Weltrekord Versuche 2014 in Ballenstedt

Letztes Jahr war ich in Ballenstedt nur als Contest Director dabei. Dieses Jahr wollte ich angreifen, und mir den Rekord #196 vornehmen. Dieser wird derzeit von Dr. Marcus Koch gehalten und ist mit 419,90Km/h mit meinem derzeitigen Setup machbar. Auf der DM 2014 in Tussenhausen konnte ich beweisen, dass gute 450-460Km/h unter optimalen Bedingungen realisierbar sind.

Hinweis: Es gibt unterschiedliche FAI Weltrekorde. #175 hält derzeit Niklas Kahlich mit 477,30Km/h. Die Klasse #196 fordert 2 unterschiedliche Stromquellen am Antrieb, daher der Name „Comb“ (wahrscheinlich von „Combined Sources“). Infos zum Reglement gibt es hier bei SpeedScene.eu.

Im Vorfeld der WR Versuche gab es einige Verwirrungen, was Realisierung und Finanzierung anging. Die Veranstaltung stand kurz auf der Kippe. Im Vorfeld hatten nur 2-3 Piloten Ambitionen angemeldet, und das in der Klasse #175. Bei so wenigen Teilnehmern, und keiner Meldung auf den Rekord #196, machte ich mir Hoffnungen auf einen „Free Shot“ ohne Konkurrenz. Dazu kam es nicht, denn schlussendlich machten noch 3 weitere Piloten jagt auf den alten Rekord aus 2013. Dr. Marcus Koch wollte seinen Rekord verteidigen, Christian Schalk greift in seiner ersten Speeder Saison nach der Krone und Christian Erdt hat auch ein mächtiges Wort mitzureden. Mit Trainingspiloten waren 19 Teilnehmer gemeldet, was die Veranstaltung zu stattlicher Größe anwachsen ließ.

WR_Strecke_Mitte

Blick in die 300m WR Strecke. Standort ist genau in der Mitte.

Taktik und Überlegungen. Im Vorfeld einer solchen Veranstaltung muss man sich Gedanken machen, was persönliche, realistische Ziele sind. Mir ist eines klar: Alle meine Konkurrenten können mit ihren Setups schneller fliegen als ich, das wurde auf der DM 2014 ersichtlich. Fällt eine 485Km/h, wie in Tussenhausen auf der DM, ist mein Traum vom Rekord #196 geplatzt. Auch mit viel Kreativität hätte ich mein 10s Setup mit Powercroco 4234 und 10.4×20 Prop nicht so hinbiegen können, dass ich in diese Regionen vorstoße. Mein Ziel war daher deutlich niedriger gesteckt: Den Rekord #196 von 419,90Km/h auf der 300m FAI Strecke zu überbieten. Mehr nicht! Dieses Ziel habe ich selber in der Hand, da kann die Konkurrenz machen was sie will. Wer am Ende die Nase vorne hat ist zweitrangig. Aber abgerechnet wird immer am Ende, es kann viel passieren auf so einer Veranstaltung. Kurzer Einwurf zum Thema „Konkurrenz“: Das Wort ist kürzer zu Schreiben als die Namen von Christian Schalk, Dr. Marcus Koch und Christian Erdt. Als Speeder hilft und respektiert man sich gegenseitig. Jeder würde dem anderen mit Material und Hilfe beistehen, wenn das nötig ist. Wir sind ein kleiner aber eingeschworener Haufen…

