen Wertungen gehen in die interne Jahresrangliste ein. Damit war mein Ziel mit der FireBlade Classic gesetzt: Angriff in Limited! In der Limited Klasse ist das Gewicht des Antriebsakkus auf 27% des maximalen FAI Gewichts limitiert (Link Reglement). Bei 2250g FAI max. sind das in meinem Fall maximal 607,5g Akkugewicht (meine Akkusätze wiegen ca. 600g). Der Reiz an der Limited Klasse liegt u.a. darin begründet, dass man die limitierte Energie in möglichst hohe Geschwindigkeiten umsetzen muss. Effiziente Flieger und Setups sind gefordert. Anbei die Aufzeichnungen meiner Flüge auf der DM 2015:

Glossar: Tag / Akku / Wertung / Kommentar / Motorzeit / Akku Temp / Ladung Lipo

  1. SA / SLS2650 / – / Trimmflug 10.4×20 / 70s / 48 Grad / 1350mAh
  2. SA / ML3000 / 372 / zieht hoch bei Gas / 70s / 50 Grad / 1715mAh
  3. SA / SLS2650 / 374 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 54 Grad / 1490mAh
  4. SA / ML3000 / 381 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 48 Grad / 1395mAh
  5. SA / SLS2650 / 384 / EWD + Motorsturz / 69s / 55 Grad / 1735mAh
  6. SO / ML3000 / 305 / 9,7×24 Prop Schub Problem / 46s / 43 Grad / 820mAh
  7. SO / SLS2650 / 380 / 10.4×20 +2 Grad / 58s / 55 Grad / 1565mAh
  8. SO ML3000 / 384 / Prop -2mm auf jeder Seite / 59s / 53 Grad / nicht geladen

Anbei die Wertungen und Platzierungen in Limited auf der DM 2015:

DM2015-LimitedMit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Der Speeder hat noch leichte „Eigenarten“ und läuft noch nicht so, wie ich das gerne hätte. Meine Ziele für die DM waren die 400Km/h Schwelle in Limited zu nehmen und das Modell nicht zu beschädigen. Zumindest ist die FireBlade Classic heile geblieben. Sie fliegt sehr agil und lässt sich einfach Landen. Dazu habe ich nicht einmal Landeklappen nach oben programmiert. In der Phase „Landung“ gehen die QR 3mm nach unten und mit dem HLW wird ein langsamer Gleitflug eingestellt. Damit gelingen Landungen sehr gemütlich für einen Speeder. Auf P1 in Limited fehlen ca. 10% Speed. Jochen und ich verwenden beide Scorpion 4525 Motoren, beide die RO 11×20 Luftschraube. Er fliegt 10s 2200er in der FireBlade XL, ich 8s 2650 bis 3000er in der FireBlade Classic. Der Rumpf der beiden Modelle ist der Gleiche, nur die Fläche der FireBlade XL ist eine andere (FAI max. 2635g). Das Profil der XL ist dünner, die FireBlade Classic hat das Originale MH54 Profil im Flügel. Auf den restlichen Veranstaltungen werde ich versuchen an den 10% Speed auf P1 zu knabbern, ohne meine Lipos zu überfordern. Das wird schwierig genug die richtige Abstimmung zu finden. Und in der Zwischenzeit heißt es weiter: Üben, üben, üben!

DM2015_FireBladeLinks ist Jochen mit der FireBlade XL (2635g FAI), Rechts Mario mit der FireBlade Classic (2250g FAI). Und jetzt mal ein Bild von Alex, dem „Mister FireBlade“. Er hat die FireBlade Serie entwickelt, u.a. auch die neue CrocoBlade mit 4000g FAI. Was ein Monster Speeder!

DM2015_AlexCrocoDiese Deutsche Meisterschaft war leider sehr übersichtlich, was die Anzahl an Teilnehmern angeht. 15 Piloten in den Elektro Klassen waren gemeldet, in den Verbrennerklassen nur 1 Teilnehmer (!) und die Heli Fraktion glänzte mit vollständiger Abwesenheit. Der Teilnehmerzahl zum Trotz konnten wir viele Flüge absolvieren, auch wenn das Wetter am Samstag (wegen Regenschauern) zu kleinen Unterbrechungen zwang. Neuer Modus bei der Startreihenfolge: Wir haben uns bei der Veranstaltung darauf geeinigt von der festen Startreihenfolge abzurücken. Es wird pro Tag eine Maximalanzahl an Durchgängen festgelegt und die Piloten können fliegen, wenn sie dazu bereit sind. Alle Flugaktivitäten werden in einer Liste protokolliert (zusätzlich zum Computer). Dieser Modus führte zu einem deutlich entspannteren Wettbewerb. Hoffen wir, dass es in Zukunft auch so bleibt…

Die obligatorische Pilotenbesprechnung am Samstag Abend verlief konstruktiv und sachlich. 2 Punkte kurz herausgestellt: a) Es wird angestrebt die Elektro Limited Klasse zu einer offiziellen DM Klasse zu machen und b) bei den Verbrennern soll eine „Flüsterklasse“ entwickelt werden.

