F3 Speed – DM 2015 in Ballenstedt

Es ist die Deutsche Meisterschaft 2015 in Ballenstedt angesetzt und ich habe keinen konkurrenzfähigen Speeder. Dieses Jahr habe ich bewusst beschlossen etwas kürzer zu treten. Nach dem Verlust des Typhoon XS  in Spelle, meinem Weltrekord Speeder, muss ich mich neu sortieren. Daher habe ich beschlossen primär meine fliegerischen Skills zu steigern, was nur durch mehr Flugzeit mit Speedern funktionieren wird. Also müssen Speeder her, am besten aus eigenen Formen, die ich auch auf dem heimischen Flugplatz fliegen kann. Mit dem Demon Speed, ein Speeder in F5D Größe, habe ich einen ersten Schritt unternommen. Durch Zufall ergab sich die Chance den Formensatz der kleinen FireBlade von Alex zu erwerben. Dieses Modell ist mit 2250g FAI Gewicht größer als mein Demon Speed (1190g) , und durch die große Flächentiefe besser sichtbar. Den Formensatz habe ich in Bad Wünnenberg auf dem Speedcup übernommen und mein „Erstlingswerk“ aus der Form wurde wenige Stunden vor der DM in Ballenstedt fertig. Diese Aktion hat knappe 3 Wochen und etliche Nachtschichten gekostet…. :-)

DM2015_FBClassic1 Mit der FireBlade Classic sind keine Geschwindigkeiten möglich, die eine Top 5 Platzierung auf einer Deutschen Meisterschaft ermöglichen würden. Aber die Ausschreibung der DM 2015 sah vor, dass die Limited Klasse als Wertung geflogen wird. Hier wurde kein Deutscher Meister ermittelt, da Limited noch keine offizielle DAeC/FAI Klasse ist, aber die geflogenen Wertungen gehen in die interne Jahresrangliste ein. Damit war mein Ziel mit der FireBlade Classic gesetzt: Angriff in Limited! In der Limited Klasse ist das Gewicht des Antriebsakkus auf 27% des maximalen FAI Gewichts limitiert (Link Reglement). Bei 2250g FAI max. sind das in meinem Fall maximal 607,5g Akkugewicht (meine Akkusätze wiegen ca. 600g). Der Reiz an der Limited Klasse liegt u.a. darin begründet, dass man die limitierte Energie in möglichst hohe Geschwindigkeiten umsetzen muss. Effiziente Flieger und Setups sind gefordert. Anbei die Aufzeichnungen meiner Flüge auf der DM 2015:

Glossar: Tag / Akku / Wertung / Kommentar / Motorzeit / Akku Temp / Ladung Lipo

  1. SA / SLS2650 / – / Trimmflug 10.4×20 / 70s / 48 Grad / 1350mAh
  2. SA / ML3000 / 372 / zieht hoch bei Gas / 70s / 50 Grad / 1715mAh
  3. SA / SLS2650 / 374 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 54 Grad / 1490mAh
  4. SA / ML3000 / 381 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 48 Grad / 1395mAh
  5. SA / SLS2650 / 384 / EWD + Motorsturz / 69s / 55 Grad / 1735mAh
  6. SO / ML3000 / 305 / 9,7×24 Prop Schub Problem / 46s / 43 Grad / 820mAh
  7. SO / SLS2650 / 380 / 10.4×20 +2 Grad / 58s / 55 Grad / 1565mAh
  8. SO ML3000 / 384 / Prop -2mm auf jeder Seite / 59s / 53 Grad / nicht geladen

Anbei die Wertungen und Platzierungen in Limited auf der DM 2015:

DM2015-LimitedMit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Der Speeder hat noch leichte „Eigenarten“ und läuft noch nicht so, wie ich das gerne hätte. Meine Ziele für die DM waren die 400Km/h Schwelle in Limited zu nehmen und das Modell nicht zu beschädigen. Zumindest ist die FireBlade Classic heile geblieben. Sie fliegt sehr agil und lässt sich einfach Landen. Dazu habe ich nicht einmal Landeklappen nach oben programmiert. In der Phase „Landung“ gehen die QR 3mm nach unten und mit dem HLW wird ein langsamer Gleitflug eingestellt. Damit gelingen Landungen sehr gemütlich für einen Speeder. Auf P1 in Limited fehlen ca. 10% Speed. Jochen und ich verwenden beide Scorpion 4525 Motoren, beide die RO 11×20 Luftschraube. Er fliegt 10s 2200er in der FireBlade XL, ich 8s 2650 bis 3000er in der FireBlade Classic. Der Rumpf der beiden Modelle ist der Gleiche, nur die Fläche der FireBlade XL ist eine andere (FAI max. 2635g). Das Profil der XL ist dünner, die FireBlade Classic hat das Originale MH54 Profil im Flügel. Auf den restlichen Veranstaltungen werde ich versuchen an den 10% Speed auf P1 zu knabbern, ohne meine Lipos zu überfordern. Das wird schwierig genug die richtige Abstimmung zu finden. Und in der Zwischenzeit heißt es weiter: Üben, üben, üben!

DM2015_FireBladeLinks ist Jochen mit der FireBlade XL (2635g FAI), Rechts Mario mit der FireBlade Classic (2250g FAI). Und jetzt mal ein Bild von Alex, dem „Mister FireBlade“. Er hat die FireBlade Serie entwickelt, u.a. auch die neue CrocoBlade mit 4000g FAI. Was ein Monster Speeder!

DM2015_AlexCrocoDiese Deutsche Meisterschaft war leider sehr übersichtlich, was die Anzahl an Teilnehmern angeht. 15 Piloten in den Elektro Klassen waren gemeldet, in den Verbrennerklassen nur 1 Teilnehmer (!) und die Heli Fraktion glänzte mit vollständiger Abwesenheit. Der Teilnehmerzahl zum Trotz konnten wir viele Flüge absolvieren, auch wenn das Wetter am Samstag (wegen Regenschauern) zu kleinen Unterbrechungen zwang. Neuer Modus bei der Startreihenfolge: Wir haben uns bei der Veranstaltung darauf geeinigt von der festen Startreihenfolge abzurücken. Es wird pro Tag eine Maximalanzahl an Durchgängen festgelegt und die Piloten können fliegen, wenn sie dazu bereit sind. Alle Flugaktivitäten werden in einer Liste protokolliert (zusätzlich zum Computer). Dieser Modus führte zu einem deutlich entspannteren Wettbewerb. Hoffen wir, dass es in Zukunft auch so bleibt…

Die obligatorische Pilotenbesprechnung am Samstag Abend verlief konstruktiv und sachlich. 2 Punkte kurz herausgestellt: a) Es wird angestrebt die Elektro Limited Klasse zu einer offiziellen DM Klasse zu machen und b) bei den Verbrennern soll eine „Flüsterklasse“ entwickelt werden.

So gern ich auch den brutalen Sound eines MB40 Verbrenner Pylon Antriebs bei 32000 Touren mag; es erscheint mir logisch, dass man damit auf dem heimischen Flugplatz kein gern gesehener Pilot ist. Es müssen Änderungen erfolgen, damit die Verbrenner Speederei nicht ausstirbt. Nachwuchs ist Mangelware. Das ist leider Fakt. Den Samstag Abend haben wir dann alle Zusammen beim leckeren Griechen in Ballenstedt ausklingen lassen. In knapp 4 Wochen sind wir wieder in Ballenstedt bei den Weltrekord Versuchen 2015.

Kommen wir zum eigentlichen Geschehen in der Elektro Klasse. Was gab es Neues? CrocoBlades! Gleich 3 dieser Monster Speeder waren im Einsatz: Ralph, Christian und natürlich Alex pilotierten die CrocoBlade schnell und ohne Probleme durch die Strecke. Die ersten Prototypen hatten auf dem SpeedCup in Bad Wünnenberg noch so ihre Probleme mit der Struktur, das scheint nun behoben. Dann war da noch das neue Big Monster von HJK Speedwings. Gerd konnte den Speeder bei einem seiner ersten Einsätze mit 451,95Km/h durch die Strecke jagen. Das langte am Ende für Platz 6. Ja, man musste dieses Jahr schon deutlich schneller als 450km/h fliegen um in die Nähe der vorderen Plätze zu kommen. Die Leistungsdichte wird vorne immer enger. Der Konstrukteur der CrocoBlade erreicht Platz 5 mit 453,48Km/h (Alex). Die Vielfalt der Modelle zeigt sich u.a. auch an Platz 4. Diesen konnte Tim als bester Jugendlicher mit 455,70 Km/h und einem Tomahawk belegen. Der Junior zeigte sehr saubere Durchflüge und hat sein Sportgerät im Griff. Der Papa hat mittlerweile keine Chance mehr. Platz 3 geht an Christian, der seine CrocoBlade mit 461,77Km/h pilotierte. Und wer liegt ganz vorne? Team Typhoon! 472,18Km/h von Stefan und 483,77Km/h von Marcus. Der alte Deutsche Meister ist somit auch der Neue. Glückwunsch an die Herren auf dem imaginären Podest! Was fehlte? Die 500er Marke wurde wieder nicht gebrochen. Wir warten weiter…. :-)