Ich bin gegen 16:30Uhr am Freitag in Ballenstedt eingelaufen. Die Kollegen waren schneller als ich und der Platz sah mit Sicherheitszaun und entsprechenden Absperrungen schon sehr gut aus. Es wurde eilig die WR Messanlage mit den High-Speed Kameras (1000 Bilder/Sekunde) und Glasfaser Netzwerk aufgebaut. Christian und Team haben hier wieder volle Arbeit geleistet. Danke! Ziel war eventuell schon erste Trainings- oder Wertungsflüge am Abend zu starten. Die Wetterprognose war für das Wochenende sehr wechselhaft gemeldet. Als knapp vor 19Uhr alles fertig war setzte Regen ein und der Tag war somit aus Wettkampfsicht beendet. Immer mehr Teilnehmer trudelten im Laufe des Abends ein. Der Samstag begrüßte uns mit etwas Sonnenschein und einem freundlichen Wolkenbild. Ein Großteil der Speederei liegt in einer guten Vorbereitung, die Flüge sind ja mit 60-75s sehr kurz. Akkus alle geladen? 90min Akkus heizen auf 43 Grad, Empfängerakku checken, Propeller richten und montieren, benötigte Werkzeuge bereitlegen. Wie viele Flüge das Wetter zulassen würde war im Vorfeld nicht ersichtlich. Bei den WR Versuchen ist die Strecke 100m länger, als auf der Deutschen Meisterschaft. Hier wird gefordert, dass der Speeder 100m VOR dem Einflug in die Strecke in der Horizontalen ist (min. 5m, max. 35m). Dies wird durch Höhen Judges überprüft, welche Rückmeldung an die Messanlagen Crew liefern. Meinen ersten Flug startete ich mit dem „Light“ Setup (Prop 10.3×17) und den schlappen 10s SLS 5000er, die ich mir bei der DM in Tussenhausen abgekocht hatte. Zu meiner Überraschung war dieser Flug mit einer gewerteten 428Km/h schneller als der alte Weltrekord und somit mein Ziel für das Wochenende erreicht. Es war mir dabei auch egal, dass es Probleme mit den High-Speed Kameras gab, so dass dieser Flug nie zu einem Weltrekord hätte werden können. Ohne Dokumentation gibt es keinen Rekord! Ich war happy und die Anspannung gewichen. Gegen kurz vor 17Uhr am Samstag fliegt Christian Erdt mit 433Km/h einen neuen Rekord. Mein sportlicher Ehrgeiz wird geweckt und ich rüste mein Setup auf die 10.4×20 um. Die 433 im Mittel sind mit der 10.3×17 fast nicht zu schaffen, denn die Flugbedingungen sind suboptimal. Gegen 18:30 am Abend packe ich meine besten Akkus (MyLipo.de 10s 5000er) in den Speeder und frage Christian Erdt, ob er mich als Caller unterstützt. Christian hat das so gut gemacht, dass ich mit 445Km/h seinen 90min alten Rekord überbieten konnte. Er hätte mich auch völlig an der Strecke vorbei dirigieren können, schließlich hatte ich nur einen echten Versuch Links und Rechts, dann waren die Akkus leer. Hat er aber nicht gemacht, das ist besagter Team Spirit in F3 Speed! Klar war er hinterher etwas betrübt, das gehört bei so viel Einsatz dazu. Seine Stimmung besserte sich erst, als mein Typhoon XS auf einem Durchflug nicht in den Highspeed Kameras zu sehen war. Damit war klar, dass Christian den Rekord am 30.08.2014 geknackt hat. Was ich nicht wusste: Rekorde werden pro Datum vergeben, nicht pro Veranstaltung. Wieder was gelernt…

