HLW Acryl – Plexiglas Formen

Der eigene Speeder war schon immer mein Ziel. Neue Ideen kann man nur mit einem eigenen Entwurf umsetzen. Profil, Auslegung, Details, Verfahren, Materialien… es werden neue Wege beschritten. Name und Details zum Projekt spielen an dieser Stelle (noch) keine Rolle. Dazu später mehr…

In diesem Blogartikel geht es um das Aufarbeiten von Acrylformen. Ich habe mich dazu entschlossen für den Prototypen keine konventionellen Urmodelle zu fräsen, und diese dann abzuformen. Die Form wird direkt in das Acryl gefräst, dann kann man nach dem Schleifen und eintrennen direkt mit dem Laminieren beginnen. Bis es soweit ist vergeht aber einiges an Zeit. Der Artikel wird etwas länger ausfallen müssen. Was braucht man für den Spaß? Die „Acryl Rohlinge“ liegen vor, 3M Schleifpapier der Körnungen 360, 600, 1200, Acryl Polierwachs, eine Schwabbelscheibe, Wasser mit Spüli, ein wasserfester Edding.

01Die komplette Nutzfläche der Form bekommt jetzt ein Kreuzmuster mit Edding im Abstand von ca. 2cm verpasst. Wichtig: Vor allem die Nasenleiste schwarz einfärben. Hier muss korrekt geschliffen werden, sonst nützt einem auch ein neues Profil nichts! Zum Schutz der Kanten beim Schleifen ist die Nutzfläche 2/10mm höher als die Trennebene. Dieser dünne Grat wird erst nach dem Polieren entfernt. So sieht das dann aus.

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Nun wird beginnend mit 360er Papier geschliffen, in alle Richtungen, dabei immer schön das Papier mit Wasser benetzen. Verschleifen kann man dabei fast nichts, das Acryl ist hart, und mit 360er bekommt man nicht viel weg. Mit dem 600er und 1200er noch weniger.

Diesen Vorgang wiederholt man 2x. Also alles trocknen lassen, wieder mit Edding ein Streifenmuster aufbringen, 360er, 600er, 1200er. Die Seitenkanten der Form habe ich ebenfalls 1x geschliffen. Langsam sieht man, wie der Glanz kommt. Mit dem Finger kontrolliert man, ob Unebenheiten in der Form sind. Die Fingerkuppe spürt den leisesten Fehler in der Form bzw. Oberfläche. Mit Spiegelung im Tageslicht (geht schlecht bei Kunstbeleuchtung) kann man die Lichtbrechung auf der Oberfläche kontrollieren. Wenn sich da keine Auffälligkeiten mehr zeigen ist man fertig mit Schleifen.

Vor allem an der Nasenleiste kann man sich aufhalten, das benötigt Geduld. Pro Hälfte gehen ca. 2-3h an Zeit drauf. Eddingspuren dürfen nicht mehr zu sehen sein, erst dann ist man sauber durch. Was freue ich mich schon auf die 48dm² der Flächenform. Jetzt geht es ans Polieren der Form. Bei Mototechnica-shop.de habe ich mir ein Polierset an Wachsen + passende Schwabbelscheibe besorgt. Die Ständerbohrmaschine wird auf höchste Drehzahl eingestellt, ca. 2500rpm. Abdeckungen helfen die größte Sauerei in der Werkstatt zu vermeiden.

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Nun das Polierwachs an die drehende Scheibe halten, bis eine Einfärbung zu erkennen ist, es wird dann auch leicht warm. Nun mit leichtem Druck die Form in alle Richtungen polieren, auch gegen die Nasenleisten. Nochmal: an der Nasenleiste kann man nichts „rund“ schleifen/polieren, weil immer noch der 2/10mm Grat an der Form ist. So sieht der Unterschied aus, zwischen poliert und nur mit 1200er geschliffen. Beide Formen fühlen sich „glatt“ an.

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Falls man in dem Bild irgendwelche „Kratzer“ ekennt, dann sind diese auf der Schutzfolie, auf der Unterseite der Form. Diese Oberfläche ist klar und sauber. Nun geht es darum den „Schutzgrat“ mit 2/10mm Höhe von der Nasenleiste zu entfernen. Auch hier kommt der Edding zum Einsatz. Diesmal erfolgt der Auftrag nicht in der Nutzfläche. Mit einer scharfen Cutterklinge kann man das Gröbste abziehen, der Feinschliff erfolgt mit 360er und 600er Papier. Auch hier muss der Edding komplett verschwinden.

15Wenn alles fertig ist wird die Form unter fließend Wasser abgewaschen und anschließend getrocknet. Nun werde ich in den kommenden Tagen 10 Schichten W70 Wachs auftragen. Sehr bald kommt dann das erste HLW aus der Acryl HLW Form.

Quellen:

CAD und Fräsarbeiten von Formenzauber.de / Sven Hollenbeck

Poliermaterial: Mototechnica-shop.de

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