Externe Links:

Limited Jahreswertung 2015

Videos von der DM 2015

Thread bei RC Network mit Bildern

Weltrekord Versuche 2014 in Ballenstedt

Letztes Jahr war ich in Ballenstedt nur als Contest Director dabei. Dieses Jahr wollte ich angreifen, und mir den Rekord #196 vornehmen. Dieser wird derzeit von Dr. Marcus Koch gehalten und ist mit 419,90Km/h mit meinem derzeitigen Setup machbar. Auf der DM 2014 in Tussenhausen konnte ich beweisen, dass gute 450-460Km/h unter optimalen Bedingungen realisierbar sind.

Hinweis: Es gibt unterschiedliche FAI Weltrekorde. #175 hält derzeit Niklas Kahlich mit 477,30Km/h. Die Klasse #196 fordert 2 unterschiedliche Stromquellen am Antrieb, daher der Name „Comb“ (wahrscheinlich von „Combined Sources“). Infos zum Reglement gibt es hier bei SpeedScene.eu.

Im Vorfeld der WR Versuche gab es einige Verwirrungen, was Realisierung und Finanzierung anging. Die Veranstaltung stand kurz auf der Kippe. Im Vorfeld hatten nur 2-3 Piloten Ambitionen angemeldet, und das in der Klasse #175. Bei so wenigen Teilnehmern, und keiner Meldung auf den Rekord #196, machte ich mir Hoffnungen auf einen „Free Shot“ ohne Konkurrenz. Dazu kam es nicht, denn schlussendlich machten noch 3 weitere Piloten jagt auf den alten Rekord aus 2013. Dr. Marcus Koch wollte seinen Rekord verteidigen, Christian Schalk greift in seiner ersten Speeder Saison nach der Krone und Christian Erdt hat auch ein mächtiges Wort mitzureden. Mit Trainingspiloten waren 19 Teilnehmer gemeldet, was die Veranstaltung zu stattlicher Größe anwachsen ließ.

WR_Strecke_Mitte

Blick in die 300m WR Strecke. Standort ist genau in der Mitte.

Taktik und Überlegungen. Im Vorfeld einer solchen Veranstaltung muss man sich Gedanken machen, was persönliche, realistische Ziele sind. Mir ist eines klar: Alle meine Konkurrenten können mit ihren Setups schneller fliegen als ich, das wurde auf der DM 2014 ersichtlich. Fällt eine 485Km/h, wie in Tussenhausen auf der DM, ist mein Traum vom Rekord #196 geplatzt. Auch mit viel Kreativität hätte ich mein 10s Setup mit Powercroco 4234 und 10.4×20 Prop nicht so hinbiegen können, dass ich in diese Regionen vorstoße. Mein Ziel war daher deutlich niedriger gesteckt: Den Rekord #196 von 419,90Km/h auf der 300m FAI Strecke zu überbieten. Mehr nicht! Dieses Ziel habe ich selber in der Hand, da kann die Konkurrenz machen was sie will. Wer am Ende die Nase vorne hat ist zweitrangig. Aber abgerechnet wird immer am Ende, es kann viel passieren auf so einer Veranstaltung. Kurzer Einwurf zum Thema „Konkurrenz“: Das Wort ist kürzer zu Schreiben als die Namen von Christian Schalk, Dr. Marcus Koch und Christian Erdt. Als Speeder hilft und respektiert man sich gegenseitig. Jeder würde dem anderen mit Material und Hilfe beistehen, wenn das nötig ist. Wir sind ein kleiner aber eingeschworener Haufen…