Alex_FirebladeXL

Alex mit seiner Eigenentwicklung: FireBlade XL – eine Seite mit 470Km/h

Am Sonntag sollte es dann zum Showdown kommen. Wir hatten im Vorfeld beschlossen die Weltrekordversuche gegen 14:30Uhr zu beenden, da einige Teilnehmer lange Fahrtstrecken vor sich hatten und das Wetter gegen Abend immer schlechter werden sollte. Christian Erdt konzentrierte sich auf den Rekord #175, war also mit seinem Ergebnis von Samstag zufrieden. Weiterhin im Rennen: Der Titelverteidiger Dr. Marcus Koch und Christian Schalk, der vom Altmeister Erwin Schamburger gecoached wurde. Beide hatten Ambitionen auf die Rekorde #175 und #196, somit eine Doppelbelastung. Gegen kurz nach 11Uhr machte ich mit Niklas Kahlich als Caller einen Versuch mit den frischen Mylipo 10s 5000er Zellen und dem bewährten 10.4×20 Prop. Im ersten Steiger fliege ich nicht sehr hoch, weil hier der Speeder eh noch nicht voll Ausbeschleunigen kann. Mein Setup kann auf der WR Strecke 3 Durchflüge im gesunden Bereich absolvieren, 4 Strecken werden für den Akku schon nicht mehr lustig. Daher ist ein sauberer Flugstil wichtig! Beim nächsten Abschwung hat sich der Typhoon XS von der Geschwindigkeit her schon aufgeschaukelt und durch das Megafon wird eine 428Km/h angesagt. Damit bin ich nah am Rekord von Christian Erdt dran, der bei 433 liegt. Der letzte Durchflug ist jetzt mit dem Wind, und hier muss ich unbedingt treffen, denn für weitere Flüge langt die Kapazität im Akku nicht. Aus 400-500m Anflughöhe stelle ich den Typhoon auf den Kopf und peile die Strecke an. Niklas gibt hilfreiche Anweisungen, damit der 300m Durchflug auch gerade gelingt. Der Speeder ist schnell, es sind wenige Korrekturen nötig. 461Km/h ertönt aus dem Megafon. That´s it … neuer Rekord! Jetzt gilt es sauber zu landen, denn der Speeder darf keine Teile bei der Landung verlieren, sonst ist der Flug ungültig. Anschließend erfolgt die Abnahme. Unter Aufsicht des Wettbewerbsleiters wird das Modell gewogen (75g/dm² Regel), und die Spannungen der Akkus kontrolliert. Wichtig ist auch, dass beide Stromquellen angeschlossen sind. Mir ging es nach diesem Flug richtig gut… :-)

OZA_SmileMir war nach 2 Flügen mit 445Km/h klar, dass ich an diesem Wochenende nicht viel schneller werde Fliegen können. Nun galt es Marcus und Christian aufmerksam zu beobachten. Christian Schalk startete gegen kurz vor 12 Uhr mit seinem Flux zu einem Versuch in #196. Er bekommt eine gültige Messung von 493Km/h mit Rückenwind. Jetzt einen Treffer von der anderen Seite und ich bin meinen Rekord los. Leider löste bei Christian eine der beiden Kameras nicht aus, oder beim Einflug wurde die Höhenaufgabe verletzt. Marcus ging es nicht viel besser. Erst kämpfte er mit einem defekten Rumpf an seinem Speeder, der das Modell nahezu unsteuerbar machte. Nach der Reparatur passte die Trimmung nicht 100%. Auch er verpasste eine volle Wertung wegen nicht auslösenden Kameras bzw. Fehlern beim Einflug. Christian Schalk flog bis 14 Uhr noch 2 weitere Versuche, Marcus flog 3x. Und was soll ich sagen: Von keinem Flug gab es eine 100% Wertung über meinen 445Km/h. Als das Wettbewerbsende ausgerufen wurde musste ich tief durchatmen: Neuer Weltrekord in der Klasse #196!

Combo_Rekorde

Links: Christian Erdt / Tomahawk (433Km/h), Recht: Oliver Zanker / Typhoon XS (446Km/h)

Rückblickend muss ich sagen, dass das Wochenende optimal verlaufen ist. Bei keinem meiner 9 Flüge hatte ich einen Fehler bei der Höhenkontrolle. Den alten Rekord von Dr. Marcus Koch konnte ich 3x überbieten, somit war das selbst gesteckte Ziel erreicht. Alles andere war Bonus. Dass am Ende ein Weltrekord rausspringt hatte ich nur hoffen können. Von der Geschwindigkeit meines Setups war ich unterlegen. Es ist wie im Fußball, da gewinnt auch nicht immer das beste Team. Jetzt geht der Papierkram mit der Weltrekord Akte los. Aber das nehme ich gerne in Kauf. Danke an alle Mitstreiter, die diese Veranstaltung ermöglicht haben!!!