So gern ich auch den brutalen Sound eines MB40 Verbrenner Pylon Antriebs bei 32000 Touren mag; es erscheint mir logisch, dass man damit auf dem heimischen Flugplatz kein gern gesehener Pilot ist. Es müssen Änderungen erfolgen, damit die Verbrenner Speederei nicht ausstirbt. Nachwuchs ist Mangelware. Das ist leider Fakt. Den Samstag Abend haben wir dann alle Zusammen beim leckeren Griechen in Ballenstedt ausklingen lassen. In knapp 4 Wochen sind wir wieder in Ballenstedt bei den Weltrekord Versuchen 2015.

Kommen wir zum eigentlichen Geschehen in der Elektro Klasse. Was gab es Neues? CrocoBlades! Gleich 3 dieser Monster Speeder waren im Einsatz: Ralph, Christian und natürlich Alex pilotierten die CrocoBlade schnell und ohne Probleme durch die Strecke. Die ersten Prototypen hatten auf dem SpeedCup in Bad Wünnenberg noch so ihre Probleme mit der Struktur, das scheint nun behoben. Dann war da noch das neue Big Monster von HJK Speedwings. Gerd konnte den Speeder bei einem seiner ersten Einsätze mit 451,95Km/h durch die Strecke jagen. Das langte am Ende für Platz 6. Ja, man musste dieses Jahr schon deutlich schneller als 450km/h fliegen um in die Nähe der vorderen Plätze zu kommen. Die Leistungsdichte wird vorne immer enger. Der Konstrukteur der CrocoBlade erreicht Platz 5 mit 453,48Km/h (Alex). Die Vielfalt der Modelle zeigt sich u.a. auch an Platz 4. Diesen konnte Tim als bester Jugendlicher mit 455,70 Km/h und einem Tomahawk belegen. Der Junior zeigte sehr saubere Durchflüge und hat sein Sportgerät im Griff. Der Papa hat mittlerweile keine Chance mehr. Platz 3 geht an Christian, der seine CrocoBlade mit 461,77Km/h pilotierte. Und wer liegt ganz vorne? Team Typhoon! 472,18Km/h von Stefan und 483,77Km/h von Marcus. Der alte Deutsche Meister ist somit auch der Neue. Glückwunsch an die Herren auf dem imaginären Podest! Was fehlte? Die 500er Marke wurde wieder nicht gebrochen. Wir warten weiter…. :-)

Externe Links:

Limited Jahreswertung 2015

Videos von der DM 2015

Thread bei RC Network mit Bildern

Weltrekord Versuche 2014 in Ballenstedt

Letztes Jahr war ich in Ballenstedt nur als Contest Director dabei. Dieses Jahr wollte ich angreifen, und mir den Rekord #196 vornehmen. Dieser wird derzeit von Dr. Marcus Koch gehalten und ist mit 419,90Km/h mit meinem derzeitigen Setup machbar. Auf der DM 2014 in Tussenhausen konnte ich beweisen, dass gute 450-460Km/h unter optimalen Bedingungen realisierbar sind.

Hinweis: Es gibt unterschiedliche FAI Weltrekorde. #175 hält derzeit Niklas Kahlich mit 477,30Km/h. Die Klasse #196 fordert 2 unterschiedliche Stromquellen am Antrieb, daher der Name „Comb“ (wahrscheinlich von „Combined Sources“). Infos zum Reglement gibt es hier bei SpeedScene.eu.

Im Vorfeld der WR Versuche gab es einige Verwirrungen, was Realisierung und Finanzierung anging. Die Veranstaltung stand kurz auf der Kippe. Im Vorfeld hatten nur 2-3 Piloten Ambitionen angemeldet, und das in der Klasse #175. Bei so wenigen Teilnehmern, und keiner Meldung auf den Rekord #196, machte ich mir Hoffnungen auf einen „Free Shot“ ohne Konkurrenz. Dazu kam es nicht, denn schlussendlich machten noch 3 weitere Piloten jagt auf den alten Rekord aus 2013. Dr. Marcus Koch wollte seinen Rekord verteidigen, Christian Schalk greift in seiner ersten Speeder Saison nach der Krone und Christian Erdt hat auch ein mächtiges Wort mitzureden. Mit Trainingspiloten waren 19 Teilnehmer gemeldet, was die Veranstaltung zu stattlicher Größe anwachsen ließ.

WR_Strecke_Mitte

Blick in die 300m WR Strecke. Standort ist genau in der Mitte.