Ich bin gegen 16:30Uhr am Freitag in Ballenstedt eingelaufen. Die Kollegen waren schneller als ich und der Platz sah mit Sicherheitszaun und entsprechenden Absperrungen schon sehr gut aus. Es wurde eilig die WR Messanlage mit den High-Speed Kameras (1000 Bilder/Sekunde) und Glasfaser Netzwerk aufgebaut. Christian und Team haben hier wieder volle Arbeit geleistet. Danke! Ziel war eventuell schon erste Trainings- oder Wertungsflüge am Abend zu starten. Die Wetterprognose war für das Wochenende sehr wechselhaft gemeldet. Als knapp vor 19Uhr alles fertig war setzte Regen ein und der Tag war somit aus Wettkampfsicht beendet. Immer mehr Teilnehmer trudelten im Laufe des Abends ein. Der Samstag begrüßte uns mit etwas Sonnenschein und einem freundlichen Wolkenbild. Ein Großteil der Speederei liegt in einer guten Vorbereitung, die Flüge sind ja mit 60-75s sehr kurz. Akkus alle geladen? 90min Akkus heizen auf 43 Grad, Empfängerakku checken, Propeller richten und montieren, benötigte Werkzeuge bereitlegen. Wie viele Flüge das Wetter zulassen würde war im Vorfeld nicht ersichtlich. Bei den WR Versuchen ist die Strecke 100m länger, als auf der Deutschen Meisterschaft. Hier wird gefordert, dass der Speeder 100m VOR dem Einflug in die Strecke in der Horizontalen ist (min. 5m, max. 35m). Dies wird durch Höhen Judges überprüft, welche Rückmeldung an die Messanlagen Crew liefern. Meinen ersten Flug startete ich mit dem „Light“ Setup (Prop 10.3×17) und den schlappen 10s SLS 5000er, die ich mir bei der DM in Tussenhausen abgekocht hatte. Zu meiner Überraschung war dieser Flug mit einer gewerteten 428Km/h schneller als der alte Weltrekord und somit mein Ziel für das Wochenende erreicht. Es war mir dabei auch egal, dass es Probleme mit den High-Speed Kameras gab, so dass dieser Flug nie zu einem Weltrekord hätte werden können. Ohne Dokumentation gibt es keinen Rekord! Ich war happy und die Anspannung gewichen. Gegen kurz vor 17Uhr am Samstag fliegt Christian Erdt mit 433Km/h einen neuen Rekord. Mein sportlicher Ehrgeiz wird geweckt und ich rüste mein Setup auf die 10.4×20 um. Die 433 im Mittel sind mit der 10.3×17 fast nicht zu schaffen, denn die Flugbedingungen sind suboptimal. Gegen 18:30 am Abend packe ich meine besten Akkus (MyLipo.de 10s 5000er) in den Speeder und frage Christian Erdt, ob er mich als Caller unterstützt. Christian hat das so gut gemacht, dass ich mit 445Km/h seinen 90min alten Rekord überbieten konnte. Er hätte mich auch völlig an der Strecke vorbei dirigieren können, schließlich hatte ich nur einen echten Versuch Links und Rechts, dann waren die Akkus leer. Hat er aber nicht gemacht, das ist besagter Team Spirit in F3 Speed! Klar war er hinterher etwas betrübt, das gehört bei so viel Einsatz dazu. Seine Stimmung besserte sich erst, als mein Typhoon XS auf einem Durchflug nicht in den Highspeed Kameras zu sehen war. Damit war klar, dass Christian den Rekord am 30.08.2014 geknackt hat. Was ich nicht wusste: Rekorde werden pro Datum vergeben, nicht pro Veranstaltung. Wieder was gelernt…

