F3 Speed – DM 2015 in Ballenstedt

Es ist die Deutsche Meisterschaft 2015 in Ballenstedt angesetzt und ich habe keinen konkurrenzfähigen Speeder. Dieses Jahr habe ich bewusst beschlossen etwas kürzer zu treten. Nach dem Verlust des Typhoon XS  in Spelle, meinem Weltrekord Speeder, muss ich mich neu sortieren. Daher habe ich beschlossen primär meine fliegerischen Skills zu steigern, was nur durch mehr Flugzeit mit Speedern funktionieren wird. Also müssen Speeder her, am besten aus eigenen Formen, die ich auch auf dem heimischen Flugplatz fliegen kann. Mit dem Demon Speed, ein Speeder in F5D Größe, habe ich einen ersten Schritt unternommen. Durch Zufall ergab sich die Chance den Formensatz der kleinen FireBlade von Alex zu erwerben. Dieses Modell ist mit 2250g FAI Gewicht größer als mein Demon Speed (1190g) , und durch die große Flächentiefe besser sichtbar. Den Formensatz habe ich in Bad Wünnenberg auf dem Speedcup übernommen und mein „Erstlingswerk“ aus der Form wurde wenige Stunden vor der DM in Ballenstedt fertig. Diese Aktion hat knappe 3 Wochen und etliche Nachtschichten gekostet…. :-)

DM2015_FBClassic1 Mit der FireBlade Classic sind keine Geschwindigkeiten möglich, die eine Top 5 Platzierung auf einer Deutschen Meisterschaft ermöglichen würden. Aber die Ausschreibung der DM 2015 sah vor, dass die Limited Klasse als Wertung geflogen wird. Hier wurde kein Deutscher Meister ermittelt, da Limited noch keine offizielle DAeC/FAI Klasse ist, aber die geflogenen Wertungen gehen in die interne Jahresrangliste ein. Damit war mein Ziel mit der FireBlade Classic gesetzt: Angriff in Limited! In der Limited Klasse ist das Gewicht des Antriebsakkus auf 27% des maximalen FAI Gewichts limitiert (Link Reglement). Bei 2250g FAI max. sind das in meinem Fall maximal 607,5g Akkugewicht (meine Akkusätze wiegen ca. 600g). Der Reiz an der Limited Klasse liegt u.a. darin begründet, dass man die limitierte Energie in möglichst hohe Geschwindigkeiten umsetzen muss. Effiziente Flieger und Setups sind gefordert. Anbei die Aufzeichnungen meiner Flüge auf der DM 2015:

Glossar: Tag / Akku / Wertung / Kommentar / Motorzeit / Akku Temp / Ladung Lipo

  1. SA / SLS2650 / – / Trimmflug 10.4×20 / 70s / 48 Grad / 1350mAh
  2. SA / ML3000 / 372 / zieht hoch bei Gas / 70s / 50 Grad / 1715mAh
  3. SA / SLS2650 / 374 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 54 Grad / 1490mAh
  4. SA / ML3000 / 381 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 48 Grad / 1395mAh
  5. SA / SLS2650 / 384 / EWD + Motorsturz / 69s / 55 Grad / 1735mAh
  6. SO / ML3000 / 305 / 9,7×24 Prop Schub Problem / 46s / 43 Grad / 820mAh
  7. SO / SLS2650 / 380 / 10.4×20 +2 Grad / 58s / 55 Grad / 1565mAh
  8. SO ML3000 / 384 / Prop -2mm auf jeder Seite / 59s / 53 Grad / nicht geladen

Anbei die Wertungen und Platzierungen in Limited auf der DM 2015:

DM2015-LimitedMit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Der Speeder hat noch leichte „Eigenarten“ und läuft noch nicht so, wie ich das gerne hätte. Meine Ziele für die DM waren die 400Km/h Schwelle in Limited zu nehmen und das Modell nicht zu beschädigen. Zumindest ist die FireBlade Classic heile geblieben. Sie fliegt sehr agil und lässt sich einfach Landen. Dazu habe ich nicht einmal Landeklappen nach oben programmiert. In der Phase „Landung“ gehen die QR 3mm nach unten und mit dem HLW wird ein langsamer Gleitflug eingestellt. Damit gelingen Landungen sehr gemütlich für einen Speeder. Auf P1 in Limited fehlen ca. 10% Speed. Jochen und ich verwenden beide Scorpion 4525 Motoren, beide die RO 11×20 Luftschraube. Er fliegt 10s 2200er in der FireBlade XL, ich 8s 2650 bis 3000er in der FireBlade Classic. Der Rumpf der beiden Modelle ist der Gleiche, nur die Fläche der FireBlade XL ist eine andere (FAI max. 2635g). Das Profil der XL ist dünner, die FireBlade Classic hat das Originale MH54 Profil im Flügel. Auf den restlichen Veranstaltungen werde ich versuchen an den 10% Speed auf P1 zu knabbern, ohne meine Lipos zu überfordern. Das wird schwierig genug die richtige Abstimmung zu finden. Und in der Zwischenzeit heißt es weiter: Üben, üben, üben!

DM2015_FireBladeLinks ist Jochen mit der FireBlade XL (2635g FAI), Rechts Mario mit der FireBlade Classic (2250g FAI). Und jetzt mal ein Bild von Alex, dem „Mister FireBlade“. Er hat die FireBlade Serie entwickelt, u.a. auch die neue CrocoBlade mit 4000g FAI. Was ein Monster Speeder!

DM2015_AlexCrocoDiese Deutsche Meisterschaft war leider sehr übersichtlich, was die Anzahl an Teilnehmern angeht. 15 Piloten in den Elektro Klassen waren gemeldet, in den Verbrennerklassen nur 1 Teilnehmer (!) und die Heli Fraktion glänzte mit vollständiger Abwesenheit. Der Teilnehmerzahl zum Trotz konnten wir viele Flüge absolvieren, auch wenn das Wetter am Samstag (wegen Regenschauern) zu kleinen Unterbrechungen zwang. Neuer Modus bei der Startreihenfolge: Wir haben uns bei der Veranstaltung darauf geeinigt von der festen Startreihenfolge abzurücken. Es wird pro Tag eine Maximalanzahl an Durchgängen festgelegt und die Piloten können fliegen, wenn sie dazu bereit sind. Alle Flugaktivitäten werden in einer Liste protokolliert (zusätzlich zum Computer). Dieser Modus führte zu einem deutlich entspannteren Wettbewerb. Hoffen wir, dass es in Zukunft auch so bleibt…

Die obligatorische Pilotenbesprechnung am Samstag Abend verlief konstruktiv und sachlich. 2 Punkte kurz herausgestellt: a) Es wird angestrebt die Elektro Limited Klasse zu einer offiziellen DM Klasse zu machen und b) bei den Verbrennern soll eine „Flüsterklasse“ entwickelt werden.

So gern ich auch den brutalen Sound eines MB40 Verbrenner Pylon Antriebs bei 32000 Touren mag; es erscheint mir logisch, dass man damit auf dem heimischen Flugplatz kein gern gesehener Pilot ist. Es müssen Änderungen erfolgen, damit die Verbrenner Speederei nicht ausstirbt. Nachwuchs ist Mangelware. Das ist leider Fakt. Den Samstag Abend haben wir dann alle Zusammen beim leckeren Griechen in Ballenstedt ausklingen lassen. In knapp 4 Wochen sind wir wieder in Ballenstedt bei den Weltrekord Versuchen 2015.