Taktik und Überlegungen. Im Vorfeld einer solchen Veranstaltung muss man sich Gedanken machen, was persönliche, realistische Ziele sind. Mir ist eines klar: Alle meine Konkurrenten können mit ihren Setups schneller fliegen als ich, das wurde auf der DM 2014 ersichtlich. Fällt eine 485Km/h, wie in Tussenhausen auf der DM, ist mein Traum vom Rekord #196 geplatzt. Auch mit viel Kreativität hätte ich mein 10s Setup mit Powercroco 4234 und 10.4×20 Prop nicht so hinbiegen können, dass ich in diese Regionen vorstoße. Mein Ziel war daher deutlich niedriger gesteckt: Den Rekord #196 von 419,90Km/h auf der 300m FAI Strecke zu überbieten. Mehr nicht! Dieses Ziel habe ich selber in der Hand, da kann die Konkurrenz machen was sie will. Wer am Ende die Nase vorne hat ist zweitrangig. Aber abgerechnet wird immer am Ende, es kann viel passieren auf so einer Veranstaltung. Kurzer Einwurf zum Thema „Konkurrenz“: Das Wort ist kürzer zu Schreiben als die Namen von Christian Schalk, Dr. Marcus Koch und Christian Erdt. Als Speeder hilft und respektiert man sich gegenseitig. Jeder würde dem anderen mit Material und Hilfe beistehen, wenn das nötig ist. Wir sind ein kleiner aber eingeschworener Haufen…

Ich bin gegen 16:30Uhr am Freitag in Ballenstedt eingelaufen. Die Kollegen waren schneller als ich und der Platz sah mit Sicherheitszaun und entsprechenden Absperrungen schon sehr gut aus. Es wurde eilig die WR Messanlage mit den High-Speed Kameras (1000 Bilder/Sekunde) und Glasfaser Netzwerk aufgebaut. Christian und Team haben hier wieder volle Arbeit geleistet. Danke! Ziel war eventuell schon erste Trainings- oder Wertungsflüge am Abend zu starten. Die Wetterprognose war für das Wochenende sehr wechselhaft gemeldet. Als knapp vor 19Uhr alles fertig war setzte Regen ein und der Tag war somit aus Wettkampfsicht beendet. Immer mehr Teilnehmer trudelten im Laufe des Abends ein. Der Samstag begrüßte uns mit etwas Sonnenschein und einem freundlichen Wolkenbild. Ein Großteil der Speederei liegt in einer guten Vorbereitung, die Flüge sind ja mit 60-75s sehr kurz. Akkus alle geladen? 90min Akkus heizen auf 43 Grad, Empfängerakku checken, Propeller richten und montieren, benötigte Werkzeuge bereitlegen. Wie viele Flüge das Wetter zulassen würde war im Vorfeld nicht ersichtlich. Bei den WR Versuchen ist die Strecke 100m länger, als auf der Deutschen Meisterschaft. Hier wird gefordert, dass der Speeder 100m VOR dem Einflug in die Strecke in der Horizontalen ist (min. 5m, max. 35m). Dies wird durch Höhen Judges überprüft, welche Rückmeldung an die Messanlagen Crew liefern. Meinen ersten Flug startete ich mit dem „Light“ Setup (Prop 10.3×17) und den schlappen 10s SLS 5000er, die ich mir bei der DM in Tussenhausen abgekocht hatte. Zu meiner Überraschung war dieser Flug mit einer gewerteten 428Km/h schneller als der alte Weltrekord und somit mein Ziel für das Wochenende erreicht. Es war mir dabei auch egal, dass es Probleme mit den High-Speed Kameras gab, so dass dieser Flug nie zu einem Weltrekord hätte werden können. Ohne Dokumentation gibt es keinen Rekord! Ich war happy und die Anspannung gewichen. Gegen kurz vor 17Uhr am Samstag fliegt Christian Erdt mit 433Km/h einen neuen Rekord. Mein sportlicher Ehrgeiz wird geweckt und ich rüste mein Setup auf die 10.4×20 um. Die 433 im Mittel sind mit der 10.3×17 fast nicht zu schaffen, denn die Flugbedingungen sind suboptimal. Gegen 18:30 am Abend packe ich meine besten Akkus (MyLipo.de 10s 5000er) in den Speeder und frage Christian Erdt, ob er mich als Caller unterstützt. Christian hat das so gut gemacht, dass ich mit 445Km/h seinen 90min alten Rekord überbieten konnte. Er hätte mich auch völlig an der Strecke vorbei dirigieren können, schließlich hatte ich nur einen echten Versuch Links und Rechts, dann waren die Akkus leer. Hat er aber nicht gemacht, das ist besagter Team Spirit in F3 Speed! Klar war er hinterher etwas betrübt, das gehört bei so viel Einsatz dazu. Seine Stimmung besserte sich erst, als mein Typhoon XS auf einem Durchflug nicht in den Highspeed Kameras zu sehen war. Damit war klar, dass Christian den Rekord am 30.08.2014 geknackt hat. Was ich nicht wusste: Rekorde werden pro Datum vergeben, nicht pro Veranstaltung. Wieder was gelernt…