Alex_FirebladeXL

Alex mit seiner Eigenentwicklung: FireBlade XL – eine Seite mit 470Km/h

Am Sonntag sollte es dann zum Showdown kommen. Wir hatten im Vorfeld beschlossen die Weltrekordversuche gegen 14:30Uhr zu beenden, da einige Teilnehmer lange Fahrtstrecken vor sich hatten und das Wetter gegen Abend immer schlechter werden sollte. Christian Erdt konzentrierte sich auf den Rekord #175, war also mit seinem Ergebnis von Samstag zufrieden. Weiterhin im Rennen: Der Titelverteidiger Dr. Marcus Koch und Christian Schalk, der vom Altmeister Erwin Schamburger gecoached wurde. Beide hatten Ambitionen auf die Rekorde #175 und #196, somit eine Doppelbelastung. Gegen kurz nach 11Uhr machte ich mit Niklas Kahlich als Caller einen Versuch mit den frischen Mylipo 10s 5000er Zellen und dem bewährten 10.4×20 Prop. Im ersten Steiger fliege ich nicht sehr hoch, weil hier der Speeder eh noch nicht voll Ausbeschleunigen kann. Mein Setup kann auf der WR Strecke 3 Durchflüge im gesunden Bereich absolvieren, 4 Strecken werden für den Akku schon nicht mehr lustig. Daher ist ein sauberer Flugstil wichtig! Beim nächsten Abschwung hat sich der Typhoon XS von der Geschwindigkeit her schon aufgeschaukelt und durch das Megafon wird eine 428Km/h angesagt. Damit bin ich nah am Rekord von Christian Erdt dran, der bei 433 liegt. Der letzte Durchflug ist jetzt mit dem Wind, und hier muss ich unbedingt treffen, denn für weitere Flüge langt die Kapazität im Akku nicht. Aus 400-500m Anflughöhe stelle ich den Typhoon auf den Kopf und peile die Strecke an. Niklas gibt hilfreiche Anweisungen, damit der 300m Durchflug auch gerade gelingt. Der Speeder ist schnell, es sind wenige Korrekturen nötig. 461Km/h ertönt aus dem Megafon. That´s it … neuer Rekord! Jetzt gilt es sauber zu landen, denn der Speeder darf keine Teile bei der Landung verlieren, sonst ist der Flug ungültig. Anschließend erfolgt die Abnahme. Unter Aufsicht des Wettbewerbsleiters wird das Modell gewogen (75g/dm² Regel), und die Spannungen der Akkus kontrolliert. Wichtig ist auch, dass beide Stromquellen angeschlossen sind. Mir ging es nach diesem Flug richtig gut… :-)

OZA_SmileMir war nach 2 Flügen mit 445Km/h klar, dass ich an diesem Wochenende nicht viel schneller werde Fliegen können. Nun galt es Marcus und Christian aufmerksam zu beobachten. Christian Schalk startete gegen kurz vor 12 Uhr mit seinem Flux zu einem Versuch in #196. Er bekommt eine gültige Messung von 493Km/h mit Rückenwind. Jetzt einen Treffer von der anderen Seite und ich bin meinen Rekord los. Leider löste bei Christian eine der beiden Kameras nicht aus, oder beim Einflug wurde die Höhenaufgabe verletzt. Marcus ging es nicht viel besser. Erst kämpfte er mit einem defekten Rumpf an seinem Speeder, der das Modell nahezu unsteuerbar machte. Nach der Reparatur passte die Trimmung nicht 100%. Auch er verpasste eine volle Wertung wegen nicht auslösenden Kameras bzw. Fehlern beim Einflug. Christian Schalk flog bis 14 Uhr noch 2 weitere Versuche, Marcus flog 3x. Und was soll ich sagen: Von keinem Flug gab es eine 100% Wertung über meinen 445Km/h. Als das Wettbewerbsende ausgerufen wurde musste ich tief durchatmen: Neuer Weltrekord in der Klasse #196!

Combo_Rekorde

Links: Christian Erdt / Tomahawk (433Km/h), Recht: Oliver Zanker / Typhoon XS (446Km/h)

Rückblickend muss ich sagen, dass das Wochenende optimal verlaufen ist. Bei keinem meiner 9 Flüge hatte ich einen Fehler bei der Höhenkontrolle. Den alten Rekord von Dr. Marcus Koch konnte ich 3x überbieten, somit war das selbst gesteckte Ziel erreicht. Alles andere war Bonus. Dass am Ende ein Weltrekord rausspringt hatte ich nur hoffen können. Von der Geschwindigkeit meines Setups war ich unterlegen. Es ist wie im Fußball, da gewinnt auch nicht immer das beste Team. Jetzt geht der Papierkram mit der Weltrekord Akte los. Aber das nehme ich gerne in Kauf. Danke an alle Mitstreiter, die diese Veranstaltung ermöglicht haben!!!