Kommen wir zum eigentlichen Geschehen in der Elektro Klasse. Was gab es Neues? CrocoBlades! Gleich 3 dieser Monster Speeder waren im Einsatz: Ralph, Christian und natürlich Alex pilotierten die CrocoBlade schnell und ohne Probleme durch die Strecke. Die ersten Prototypen hatten auf dem SpeedCup in Bad Wünnenberg noch so ihre Probleme mit der Struktur, das scheint nun behoben. Dann war da noch das neue Big Monster von HJK Speedwings. Gerd konnte den Speeder bei einem seiner ersten Einsätze mit 451,95Km/h durch die Strecke jagen. Das langte am Ende für Platz 6. Ja, man musste dieses Jahr schon deutlich schneller als 450km/h fliegen um in die Nähe der vorderen Plätze zu kommen. Die Leistungsdichte wird vorne immer enger. Der Konstrukteur der CrocoBlade erreicht Platz 5 mit 453,48Km/h (Alex). Die Vielfalt der Modelle zeigt sich u.a. auch an Platz 4. Diesen konnte Tim als bester Jugendlicher mit 455,70 Km/h und einem Tomahawk belegen. Der Junior zeigte sehr saubere Durchflüge und hat sein Sportgerät im Griff. Der Papa hat mittlerweile keine Chance mehr. Platz 3 geht an Christian, der seine CrocoBlade mit 461,77Km/h pilotierte. Und wer liegt ganz vorne? Team Typhoon! 472,18Km/h von Stefan und 483,77Km/h von Marcus. Der alte Deutsche Meister ist somit auch der Neue. Glückwunsch an die Herren auf dem imaginären Podest! Was fehlte? Die 500er Marke wurde wieder nicht gebrochen. Wir warten weiter…. :-)

Externe Links:

Limited Jahreswertung 2015

Videos von der DM 2015

Thread bei RC Network mit Bildern

Speedcup Bad Wünnenberg 2015

Nach einem Jahr Pause war es endlich wieder soweit: Speedcup in Bad Wünnenberg und somit offizielle Saisoneröffnung für die Speed Szene. Der Event und die Location ist immer spitze, die Leute einfach sehr entspannt und locker. Was gibt es an neuen Modellen zu sehen? Was haben die Jungs über den Winter gebastelt? Welche Rookies sind neu dabei? Fragen über Fragen …. hier gibt es ein paar Antworten aus meiner Sicht der Dinge.

BW2015_01_CharterSascha mit seinem Speed Charter. MH54 Flügel und ordentlich Leistung unter der Haube. Das Modell wird wie damals nur mit Seite und Höhe gesteuert. Um die 250Km/h flog der Brocken. Noch Potential für Verbesserungen. Das Fahrwerk wurde leider beim Einfliegen geopfert.

BW2015_08_Nitro1Fabian brachte einen 3/6 (oder 2/3?) mit umgebautem Car Nitro Motor an den Start. Nach ordentlich Unterstützung der Nitro Fraktion war das Modell fliegbar. Leider ohne Bild, aber passend zum Thema „Nitro Speeder“, war der Flüsterspeeder von Harry (Beitrag 236/237) neu dabei. Leider habe ich keine Bilder und kann nur auf einen RC Network Thread verweisen. Leise und mit über 330Km/h nicht langsam. Befeuert von einem OS91 15ccm Heli Motor und einer APC 11×14 Luftschraube. Dieses Projekt war sehr beeindruckend und hat auch etliche E-Speeder dazu verleitet Überlegungen in Sachen Nitro Motoren anzustellen. Jedenfalls ist unsere WhatsApp Gruppe deutlich Nitro lastiger geworden…

BW2015_14_Jochen01Jochen brachte sein Erstlingswerk eines Voll Composite Modells mit: Ein Expresso 400 Pylon aus älteren Tagen. Erstflug ist geglückt! Beim zweiten Flug wurden dann aber strukturelle Mängel im Flug gefunden. Jochen hat den Weg vom Holzwurm zum Composite Fliegerbau in Rekordzeit vollzogen. Durch Unterstützung der Speed Community haben wir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Als zusätzliche Motivation für alle Neueinsteiger hat Jochen 2 Videoserien auf Youtube hochgeladen. Die eine zeigt den kompletten Bau eines 4/5 Holzspeeders, der andere Videobericht dokumentiert den Bau einer FireBlade XL, die von Alex gebaut wird. Hier die Links:

4/5 Baubericht auf Youtube (12 Videos)

Baudoku FireBlade XL (derzeit 3 Videos)

BW2015_04_CrocoBlade02Die CrocoBlade hatte zwar keinen Erstflug in Bad Wünnenberg, aber so richtig in Aktion gesehen haben das Modell bisher nur wenige Personen. Gehört hat man ja schon einiges, nicht aber gesehen. Das Modell ist ein 4Kg Großspeeder mit dünnem Flügelprofil und Platz für 16s 4000er Lipos. Mit einem großen Motor der Scorpion Serie 45xx versehen können um die 10KW Dauerleistung in Vorschub umgewandelt werden. Leider hatten die ersten Prototypen in Bad Wünnenberg nicht viel Airtime. Ralph sein Modell platzte in der Luft, Christian seine CrocoBlade hatte strukturelle Probleme, konnte aber noch sicher gelandet werden. Wir werden die nächsten Modelle auf der DM2015 und den Weltrekord Versuchen in Ballenstedt sehen. Dieses Modell hat das Potential auf vordere Plätze.

BW2015_12_Demon04Mein Beitrag zu neuen Speed Modellen besteht aus dem „Demon Speed„. Dabei handelt es sich um Flügel und Leitwerk des Demon F5D (Tragflächenprofil wie Bathlet F5D) und einem umgebauten F5B Rumpf des Tesla. Die Demon Urmodelle konnte ich günstig aus den Niederlanden erwerben und eigene Formen erstellen. Ziel des Projektes war es einen Speeder zu entwerfen, mit dem man auch auf meinem kleinen Heimatflugplatz trainieren kann. Die großen Speeder a la Flux und Typhoon XS konnte ich dort nicht einsetzen. Zusätzlicher Nebeneffekt: Mit einem relativ kleinen 5s 2200 Lipo ist man kostengünstig unterwegs. 2 Setups hatte ich bis kurz vor dem Event in Bad Wünnenberg in etlichen Nachtschichten fertiggestellt. Das Modell mit dem rotem Rumpf hat ein F5D Setup mit Getriebe Motor verbaut. 5s 2200mAh Lipo und ein YGE 90HV Regler befeuern einen Hacker B50 9s mit 6,7:1 Getriebe. Die knapp 10000 Touren drehen dann einen Sägezahn (SAW Tooth) Prop mit 12×25. Nach einigen Trimmflügen konnte ich damit 357Km/h im Mittel durch die Messanlage fliegen. Nicht schlecht für 1KW Antriebsleistung. Der Sägezahn Propeller wird ebenfalls von mir selber gebaut. Als Vorlage diente der BBR Sägezahn Prop aus Australien, wie er auch von einigen F5D Piloten im Wettbewerb geflogen wird. Nur konnte ich mich mit einigen Details des Props nicht anfreunden: 1) die 6mm Blattaufnahme war mir zu klein (unsicher!) und 2) der Prop war insgesamt zu weich für meinen Geschmack. Also habe ich das 8mm Auge des 13×27 Speed Propeller an das Sägezahn Blatt implantiert und eigene Formen erstellt. Dieser 12×25 Prop passt nun an alle gängigen 8mm Spinner. Eine Variante hat 12×25 an einem 30mm Spinner, meine zweite Version habe ich für einen 40mm Spinner leicht gekürzt. Meine ersten Prototypen Props waren um längen steiffer als das Original. Beeindruckt hat mich der Sound, der fast gar nicht zu hören ist. Wer Lärmprobleme hat sollte mal einen 12×25 Sägezahn testen. Show am Boden ist dabei garantiert…. :-)