Alex_FirebladeXL

Alex mit seiner Eigenentwicklung: FireBlade XL – eine Seite mit 470Km/h

Am Sonntag sollte es dann zum Showdown kommen. Wir hatten im Vorfeld beschlossen die Weltrekordversuche gegen 14:30Uhr zu beenden, da einige Teilnehmer lange Fahrtstrecken vor sich hatten und das Wetter gegen Abend immer schlechter werden sollte. Christian Erdt konzentrierte sich auf den Rekord #175, war also mit seinem Ergebnis von Samstag zufrieden. Weiterhin im Rennen: Der Titelverteidiger Dr. Marcus Koch und Christian Schalk, der vom Altmeister Erwin Schamburger gecoached wurde. Beide hatten Ambitionen auf die Rekorde #175 und #196, somit eine Doppelbelastung. Gegen kurz nach 11Uhr machte ich mit Niklas Kahlich als Caller einen Versuch mit den frischen Mylipo 10s 5000er Zellen und dem bewährten 10.4×20 Prop. Im ersten Steiger fliege ich nicht sehr hoch, weil hier der Speeder eh noch nicht voll Ausbeschleunigen kann. Mein Setup kann auf der WR Strecke 3 Durchflüge im gesunden Bereich absolvieren, 4 Strecken werden für den Akku schon nicht mehr lustig. Daher ist ein sauberer Flugstil wichtig! Beim nächsten Abschwung hat sich der Typhoon XS von der Geschwindigkeit her schon aufgeschaukelt und durch das Megafon wird eine 428Km/h angesagt. Damit bin ich nah am Rekord von Christian Erdt dran, der bei 433 liegt. Der letzte Durchflug ist jetzt mit dem Wind, und hier muss ich unbedingt treffen, denn für weitere Flüge langt die Kapazität im Akku nicht. Aus 400-500m Anflughöhe stelle ich den Typhoon auf den Kopf und peile die Strecke an. Niklas gibt hilfreiche Anweisungen, damit der 300m Durchflug auch gerade gelingt. Der Speeder ist schnell, es sind wenige Korrekturen nötig. 461Km/h ertönt aus dem Megafon. That´s it … neuer Rekord! Jetzt gilt es sauber zu landen, denn der Speeder darf keine Teile bei der Landung verlieren, sonst ist der Flug ungültig. Anschließend erfolgt die Abnahme. Unter Aufsicht des Wettbewerbsleiters wird das Modell gewogen (75g/dm² Regel), und die Spannungen der Akkus kontrolliert. Wichtig ist auch, dass beide Stromquellen angeschlossen sind. Mir ging es nach diesem Flug richtig gut… :-)

OZA_SmileMir war nach 2 Flügen mit 445Km/h klar, dass ich an diesem Wochenende nicht viel schneller werde Fliegen können. Nun galt es Marcus und Christian aufmerksam zu beobachten. Christian Schalk startete gegen kurz vor 12 Uhr mit seinem Flux zu einem Versuch in #196. Er bekommt eine gültige Messung von 493Km/h mit Rückenwind. Jetzt einen Treffer von der anderen Seite und ich bin meinen Rekord los. Leider löste bei Christian eine der beiden Kameras nicht aus, oder beim Einflug wurde die Höhenaufgabe verletzt. Marcus ging es nicht viel besser. Erst kämpfte er mit einem defekten Rumpf an seinem Speeder, der das Modell nahezu unsteuerbar machte. Nach der Reparatur passte die Trimmung nicht 100%. Auch er verpasste eine volle Wertung wegen nicht auslösenden Kameras bzw. Fehlern beim Einflug. Christian Schalk flog bis 14 Uhr noch 2 weitere Versuche, Marcus flog 3x. Und was soll ich sagen: Von keinem Flug gab es eine 100% Wertung über meinen 445Km/h. Als das Wettbewerbsende ausgerufen wurde musste ich tief durchatmen: Neuer Weltrekord in der Klasse #196!

Combo_Rekorde

Links: Christian Erdt / Tomahawk (433Km/h), Recht: Oliver Zanker / Typhoon XS (446Km/h)

Rückblickend muss ich sagen, dass das Wochenende optimal verlaufen ist. Bei keinem meiner 9 Flüge hatte ich einen Fehler bei der Höhenkontrolle. Den alten Rekord von Dr. Marcus Koch konnte ich 3x überbieten, somit war das selbst gesteckte Ziel erreicht. Alles andere war Bonus. Dass am Ende ein Weltrekord rausspringt hatte ich nur hoffen können. Von der Geschwindigkeit meines Setups war ich unterlegen. Es ist wie im Fußball, da gewinnt auch nicht immer das beste Team. Jetzt geht der Papierkram mit der Weltrekord Akte los. Aber das nehme ich gerne in Kauf. Danke an alle Mitstreiter, die diese Veranstaltung ermöglicht haben!!!