Dokumentation der Setups/Flüge für meine Statistik:

  1. SA 428Km/h (Weltrekord) / 100% / 10.3×17 / SLS / Lipo Hi 70C
  2. SA – / – / 10.3×17 / MyLipo / 51C Vo / 55C Hi / Kein Treffer Anlage
  3. SA 439Km/h / nur eine Seite / 10.3×17 / SLS / Hi 79C / 76s Motor
  4. SA 450Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / 60C
  5. SA 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 65C Hi, 59C Vo / 58s Motor
  6. SO 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 64C Hi, 61C Vo / 62s Motor
  7. SO – / – / 10.4×20 +2Grad / MyLipo / unter 60Ci / 2 Steiger YGE160HV OverHeat
  8. SO 436Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / SLS / Hi 74C, Vo 61C
  9. SO 451Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / Hi 60C, Vo 59C

Externe Quellen und Links:

# RC Network Thread zu den WR Versuchen 2014 in Ballenstedt

# RCGROUPS Thread Typhoon Series and WRV 2014

# RC-Line Forum Thread zu den WR Versuchen

# Infos zur Veranstaltung bei Powercroco.de

# Youtube Kanal mit Videos (Samstag) von den WRV 2014

# Presse Mitteldeutsche Zeitung: Artikel 1 / Artikel 2 / Artikel 3

FAI Weltrekorde #196 in Ballenstedt (2014)

Am Wochenende 30/31.08.2014 fanden in Ballenstedt auf dem Verkehrslandeplatz Weltrekord Versuche statt. Einen ausführlichen Bericht werde ich später erstellen, die Ereignisse müssen erst sacken. :-)

Mein Minimalziel: den von Dr. Marcus Koch in 2013 aufgestellten Weltrekord der Klasse #196 Comb überbieten. Das gelang auf der 300m FAI Strecke bereits im ersten Flug. Danach war der selbst gemachte Druck weg und es konnte weitergehen. Schlussendlich konnte ich am Ende der Veranstaltung mit 446,96Km/h den schnellsten gültigen Flug in meiner Klasse durch die Messanlage verzeichnen. Neuer FAI Weltrekord in der Klasse #196!*

Pilots_Caller

Links im Bild ist Christian Erdt, der Konstrukteur der FAI Weltrekord Messanlage. Er konnte am Samstag den Rekord #196 auf 430,26Km/h steigern. In der Mitte unser Caller Niklas Kahlich. Er hält derzeit den Rekord #175 mit 477Km/h. Rechts im Bild dann meine Wenigkeit mit dem Typhoon XS. Am Sonntag konnte ich den Rekord #196 auf 446,96Km/h verbessern. Weitere Details hebe ich mir für den ausführlichen Artikel auf. Danke an Alle Mitstreiter, die diese Veranstaltung in Ballenstedt 2014 ermöglicht haben!

Abschließend ein erster Einblick in die Papierarbeit, die mich die kommenden Tage und Wochen beschäftigen wird. Der „Preliminary Notification“ muss innerhalb 7 Tage nach dem Rekord durch den DAeC abgezeichnet und bei der FAI eingereicht werden. Dieser erste Schritt wurde durch Michael Thoma vom DAeC eingeleitet. Meinen Dank dafür. Anschließend muss innerhalb 120 Tagen eine vollständige, umfassende Rekordakte mit allen Details (in englischer Sprache) bei der FAI vorliegen. Geht dabei was schief wird der Rekord nicht anerkannt.

Preliminary_Notification_Comb_2014

Mittlerweile kann man sehen, dass die Notification bei der FAI eingegangen ist. Unter folgendem Link mit der Nummer 17298:

http://www.fai.org/record-aeromodelling-and-spacemodelling

FAI_Record_Claim

*in Anerkennung durch den DAeC und die FAI

Weltrekord Versuche 2013 in Ballenstedt

Der letzte Showdown des Jahres steht an! Nach einem Jahr Pause finden wieder Weltrekord Versuche statt, diesmal in Ballenstedt auf dem Verkehrslandeplatz. 20 Startplätze sind ausgeschrieben: Heli- und Flächenpiloten halten sich die Waage. Timo will den Dauerflug Weltrekord übertreffen, Niels mit seinem Jet den Guiness Rekord einstellen. Eine komplette Übersicht der Ausschreibung und Teilnehmerliste findet sich bei RC Network. Die Messanlage der Speeder wurde aufwendig ausgerüstet und mit Highspeed Kameras ausgestattet, was eine solide Dokumentation der Geschwindigkeiten ermöglicht. Dazu gleich mehr.