Der Demon mit dem schwarzen Rumpf sollte die Grenzen des Machbaren ausloten. Setup: Scorpion 3026/880kv an 10s 1800er Lipo und ein YGE 150 HV FAI Steller. Eigens für dieses Setup haben wir (Danke Max und Domi!!!) einen passenden Propeller entworfen, der die 30000RPM in Vorschub umwandelt. Entstanden ist der OZ 6.4×11 Prop, der eine modifizierte Version des erfolgreichen EPS 7.1×11 Props darstellt. 7″ sind für kleine Speeder bei den Drehzahlen deutlich zu viel Schub (gilt auch für die APC 7×10). Sinnvoll lässt sich der 7.1×11 nicht auf 6.4″ kürzen, das sieht nichts aus. Der neue Prop macht einen guten Eindruck am Modell, und in den Ohren! Das Setup ist nichts für einen gemütlichen Sonntag Nachmittag auf dem Platz. Schrei-Kreisch vom Feinsten. Leider hatte ich nicht viel Freude an dem Modell. Nach der obligatorischen Trimmrunde, und nur 20s Motorzeit, ging das Modell in der Luft in Flammen auf. Ziel waren 400Km/h, was die gerechneten 3,xKW Leistung auch ermöglicht hätten. Eine schwarze Rauchfahne zeigte, dass der Regler das Inferno ausgelöst hatte. Damit wäre die Frage geklärt, ob man Lufthutzen VOR oder NACH dem Erstflug anbringt! Jetzt nur keine Panik und einlanden. Da dies der Erstflug mit dem Modell war wollte ich nichts riskieren und baute langsam Fahrt ab. Eine weißliche Rauchfahne zeigte mir, dass jetzt auch die unter dem Regler befindlichen Lipos brannten. Nach kurzer Zeit erreichte der Brand die Empfängerstromversorgung und der Funkkontakt riss ab. Das Modell schlug ungesteuert aus ca. 50m in den harten Boden hinter dem rechten Pylon der Messanlage. Bis wir mit dem Feuerlöscher dort eintrafen qualmte es nur noch. Totalschaden, leider komplett ausgebrannt. Das Projekt 400Km/h mit dem Demon Speed werde ich später fortsetzen. Stay tuned…

Bad Wünnenberg 2015 war wieder ein geselliges Erlebnis. Am Samstag hatten wir Lagerfeuer mit Umtrunk. Ja, auch die Speeder haben eine romantische Seite. In der Nacht war es zapfig kalt. Als ich um 1:30Uhr die Segel getrichen habe hatte es Eis auf den Flächen meines Styro Feierabend Fliegers, den ich neben meinem Werkstatt Zelt noch auf dem Gras stehen hatte. Am Feuer war es mollig warm. Abschließend noch ein paar Impressionen und die obligatorische Link Liste zu externen Quellen. Wer Fragen hat meldet sich einfach bei mir. Oliver(.)Zanker(AT)Web(.)de. Danke.

Externe Links und Quellen:

# Powercroco.de – Bad Wünnenberg 2015

# RCN Thread – Bad Wünnenberg 2015

Speedcup in Spelle (2014)

Der Speedcup in Spelle sollte ein lockerer Saisonabschluss für mich werden. Dazu kam es nicht, später mehr.

Pünktlich zum Start des Speedcups am Freitag Morgen hatte der Wettergott ein Einsehen und schickte super Wetter für das ganze Wochenende. Wir hatten einen kurzen Schauer am Samstag, sonst super Bedingungen.

Spelle2014_Aufbau01Ich hatte die Messanlage in Ballenstedt eingepackt, weil Christian Erdt an dem Termin nicht kommen konnte. Logistisch ist da einige Vorbereitung zu treffen, denn mein T4 war bis unter die Decke voll mit Equipment, schließlich mussten Zelt, Speeder und Zubehör auch noch mit.