Dokumentation der Setups/Flüge für meine Statistik:

  1. SA 428Km/h (Weltrekord) / 100% / 10.3×17 / SLS / Lipo Hi 70C
  2. SA – / – / 10.3×17 / MyLipo / 51C Vo / 55C Hi / Kein Treffer Anlage
  3. SA 439Km/h / nur eine Seite / 10.3×17 / SLS / Hi 79C / 76s Motor
  4. SA 450Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / 60C
  5. SA 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 65C Hi, 59C Vo / 58s Motor
  6. SO 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 64C Hi, 61C Vo / 62s Motor
  7. SO – / – / 10.4×20 +2Grad / MyLipo / unter 60Ci / 2 Steiger YGE160HV OverHeat
  8. SO 436Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / SLS / Hi 74C, Vo 61C
  9. SO 451Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / Hi 60C, Vo 59C

Externe Quellen und Links:

# RC Network Thread zu den WR Versuchen 2014 in Ballenstedt

# RCGROUPS Thread Typhoon Series and WRV 2014

# RC-Line Forum Thread zu den WR Versuchen

# Infos zur Veranstaltung bei Powercroco.de

# Youtube Kanal mit Videos (Samstag) von den WRV 2014

# Presse Mitteldeutsche Zeitung: Artikel 1 / Artikel 2 / Artikel 3

F3 Speed – DM 2013 in Osnabrück

Watch out …. slow Pilot!

400_Limit

Müsste man die DM 2013 in einem Satz beschreiben, dann wäre es als mein Fazit das obige Motto. Schnell Fliegen ja, aber bitte nicht über 400 Sachen! Mein Ziel war endlich eine komplette 100% Wertung über 400Km/h zu bekommen. Es war knapp, aber es hat nicht gereicht.

  • Freitag 1. Flug – 411Km/h – 80% Wertung (Prop 9,75×20)
  • Freitag 2. Flug – keine Wertung (Prop 10,5×17)
  • Freitag 3. Flug – keine Wertung (Prop 10,5×17)
  • Samstag 1. Flug – 385Km/h 100% (Prop 10,5×17)
  • Samstag 2. Flug – 409Km/h 80% (Prop 10,5×17)
  • Sonntag 1. Flug – 385Km/h 100% (Prop 10,5×17)

Am Material liegt es sicher nicht. Der limitierende Faktor ist hier der Pilot. Kleinste Korrekturen bremsen beim Durchflug in der Strecke sehr deutlich. Es fängt somit schon lange vor dem Durchfliegen vom ersten Messpunkt an: Wenn der Anflug krumm und schief ist, dann trifft man vielleicht den ersten Messpunkt, muss stark korrigieren um den zweiten Messpunkt richtig zu treffen. Korrigiert man ist der Speed langsam! Lässt man den Speeder ohne Eingriffe laufen passiert es sehr häufig, dass nur eine Messung vorliegt. Es gibt nur eine Lösung, und das ist Training! Auf dem Speedcup in Spelle wird dieses Jahr die letzte Möglichkeit bestehen mein Ziel einer 400er Wertung zu erreichen. Ich werde kommen …. alle Akkusätze am Start …. und im Dauereinsatz den Flux durch die Strecke jagen.

Die DM unterscheidet sich von den Speedcups sehr deutlich. Während die Speedcups lockere Treffen sind, wo ohne Startliste geflogen wird, gibt es auf der DM einen strikten Zeitplan. Das muss so sein, damit alle Klassen und Piloten möglichst oft fliegen können. Auf der diesjährigen DM wurden 150 gewertete Flüge gezählt! Das ist viel Arbeit für die Betreiber der Messanlage, der Flugaufsicht, der Wettbewerbsleitung. Dann sind da noch die Personen, die die Flieger vermessen und wiegen. Es soll ja alles mit fairen Mitteln zugehen. Danke an alle Beteiligte vom DO-X in Osnabrück, dass wir diese Veranstaltung ohne größere Komplikationen über die Bühne gebracht haben!

Bevor ich auf das Wettbewerbsgeschehen eingehe noch ein paar Worte zu meinem Speeder. Mein Flux wurde stark verändert, um in das 75g/dm² Reglement zu passen. Laut Vermessung hatte ich genau 2500g zur Verfügung. Mit meinen dicksten 10s Akkus (SLS APL 3500mAh 45C) standen aber 2553g auf der Waage. Geht man mit so einem Flieger raus wird der Durchgang automatisch gestrichen, weil der Flieger nicht dem Reglement entspricht. Auf einem Speedcup wird die Sache nicht so eng gesehen bzw. überprüft. Nicht aber auf der DM! Im Sinne eines fairen und vergleichbaren Sports würde ich das Messteam informieren, wenn mein Flieger nicht dem Reglement entspricht. Also was tun? Die Lösung ist, dass die Fläche entsprechen vergrößert wird. Dazu klebt man kleine Dreiecke aus dünnem GfK Plattenmaterial hinten an die Fläche. Natürlich direkt am Rumpf, damit es auch hält. Und es muss halten, denn das Reglement sieht vor, dass man keine Teile verlieren darf. Fällt so ein Dreieck im Flug ab wird der Durchgang gestrichen. Meine Dreiecke habe ich so bemessen, dass die Fläche um 0,82dm² größer wird und ich somit 61,5g mehr einladen darf. Ziel erreicht! Damit ich überhaupt so wenig Gewicht im Flux hatte wurde einiges umgebaut:

  1. Nase gekürzt – 40g Blei am Heck gespart
  2. Ein/Aus Schalter entfernt – 10g gespart
  3. 4xNimH Akku gegen 180mAh Lipo getauscht – 50g gespart
  4. Anlagenbrett aus Depron gebaut
  5. Empfänger ausgezogen
  6. Akkus ausgezogen (bis zu 40g pro 10s Pack)
  7. Kabel gekürzt (10cm Kabel am Regler wiegen 10g!)

Da kommt einiges an Gewicht zusammen. Ein leichter Flieger beschleunigt schneller und ist einfacher zu landen als ein Bleibomber. Wenn man nüchtern die Gewichte analysiert kann man einiges einsparen. Nach Gesprächen mit Ralph Okon, und der Analyse der Daten aus dem Speedcup in Siegendorf, habe ich mich dazu entschlossen einen Prop mit weniger Steigung zu verwenden, dafür aber mit einem größeren Durchmesser zu fliegen. Der 80% Pitchspeed sinkt damit von ca. 460Km/h auf 420/425Km/h, der Schub nimmt jedoch um einiges zu. Und das merkt man im Flug deutlich! Wenn man jetzt meine Top Speeds nimmt, dann passen die 411 und 409Km/h sehr gut in das Setup. Mein Ziel war 400Km/h und alles andere ist Träumerei. Also wurde der Antrieb genau darauf abgestimmt. Dass es nicht gelangt hat ist beim Piloten zu suchen. Aber ich gebe nicht auf und probiere es in Spelle auf dem Speedcup erneut.

Kommen wir zur Deutschen Meisterschaft. Die gebotenen Leistungen sind abartig schnell! Bei den Elektro Piloten sind die ersten 10 alle über 400Km/h im Mittel. Bei den Verbrennern ist das Feld sehr dicht. Auch hier gab es Wertungen über 400Km/h und stellenweise 430/440Km/h von einer Seite. Wenn man bedenkt, dass die Verbrenner deutlich weniger Leistung fliegen als Elektro, dann kann man erahnen, was da an Optimierung und fliegerischer Klasse dahinter steckt. Da ich keine Verbrenner beurteilen kann beschänke ich mich auf den Elektro Part. Man sehe es mir nach…

Der Trend geht eindeutig zu Klapp Propellern mit hoher Steigung und niedrig drehenden Motoren. Ralph Okon flog sehr schnell mit einem Setup, was weniger als 10000 Touren dreht. Mit Dreiblatt Propeller und enormer Steigung am Blatt geht dieser Flüsterantrieb trotzdem sehr schnell. Leider hat sein Speeder in der Luft abmontiert. Die 4 Klappen Fläche war den Kräften auf Dauer nicht gewachsen. Schade, war ein sehr schöner Speeder. Trotzdem sieht man noch Speeder mit High RPM Setups. Dabei fällt mir ein, dass ich die 400Km/h schon geschafft habe. Nein, stimmt nicht! :-) Eine meiner EPS 7×11 Propeller hat den Spung geschafft. Meinhard Schoell flog mit einem Hayabusa 400,5 in der 100% Wertung. Glückwunsch zu Platz 9! Ab Platz 8 sind wir schon bei über 420Km/h im Mittel. Die Leistungsdichte oben ist sehr eng. Modelle über 420Km/H: Fluxkompensator, Tomahawk T, Warp-Eagle-T, Weirich Speeder Elektro, Typhoon XXS, Typhoon XS. Kai Koppenburg gewinnt mit einem Typhoon XS und unglaublichen 461Km/h im Mittel. Bei diesem Flug kommt dann alles zusammen: das Wetter, gute Luft, passendes Setup zum Flieger, frische Akkus, ein sauber eingestellter Speeder und nicht zuletzt ein Pilot, der das Optimum rausholen kann. Und Kai kann es halt! Glückwunsch zum Sieg in der Elektroklasse.

Abschließend noch einige Bilder. Ganz unten füge ich noch ein paar Links ein, wo weitere Infos und Bilder zu finden sind.