Dokumentation der Setups/Flüge für meine Statistik:

  1. SA 428Km/h (Weltrekord) / 100% / 10.3×17 / SLS / Lipo Hi 70C
  2. SA – / – / 10.3×17 / MyLipo / 51C Vo / 55C Hi / Kein Treffer Anlage
  3. SA 439Km/h / nur eine Seite / 10.3×17 / SLS / Hi 79C / 76s Motor
  4. SA 450Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / 60C
  5. SA 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 65C Hi, 59C Vo / 58s Motor
  6. SO 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 64C Hi, 61C Vo / 62s Motor
  7. SO – / – / 10.4×20 +2Grad / MyLipo / unter 60Ci / 2 Steiger YGE160HV OverHeat
  8. SO 436Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / SLS / Hi 74C, Vo 61C
  9. SO 451Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / Hi 60C, Vo 59C

Externe Quellen und Links:

# RC Network Thread zu den WR Versuchen 2014 in Ballenstedt

# RCGROUPS Thread Typhoon Series and WRV 2014

# RC-Line Forum Thread zu den WR Versuchen

# Infos zur Veranstaltung bei Powercroco.de

# Youtube Kanal mit Videos (Samstag) von den WRV 2014

# Presse Mitteldeutsche Zeitung: Artikel 1 / Artikel 2 / Artikel 3

F3 Speed – DM 2014 in Tussenhausen

Die Internationale Deutsche Meisterschaft der F3 Speed Piloten fand diesmal in Tussenhausen auf dem Werksgelände der Firma Grob Aircraft statt. Man merke auf: Ein Platz im Süden, was es die letzten Jahre nicht gab (bisher immer beim DO-X in Osnabrück). Ein privater Flugplatz ganz für uns alleine, also Platz ohne Ende. Etwas vermisst habe ich die kuschelige Atmosphäre beim DO-X: In Tussenhausen gab es keinen Stromanschluss, 400m bis zu den Sanitäranlagen, Flugplatz rough Green statt Modellbau Piste, keine Rundum-Sorglos Verpflegung wie in Osnabrück. Jammern nützt nichts, man muss sich arrangieren, schließlich wollen wir schnell Fliegen!

Gruppenfoto_kleinWie auf dem Gruppenfoto ersichtlich, hat mit Frank endlich auch ein Hubschrauber Pilot den Weg zu uns gefunden. Wegen einer Terminüberschneidung mit einem Heli Event in den USA sind es leider nicht mehr Hubschrauber Speed Piloten geworden. Aber ich denke das wird noch…

Zu den Details. 5 Verbrenner- und 20 Elektro Speeder waren angetreten, den Deutschen Meister zu ermitteln. Es gab 2 Verbrenner Klassen (10ccm + 15ccm) und FAI Elektro (bis 72V und 75g dm²). Die Leistungsdichte war wieder höher als 2013. Die Methanolfraktion beschwerte sich zwar über „schlechte“ Luft (schwül und warm), dennoch gelang es Hartmut Schulze in beiden Klassen über 400Km/h zu fliegen. Somit verdient P1 in beiden Verbrenner Klassen. In Elektro wurde mit Spannung der erste 500Km/h Flug durch die Messanlage erwartet. Bei den Weltrekord Versuchen 2013 in Ballenstedt gab es auf der 300m FAI Strecke schon einzelne Durchflüge über 500Km/h, aber keine komplette Wertung. Hinweis: Auf der DM 2013 sind wir noch mit max. 10s Lipo, also 42V Reglement, geflogen. Diesmal volle Leistung, was das FAI Reglement hergibt. Dennoch sind einige Piloten bei den 10s Setups geblieben. Die ersten 3 Plätze hatten aber mehr Lipos an Board: Marcus ein 12s Setup, bei Kai bin ich mir nicht sicher (12 oder 14s) und Christian Schalk hatte 11s im Flux. Mit der 500er Wertung ist es nichts geworden, wir hatten allerdings zwei Flüge mit 503,50 Km/h. Hier die Ergebnisse direkt aus der Messanlage.