Es waren einige Piloten aus der Elektro und Verbrenner Fraktion gekommen, leider weniger Teilnehmer als letztes Jahr. Die Limited Wertung war noch offen und einige Teilnehmer hatten Ambitionen angemeldet die 412Km/h von Markus zu übertreffen.

Mein Plan für das lange Wochenende waren ein paar entspannte Flüge und Tests mit einem simulierten Limited Setup. Simuliert deshalb, weil ich mit zu schweren 3500er 10s unterwegs war. Ziel war zu schauen, was an Speed geht, ohne die Akkus beim ersten Flug zu grillen. Mein normales Setup ist 10s 5000er Lipos und auch dort werden die Akkus nach dem 4ten Durchflug schon sehr warm. Der Freitag war für mich etwas stressig, weil wir zuerst die komplette Messanlage aufbauen mussten. Diesmal ohne die Hilfe des „Kernteams“, denn auch Andreas war nicht dabei. Die Anlage für die Speedcups ist zwar einfacher als die Weltrekord (WR) Version von Ballenstedt (mit den Highspeed Kameras), aber immer noch komplex genug. Die Anlage stand am Rand eines Maisfeld und die Kameras schauten knapp über den Bewuchs. Es war nicht ganz trivial, die ganzen drehenden Windräder aus dem Sichtfeld der Kameras zu entfernen. Schlussendlich hat es gut geklappt und wir hatten 3 Tage verlässliche Messungen.

Detlef und der Speller Verein haben sich in Sachen Verköstigung voll reingehängt: Frühstück satt und Mittags/Abends wurde gegrillt. Am Samstag Abend gab es lecker Backschinken mit allem Zubehör. Mein Diätplan hat gelitten, so lecker war es. Samstag Nacht haben wir das Lagerfeuer angeschmissen und bis spät in die Nacht durchgehalten. Sonntag Morgen sah ich einige Gesichter, die nicht ganz fit waren. Die Holländer haben wieder gewonnen! Mehr sage ich nicht… :-)

Spelle2014_LagerfeuerDas FireBlade Team war fast vollständig angetreten und es gab auch Flüge mit der neuen FireBlade XL zu sehen. Alex hat fleissig gebaut und auch geflogen, leider immer nur Messungen von einer Seite, so dass ein vorderer Platz in Limited nicht zu machen war. Mario und Jochen waren ebenfalls im Rennen, aber bei Erstflügen sind halt keine Top Speeds drin, weil die Feinjustierung fehlt. Am Ende konnte niemand Markus seine 412Km/h von Siegendorf überbieten, so dass er P1 in der Jahrewertung 2014 behält.

Meine fliegerische Aktivität war um kurz nach 11Uhr am Samstag beendet. Letztes Jahr habe ich in Spelle meinen Flux einem Springbaum geopfert (beim Landeanflug). Diesmal musste mein WR Modell von Ballenstedt, der Typhoon XS, dran glauben. Ich war mit dem Light Setup und der 10.3×17 unterwegs, die guten MyLipo Akkus an Board. Der erste Durchflug war noch O.K., da fliege ich nie so hoch an, um Zeit zu sparen. Der nächste Anflug war weit und hoch, und dabei ist es passiert. Die obere Wende war nicht sauber, ich musste im senkrechten Sturzflug die Richtung korrigieren. Da ich mir in Ballenstedt auf den WR Versuchen einen weiträumigen Flugstil antrainiert habe war ich über dem Wald im Sturzflug. Die 3/10s Richtungskorrektur senkrecht haben gelangt, dass ich zu tief über die Baumwipfel gekommen bin. Mit einem lauten Knall beendete der Typhoon XS sein Leben! Ich und Markus haben dann noch was aus dem Wald fliegen sehen, konnten die Richtung aber nicht genau bestimmen. Es gibt ein Handyvideo von der Aktion. Ich werde das später hier reinstellen. Man sieht nicht viel, aber der Sound ist krass. Die anschließende Bergungsaktion brachte wenige Teile des Typhoons ans Licht. Danke für die Unterstützung Jungs! Nachfolgende Kleinteile haben wir gefunden, der Rest war außer Reichweite…