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Links, Infos und weitere Bilder:

RCN Beitrag zur DM 2013: http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/364510-Speedcup-DM-2013/page3

Andreas: Bilder Speed DM DO-X 2013

Für Fragen bitte gerne per eMail: Oliver.Zanker(at)Web(.)de

Speedcup Siegendorf (AT) 2013

Der Speedcup in Siegendorf ist beendet, die Wunden werden ab jetzt geleckt. Dazu später mehr. Bei nahezu idealen Flugbedingungen trafen sich die Speedjünger beim MFC Siegendorf, um für die nahende Speed DM in Osnabrück an den Setups zu feilen. Christian und Team haben optimale Bedingungen geschaffen, um viele Flüge zu ermöglichen. Der Flugplatz ist dazu optimal: Weit entfernt von jeglicher Bebauung, so dass kaum Flugzeiten zu beachten sind, keine Bäume im Flugsektor, die Sonne ab 11Uhr im Rücken. Dank einer überschaubaren Teilnehmerzahl waren viele Flüge realisierbar. Eine sehr entspannte Veranstaltung. Danke an Christian und das Team vom MFC Siegendorf!

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Wo gehobelt wird, da fallen Späne!

Den Spruch kennt jeder, man hofft aber, dass es einen selber nicht trifft. Tja, diesmal war das Speederglück nicht jedem gegönnt. Die Speedflieger werden im Grenzbereich bewegt, was jegliche kleine Fehler zu einem Desaster werden lassen kann. Dabei hat man Glück im Unglück, oder eben nicht. Ich lasse zuerst ein paar Bilder sprechen…

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Christian testete in seinem Tomahawk T ein 14s Setup für die kommenden WR Versuche. Bei Flug No.1 hatte der Steller noch ein „Voltage Cut Off“ als Selbstverteidigung aktiviert. Dies wurde in Flug No.2 deaktiviert. Im Flug hat dann wahrscheinlich eine Zelle im Pack das Zeitliche gesegnet und angefangen zu brennen. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen: Smoke on! Mit sichtbarer Rauchfahne hat Christian den Tomahawk routiniert gelandet und die Helfer standen schon mit Werkzeug parat, um zu retten, was zu retten war. Ich glaube Motor und Fläche waren noch brauchbar, der Rest ist Sondermüll. Übel riechender noch dazu.

Sascha hatte weniger Glück. Von seinem Scimitar blieb nichts mehr übrig, als der Speeder mit 400 Sachen senkrecht in das angrenzende Weizenfeld eingeschlug. Out of Control blieb nur die unangenehme Situation des Zuschauers. Nach kurzem Rauchzeichen starteten wir eine Bergungsaktion im Feld. Der Scimitar musste mit einem Spaten ausgegraben werden. Rest in Peace!

Ralph sein Speed Segler erwischte ein Luftloch im Landeanflug, was einigen Schaden verursachte. Jochen beklagte bei seinem ersten 6s Flug im 4/5tel Speeder einen Motorplatzer (Scorpion 3026). Ich selbst kam mit Glück im Unlück davon. Nach dem 5ten Flug am Freitag verabschiedete sich mein HLW Servo im Flux. Allerdings erst nach der erfolgreichen Landung! Passiert sowas im Flug nehme auch ich den Spaten und eine ausreichend große Tüte mit zur Bergung. So blieb mir nur das zweifelhafte Vergnügen den Flux aufzuschneiden und das Servo gewaltsam zu entfernen. Aber er lebt noch!

Thema Messanlage. Die Erkennungsraten waren diesmal optimal. Wer sauber fliegt bekommt immer eine Messung. Neu ist ein akustisches Signal, wenn eine Erkennung der Kameras vorliegt. Dies signalisiert dem Piloten sehr genau, wie optimal die Flugbahn getroffen wurde und lässt somit sofortige Korrekturen zu. Eine klare Verbesserung. Ich habe mir die Arbeit des Messanlagen Operators erklären lassen und konnte nach 2-3 Runs weitere Flüge alleine managen. Der Betrieb ist nach einer kurzen Eingewöhnung sehr einfach.

Eigener Anspruch versus Realität: Was man aus Logdaten lernen kann…

Mein Jahresziel ist endlich eine komplette Wertung über 400 Km/h zu erziehlen. Das dies kein Kindergarten ist war mir von Anfang an klar. Nicht jedoch, dass die Hürde auch mit nahezu optimalem Material so hoch liegt! Als Einleitung empfehle ich die Lektüre „Gedanken zum Antrieb“ von Ralph Okon, welche auf Powercroco.de zu finden ist. Die Ausgangslage ist wie folgt:

  • Modell: Fluxkompensator
  • Motor: Powercroco 4234 (Hammerantrieb!)
  • Akkus: 10s / neu und mit Dampf!
  • Steller: YGE 160HV
  • Propeller: 11×20 aus eigenen Formen
  • Fähigkeiten des Piloten: Na ja … wir schweigen lieber! :-)