DM2014_F3S-FMeine Herren, das ist schon ambitioniert schnell! Marcus Koch gewinnt verdient nach sauberen Flügen knapp vor Kai Koppenburg. Marcus hat es endlich geschafft mit seiner Eigenkreation, dem Typhoon Speeder, den Sieg einzustreichen. Dies hat einige Jahre Arbeit gekostet, aber die Mühen haben sich gelohnt. Vor allem der Rookie Christian Schalk hat auf seiner ersten DM eine gute Vorstellung abgeliefert. Auf dem Speedcup in Siegendorf hat er zum ersten Mal Durchflüge durch die Messanlage geübt und jetzt schon P3. Gratulation! In meinen Augen wäre sogar noch mehr drin gewesen, denn bei dem letzten Flug war es fast perfekt windstill. Knapp 490Km/h von Links waren ein guter Anfang, aber die Seite von Rechts hat er 2x nicht sauber geflogen, dann war der Akku leer. Und diese Durchflüge von Rechts waren beide sehr schnell. Gerüchte sagen, dass er auf den kommenden Weltrekord Versuchen in Ballenstedt antreten wird. Christian ist in der Jugendtruppe um Erwin Schamburger aktiv. Durch diesen „Umstand“ hat er die Lernkurve extrem schnell vollzogen. Perfekt eingestelltes Material vom Altmeister Erwin und gutes Coaching ergeben dann entsprechende Ergebnisse. Fliegen kann der Bursche auch noch! Merkt man, dass mich P4 etwas wurmt? :-) Christian, tolle Leistung, weiter so.

Mein persönliches Minimalziel war eine komplette Wertung über 400Km/h. Diese magische Schwelle begleitete mich 3 Jahre lang, und jetzt ist das Trauma endlich Geschichte. Auf dem Speedcup in Siegendorf habe ich den Typhoon XS eingeflogen und gleich beschädigt (defektes Servo DES 930 HV). In Tussenhausen war alles wieder gerichtet, frische Akkus im Typhoon XS, und direkt im ersten Flug am Freitag mit 436Km/h wurde die 400er Marke geknackt. Damit war das Wochenende eigentlich schon sehr positiv verlaufen. Jetzt aufhören war allerdings keine Option. Also habe ich am Setup geschraubt und versucht meine Speeds zu erhöhen. Anbei mein Protokoll:

  1. FR – 10.3×17 – 436Km/h – 100%
  2. FR – 10.1×20 – 440Km/h – 100%
  3. FR – 10.1×20 – 444Km/h Durchflug – 80% / Nach 80s Hitzeabschaltung
  4. SA – 10.4×20 – 347Km/h 80% / Nach 65s Hitzeabschaltung
  5. SA – 10.4×20 – 458Km/h – 100% – zusätzliche NACA Hutze eingebaut
  6. SA – 10.6×20 – 454Km/h – 100%
  7. SO – 10.6×20 – 473Km/h Durchflug – 80% / 65s Motor / Lipo 77Grad!
  8. SO – 10.6×20 – Keine Wertung – 64s Motor – hi. Lipo 75Grad / vorne 65 Grad

Setup Typhoon XS:

Leider hatte ich keinen Unilog im Flieger. Das ganze Loggerzeug beansprucht derzeit bei mir zu viel Nerven, dass ist Stress pur beim Zusammenbau. Dies habe ich mir bei der DM gespart und mich lieber auf die Flugaufgabe konzentriert. In den Akku habe ich nach dem letzten Flug 3420mAh eingeladen, was ungefähr einem durchschnittlichen Strom von 190A entspricht. Laut Rechnungen geht der Peakstrom über 230A, was dann auch den abgekochten Akku (nur 35C Lipos) mit 75 Grad erklärt. Letztes Wochenende war ich auf dem Flugtag in Kirberg, dort war der Unilog mit Light Setup (10.3×17) im Typhoon XS dabei. Die Datenauswertungen stehen noch aus.

Randbemerkungen

Akkus und Lade-Equipment: Die komplette DM bin ich mit einem 10s 5000mAh Akkusatz geflogen. Die SLS 45C Magnum V2 waren leider ausverkauft, daher musste ich auf 35C Zellen zurückgreifen. Wo deren Schmerzgrenze liegt habe ich jetzt herausgefunden. Als externe Stromversorgung habe ich einen 640W 2T Generator von Bauhaus verwendet. Der läuft mit 50:1 Gemisch, welches ich auch in meiner F-Schlepp Maschine verwende (102 Oktan Benzin + Motul 800 Racing 2T Öl). Allerdings kommt der Generator an seine Leistungsgrenzen: 2x Lader mit 5A Ladestrom, 1x Heizbox 70W und einen kleinen Robbe Lader für den Empfängerakku. Da fängt er schon böse an zu spucken. Wenn man auf jeweils 4A Ladestrom runtergeht passt es wieder. Durch die wenigen Teilnehmer war es aber nicht möglich, jeden Durchgang zu fliegen. Jeden 2ten Durchgang konnte ich absolvieren. Nach dem Flug habe ich die Akkus 15-20min abkühlen lassen. Danach ging es direkt zum Laden in die Heizbox. Die Akkus sollten 90min geheizt werden, damit auch die inneren Zellen Temperatur haben (Ziel: 40-43 Grad). Fazit: 2 Akkusätze machen schon Sinn, oder ein stärkerer Generator + besseres Ladegerät, damit man 2C bzw. 3C Ladung der Akkus fahren kann.

Team Tanto / AkaModell München: Ich hätte es den Jungs gewünscht, dass eine ordentliche DM mit dem neuen Modell Tanto gelingt. Auf den WR Versuchen 2013 in Ballenstedt war Versuch Nummer 1 gescheitert. Nun scheinen die technischen Probleme behoben, aber die Fuhre kommt einfach nicht in die Gänge. Jakob kann fliegen, als ehemaliger Deutscher Meister und WR Inhaber hat er das bewiesen. Der vorletzte Platz mit 372Km/h ist sicher unbefriedigend für alle Beteiligten der AkaModell München. Irgendwo im Tanto Konzept ist eine Bremse eingebaut, welche es nun zu eliminieren gilt.

Externe Links

RCN Thread – Speed DM 2014

DAeC Ergebnisse – F3 Speed DM 2014 in Tussenhausen

Presse:

OberpfalzNetz.de

Mittelbayerische Zeitung

 

F3 Speed – DM 2013 in Osnabrück

Watch out …. slow Pilot!

400_Limit

Müsste man die DM 2013 in einem Satz beschreiben, dann wäre es als mein Fazit das obige Motto. Schnell Fliegen ja, aber bitte nicht über 400 Sachen! Mein Ziel war endlich eine komplette 100% Wertung über 400Km/h zu bekommen. Es war knapp, aber es hat nicht gereicht.