Spelle2014_TyphoonXSCrashDie Fläche des Typhoon XS lag in 12m Höhe auf einer Kiefer und vom Rumpf fehlte jede Spur. Mittlerweile erreichte mich von Detlef die Information, dass er den Rumpf lockere 300m von der Einschlagstelle gefunden hat. Er lag im Mais, ungefähr auf Höhe des Einflugtors. Ohne Fläche hat das Ding immer noch 2,5Kg und ist knapp 400Km/h schnell… das fliegt schon ein gutes Stück. Mein Flugvergnügen mit dem Typhoon XS währte leider nur kurz. Ich blicke zurück auf eine gute Saison 2014 mit dem Überschreiten der 400Km/h Grenze, einem 4ten Platz auf der DM und einem Weltrekord #196 Comb in Ballenstedt (446,96Km/h). Ich hatte noch keinen Speeder, der so gut geflogen ist! Die Reste des Typhoon XS werden einen ehrenvollen Platz in meiner Werkstatt bekommen. Nächste Saison lasse ich es ruhiger angehen und werde mit meinem eigenen Modell (F5D Größe), dem Demon Speed, an den Start gehen. Mir ist klar, dass man damit nichts reißen kann, aber Spaß werde ich trotzdem haben. Und die Form zu dem Flieger habe ich im Keller, also ist die Ersatzteilversorgung gesichert.

Für 2015 würde ich mir wünschen, dass Spelle mehr Teilnehmer anzieht. Der Speedcup ist super geeignet Speeder Luft zu schnuppern. Lockerer kann ein Treffen nicht sein, dazu ein super Platz mit perfekter Infrastruktur. Ohne Wettbewerbs Stress kann man auch einem Einsteiger in F3 Speed in Ruhe alles erklären und Flüge in der Strecke abspulen. Der Speller Verein hat mehr Teilnehmer verdient! Wir müssen da viel mehr in den Medien/Foren trommeln und Teilnehmer motivieren. Leider habe ich diesmal meine Kamera vergessen, so dass ich nur wenige Bilder mit dem Smartphone gemacht habe. Für einen kleinen Eindruck sollte es langen.

Externe Links und Quellen:

RC Network Thread – Speedcup Spelle

Termin bei Speedscene e.V.

Speedcup in Spelle (2013)

Mit Spelle tauchte Anfang 2013 ein neuer Verein in der Veranstaltungsliste auf, der einen Speedcup ausschrieb. Detlef, Lukas und Christof haben viel Engagement gezeigt und eine super Veranstaltung auf die Beine gestellt. Doch der Reihe nach…

Ende August, Anfang September traf sich eine überschaubare, aber illustre Gruppe von Speedern ein. Der Platz in Spelle (GPS: N 52.399277 / E 7.454432) liegt mal wieder im hohen Norden. Zumindest aus meiner Sicht, den ich wohne ungefähr in der Mitte von Deutschland. Bis auf Siegendorf (AT) war ich bisher immer nur im Norden. Gibt es im Süden keine Speeder mit Flugplatz? Geflogen wurden Verbrenner Speeder, Voll CfK/GfK Elektro Speeder und Obstkisten! Ja richtig gelesen, so nennen die Piloten liebevoll ihre Holzspeeder. Die Diskussion und Ausschreibung kann man in RC Network nachlesen. Vom Speller Verein wurde eine extra Wertung für 2/3 Modelle ausgeschrieben. Und die Jungs haben es richtig spannend gemacht, wer die Sachpreise am Ende bekommen sollte. Trotz schwieriger Bedingungen mit deutlich Wind wurden Geschwindigkeiten von über 300Km/h im Mittel erreicht. In den Top 3 war alles sehr nah beieinander und die jungen Piloten haben sich von Flug zu Flug gesteigert. Weiter so!