Der Antrieb lief auf dem Prüfstand von Ralph mit einer 10.4×20 bei 18800 Touren und weit jenseits von 200A. Ich habe mir allerdings eine 9.4×20 auf den Flux geschraubt, weil ich dachte dies würde locker für 400 Sachen langen. Weit gefehlt! Im letzten Flug am Freitag, das war mein Erlebnis mit dem HLW Servo im Flux, hatte ich zum ersten mal einen Logger im Flug dabei. Sonst habe ich nur sporadisch Standmessungen durchgeführt, weil das Loggerzeug damals nicht in den Flux passte. Jetzt mit neuen Zellen und einer anderen Anordnung ergeben sich neue Möglichkeiten. Exemplarisch hier ein Auszug vom letzten Run des Fluges. Die Akkus waren somit nicht mehr frisch, hatten am Ende der Strecke aber immer noch 33,5V Lastspannung. Alles im grünen Bereich.

Unilog_PC4234_9.4x20Drehzahl ist hier ca. 19000 bei etwas über 150A Strom. Gibt man diese Werte in den Speed Rechner ein, so ergibt sich folgendes Bild:

Speedcalc80% Pitchspeed, was mit einem Flux durchaus im realistischen Bereich liegt, ist bei ca. 460Km/h. Wenn man sich aber meine Ergebnisse ansieht, dann kommt das in der Realität nicht an. 370, 380, 418Km/h waren meine Messungen. Keine 100% Wertungen wohlgemerkt, daran hapert es noch. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich die Strecke nicht treffe und wohl ein lausiger Speeder bin: Was ist da los? :-)

Lesson learnd…

Ich habe mir die Logs geschnappt und mich mit Ralph besprochen, da er unbedingt Ahnung von der Materie, und reichlich Erfahrung im Auswerten von Logdaten hat. Mysterium No.1: Der Strom vom Speed Rechner passt nicht zu den Logdaten aus dem Flug! Erklärung: Jede Luftschraube hat einen eigenen Exponenten, der sehr deutlich in die Rechnung einfließt. Für die 11×20 liegt dieser im Bereich 2.92 und nicht bei 3.0, was der Standard Einstellung im Speed Rechner entspricht. Und siehe da, auf einmal passen die Ströme bis auf ein paar Ampere genau. Der Exponent ändert sich sehr deutlich, wenn man zwar den 11×20 Prop verwendet, aber auf ein Mehrblatt Setup wechselt (3 Blatt oder 5 Blatt Setup z.B.).

Mysterium No.2: V-Pitch und erreichte Fluggeschwindigkeit weichen stark voneinander ab! Dies ist nicht ganz so einfach zu erklären, und ich hoffe die Sachlage richtig in Erinnerung zu haben. Drehzahl des Propellers und Schub sind unabdingbar miteinander verbunden. Dies wird natürlich noch vom Modell (aerodynamisch oder Typ Schrankwand?) und dem Fluggewicht beeinflusst. Wenn der Schub nicht zum Modell passt quirlt der Prop nur Luft und „greift“ nicht richtig. Genau das scheint in meinem Fall zu passieren. Die Drehzahl ist mit 19k mehr als ausreichend, nur der Schub scheint nicht zum Modell zu passen. Ralph meint, dass man das auch im Log sehen kann. Ich sehe da noch nicht viel, was aber hoffentlich an mangelnder Erfahrung liegt. Greift der Prop sollte man das an der Stromkurve deutlich sehen können, da der Strom deutlich fallen muss. Bei mir fällt der Strom aber nur in der ersten Phase von über 160A bis knapp unter 150A. Hätte ich den Höhenverlauf noch in das Log gepackt würde man sehen, dass der Flux hier senkrecht beschleunigt. Danach steigt der Strom wieder etwas über 150A und bleibt dann in ungefähr konstant. Dies ist die Phase, als der Flieger durch die Strecke geht (horizontaler Flug). Fazit: Der Schub passt nicht zum Modell, der 9.4×20 Prop kann dadurch nicht in den optimalen Bereich gelangen. Mögliche Lösung? Größeren Propeller verwenden! Wie groß muss der Propeller sein? Na…. genau richtig für die angestrebte Geschwindigkeit. Versuch macht klug. Dazu bin ich in Siegendorf leider nicht mehr gekommen, da das HLW Servo im Flux abgeraucht ist. Auf der kommenden Deutschen Meisterschaft in Osnabrück werde ich den Beweis dieser Thesen angehen. Stay tuned!

Lesson learned! Speedfliegen ohne Logger ist sinnbefreit, wenn man weiterkommen möchte. Ohne genug Daten hat man wenig reale Chancen, um sinnvolle Verbesserungen umzusetzen. Danke Ralph für deine Denkanstösse und deinen Erfahrungsschatz bei der Analyse von Logdaten!

Weitere Bilder auf der Webseite von Andreas: Siegendorf 2013