  • Freitag 1. Flug – 411Km/h – 80% Wertung (Prop 9,75×20)
  • Freitag 2. Flug – keine Wertung (Prop 10,5×17)
  • Freitag 3. Flug – keine Wertung (Prop 10,5×17)
  • Samstag 1. Flug – 385Km/h 100% (Prop 10,5×17)
  • Samstag 2. Flug – 409Km/h 80% (Prop 10,5×17)
  • Sonntag 1. Flug – 385Km/h 100% (Prop 10,5×17)

Am Material liegt es sicher nicht. Der limitierende Faktor ist hier der Pilot. Kleinste Korrekturen bremsen beim Durchflug in der Strecke sehr deutlich. Es fängt somit schon lange vor dem Durchfliegen vom ersten Messpunkt an: Wenn der Anflug krumm und schief ist, dann trifft man vielleicht den ersten Messpunkt, muss stark korrigieren um den zweiten Messpunkt richtig zu treffen. Korrigiert man ist der Speed langsam! Lässt man den Speeder ohne Eingriffe laufen passiert es sehr häufig, dass nur eine Messung vorliegt. Es gibt nur eine Lösung, und das ist Training! Auf dem Speedcup in Spelle wird dieses Jahr die letzte Möglichkeit bestehen mein Ziel einer 400er Wertung zu erreichen. Ich werde kommen …. alle Akkusätze am Start …. und im Dauereinsatz den Flux durch die Strecke jagen.

Die DM unterscheidet sich von den Speedcups sehr deutlich. Während die Speedcups lockere Treffen sind, wo ohne Startliste geflogen wird, gibt es auf der DM einen strikten Zeitplan. Das muss so sein, damit alle Klassen und Piloten möglichst oft fliegen können. Auf der diesjährigen DM wurden 150 gewertete Flüge gezählt! Das ist viel Arbeit für die Betreiber der Messanlage, der Flugaufsicht, der Wettbewerbsleitung. Dann sind da noch die Personen, die die Flieger vermessen und wiegen. Es soll ja alles mit fairen Mitteln zugehen. Danke an alle Beteiligte vom DO-X in Osnabrück, dass wir diese Veranstaltung ohne größere Komplikationen über die Bühne gebracht haben!

Bevor ich auf das Wettbewerbsgeschehen eingehe noch ein paar Worte zu meinem Speeder. Mein Flux wurde stark verändert, um in das 75g/dm² Reglement zu passen. Laut Vermessung hatte ich genau 2500g zur Verfügung. Mit meinen dicksten 10s Akkus (SLS APL 3500mAh 45C) standen aber 2553g auf der Waage. Geht man mit so einem Flieger raus wird der Durchgang automatisch gestrichen, weil der Flieger nicht dem Reglement entspricht. Auf einem Speedcup wird die Sache nicht so eng gesehen bzw. überprüft. Nicht aber auf der DM! Im Sinne eines fairen und vergleichbaren Sports würde ich das Messteam informieren, wenn mein Flieger nicht dem Reglement entspricht. Also was tun? Die Lösung ist, dass die Fläche entsprechen vergrößert wird. Dazu klebt man kleine Dreiecke aus dünnem GfK Plattenmaterial hinten an die Fläche. Natürlich direkt am Rumpf, damit es auch hält. Und es muss halten, denn das Reglement sieht vor, dass man keine Teile verlieren darf. Fällt so ein Dreieck im Flug ab wird der Durchgang gestrichen. Meine Dreiecke habe ich so bemessen, dass die Fläche um 0,82dm² größer wird und ich somit 61,5g mehr einladen darf. Ziel erreicht! Damit ich überhaupt so wenig Gewicht im Flux hatte wurde einiges umgebaut:

  1. Nase gekürzt – 40g Blei am Heck gespart
  2. Ein/Aus Schalter entfernt – 10g gespart
  3. 4xNimH Akku gegen 180mAh Lipo getauscht – 50g gespart
  4. Anlagenbrett aus Depron gebaut
  5. Empfänger ausgezogen
  6. Akkus ausgezogen (bis zu 40g pro 10s Pack)
  7. Kabel gekürzt (10cm Kabel am Regler wiegen 10g!)