Es gab neue Modelle zu sehen! Alex brachte mit dem Fireblade ein neues Voll CfK Geschoss an den Start. Leider spielte die Technik nicht mit, so dass nur wenige Flüge zu sehen waren. Potential ist vorhanden, nur an der Umsetzung wird noch gearbeitet. Vor dem Wohnwagen von Andreas konnte man einen Teil der Urmodelle vom Peregrine bestaunen. Dieser Speeder geht an das maximal erlaubte des FAI Reglements. 5Kg Gewicht, über 2m Spannweite, ein Rumpf von fast 160cm Länge. Die Fläche könnte auch als Surfbrett durchgehen. Erster Einsatz des Modells, welches mit ca. 10-15KW Elektro Power befeuert wird, soll auf den kommenden Weltrekord Versuchen in Ballenstedt stattfinden. Gerüchte besagen, dass der erste Peregrine Raubvogel in freier Wildbahn in Österreich gesichtet wurde. Es wird spannend in Ballenstedt, die Urmodelle machen einen sehr guten Eindruck.

Der Platz in Spelle ist sehr gut gelegen. Und ruhig! Als Bewohner des Rhein-Main Gebiets bin ich mit Autobahn A5, Eisenbahn und Flugplatz Frankfurt anderes gewöhnt. Das Flugfeld ist ca. 500m lang, so dass Landungen eigentlich keine Probleme bereiten sollten. Sehr breit ist der Platz allerdings nicht. Und in unmittelbahrer Nähe stehen einige Windräder. Diese sind ca. 400m vom Platz entfernt, wirken aber bedrohlich. Da muss man sich dran gewöhnen. Beim Speeden gab es keine Probleme damit. Die Messanlage wurde knapp hinter die Platzgrenze auf einen abgeernteten Acker gesetzt und hat über das Wochenende sauber funktioniert. Wechselnde Wetterbedingungen sorgten für einigen Stress, ein kleiner Schauer am Samstag war dabei. Neben dem im Norden üblichen Wind waren die Flugbedingungen optimal.

Verluste gab es natürlich auch zu beklagen. Spelle hat „Springbäume“! Meinem Flux ist im zweiten Flug am Freitag eine Kiefer in den Weg gesprungen. Im Landeanflug habe ich die Kurve nicht eng genug genommen und der Flügel blieb an der Kiefer hängen. Der Flux ist aus 5m Höhe auf den Leitwerksträger gefallen, welcher dann gebrochen ist. Das war es mit meinem Flux. Rest in Peace! Jochen´s 4/5 Holzspeeder machte 20m weiter ähnliche Erfahrungen. Mario hatte einen Flächenplatzer mit Strukturversagen. Jochen hatte besonderes Pech, dass sein Ersatzmodell (2/3) den Abfangbogen durch einen angrenzenden Wald fliegen wollte. Zum Glück konnten wir alle Teile vor Sonnenuntergang bergen.

Es war ein rundum gelungenes Treffen. Falls das Treffen nächstes Jahr wieder stattfindet, was ich sehr stark begrüßen würde, könnten einige Kollegen mehr das Event bereichern. Wir waren sogar international: Rene aus Holland brachte seine Funjet Armada mit und flog mit einem Sundowner solide 210Km/h durch die Strecke. Einsteiger kamen voll auf ihre Kosten, weil viele Flüge durch die Anlage absolviert werden konnten. Samstag Abend gab es extrem leckeren Backschinken und der Grill war im Dauereinsatz. Am Abend durfte das obligatorische Lagerfeuer nicht fehlen. Hat Spaß gemacht, auch wenn ich nicht viel geflogen bin. Noch ein paar Bilder…

Weitere Quellen:

Bilder von Andreas – Spelle 2013