Da kommt einiges an Gewicht zusammen. Ein leichter Flieger beschleunigt schneller und ist einfacher zu landen als ein Bleibomber. Wenn man nüchtern die Gewichte analysiert kann man einiges einsparen. Nach Gesprächen mit Ralph Okon, und der Analyse der Daten aus dem Speedcup in Siegendorf, habe ich mich dazu entschlossen einen Prop mit weniger Steigung zu verwenden, dafür aber mit einem größeren Durchmesser zu fliegen. Der 80% Pitchspeed sinkt damit von ca. 460Km/h auf 420/425Km/h, der Schub nimmt jedoch um einiges zu. Und das merkt man im Flug deutlich! Wenn man jetzt meine Top Speeds nimmt, dann passen die 411 und 409Km/h sehr gut in das Setup. Mein Ziel war 400Km/h und alles andere ist Träumerei. Also wurde der Antrieb genau darauf abgestimmt. Dass es nicht gelangt hat ist beim Piloten zu suchen. Aber ich gebe nicht auf und probiere es in Spelle auf dem Speedcup erneut.

Kommen wir zur Deutschen Meisterschaft. Die gebotenen Leistungen sind abartig schnell! Bei den Elektro Piloten sind die ersten 10 alle über 400Km/h im Mittel. Bei den Verbrennern ist das Feld sehr dicht. Auch hier gab es Wertungen über 400Km/h und stellenweise 430/440Km/h von einer Seite. Wenn man bedenkt, dass die Verbrenner deutlich weniger Leistung fliegen als Elektro, dann kann man erahnen, was da an Optimierung und fliegerischer Klasse dahinter steckt. Da ich keine Verbrenner beurteilen kann beschänke ich mich auf den Elektro Part. Man sehe es mir nach…

Der Trend geht eindeutig zu Klapp Propellern mit hoher Steigung und niedrig drehenden Motoren. Ralph Okon flog sehr schnell mit einem Setup, was weniger als 10000 Touren dreht. Mit Dreiblatt Propeller und enormer Steigung am Blatt geht dieser Flüsterantrieb trotzdem sehr schnell. Leider hat sein Speeder in der Luft abmontiert. Die 4 Klappen Fläche war den Kräften auf Dauer nicht gewachsen. Schade, war ein sehr schöner Speeder. Trotzdem sieht man noch Speeder mit High RPM Setups. Dabei fällt mir ein, dass ich die 400Km/h schon geschafft habe. Nein, stimmt nicht! :-) Eine meiner EPS 7×11 Propeller hat den Spung geschafft. Meinhard Schoell flog mit einem Hayabusa 400,5 in der 100% Wertung. Glückwunsch zu Platz 9! Ab Platz 8 sind wir schon bei über 420Km/h im Mittel. Die Leistungsdichte oben ist sehr eng. Modelle über 420Km/H: Fluxkompensator, Tomahawk T, Warp-Eagle-T, Weirich Speeder Elektro, Typhoon XXS, Typhoon XS. Kai Koppenburg gewinnt mit einem Typhoon XS und unglaublichen 461Km/h im Mittel. Bei diesem Flug kommt dann alles zusammen: das Wetter, gute Luft, passendes Setup zum Flieger, frische Akkus, ein sauber eingestellter Speeder und nicht zuletzt ein Pilot, der das Optimum rausholen kann. Und Kai kann es halt! Glückwunsch zum Sieg in der Elektroklasse.

Abschließend noch einige Bilder. Ganz unten füge ich noch ein paar Links ein, wo weitere Infos und Bilder zu finden sind.

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Links, Infos und weitere Bilder:

RCN Beitrag zur DM 2013: http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/364510-Speedcup-DM-2013/page3

Andreas: Bilder Speed DM DO-X 2013

Für Fragen bitte gerne per eMail: Oliver.Zanker(at)Web(.)de