Die Aufgabe: Die Weltrekord Mess-Strecke

Wie bekannt sein dürfte fliegen wir im Speedcup in einem 200m Korridor (20m breit, Flughöhe zwischen 5m und 35m), welcher am Anfang und Ende mit Pylonen abgesteckt ist. Je nach Setup fliegt man dann mit unterschiedlicher Höhe an (Sturzflug), nimmt also den Speed aus der senkrechten Beschleunigung voll mit. Das ist bei den Weltrekord Versuchen verboten! Hier wird gefordert, dass der Pilot schon 100m vor dem Einflug in die Strecke das Level zwischen 5m und 35m einhält. Gemessen wird der reine horizontale Speed. Überwacht wird die Flughöhe durch Judges, die Verstöße an die Messanlage weitermelden. Die Geschwindigkeiten aus den Speedcups und den WR Versuchen sind somit nicht direkt vergleichbar. Ich konnte mir als Contest Director die Strecke in aller Ruhe anschauen, und 300m sind schon verdammt lang, wenn man mit über 400 Sachen fliegt. Hut ab vor den Leistungen der Piloten. Es gibt ja immer noch Piloten und Zuschauer die meinen Speedfliegen wäre leicht. :-)

Messanlage – Ein Stück High Tech

Die Messanlage wurde von Christian Erdt und Andreas Renicke konstruiert. Christian macht die Technik, Andreas den Papierkram und die Materialbeschaffung. Die Weltrekord Anlage mit 4 Kameras war in Ballenstedt zum ersten mal im Einsatz. Zusätzlich zu den bekannten Kameras wurden Highspeed Kameras installiert (1000 Bilder die Sekunde!). Diese Kameras filmen durch eine Peilstange, welche vorher von einem Vermessungsbüro auf dem Flugplatz eingerichtet wurde. Die Mess-Strecke war laut Protokoll genau 200m und 5mm lang. Diese Highspeed Kameras erzeugen so viel Datenstrom, dass dem nur mit Glasfaser Kabel begegnet werden kann. Eine Menge Technik für möglichst genaue und dokumentierte Ergebnisse. Wie funktioniert die Sache? In die Bilder der Highspeed Kameras wird synchron ein Zeitstempel eingefügt, also auf beiden Kameras die gleiche Zeitinformation. Wird nun ein Flug gewertet, dann nimmt man den Zeitstempel vom Einflug, den Zeitstempel vom Ausflug und hat somit die genaue Flugzeit in den 200m. Daraus wird dann der Speed berechnet. Für eine Wertung muss noch ein Gegenflug erfolgen, damit möglicher Rückenwind eliminiert werden kann. Diese Auswertung ist sehr aufwendig und zeitintensiv. Hier ein Bild von Christian bei der Auswertung.

Auswertung

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Die Messanlage hat sehr gut funktioniert, auch wenn immer mal jemand meckert. Da ich die meiste Zeit direkt beim Geschehen war kennt man seine Pappenheimer. Es gibt Piloten, die bekommen in 95% der Fälle eine Auslösung. Andere bekommen weniger Treffer. Die Anlage ist sicher nicht perfekt, aber in der jetzigen Ausführung schon sehr gut. Jungs, weiter so mit der guten Arbeit!

Heli Dauerflug

Timo Wendtland möchte den Dauerflug Rekord, der bei 1 Stunde und 45 Minuten steht, überbieten. Das Unterfangen findet natürlich nicht in der Mess-Strecke statt, sondern auf dem weitläufigen Gelände in einer ruhigen Ecke. 3 Judges kontrollieren den Flug mit jeweils einer Stoppuhr. Der Heli darf maximal 6Kg wiegen, aber Timo war weit darunter. Unter leichten kreisenden Flugbewegungen spulte er die erste Stunde ab. Ja, leichte Kreise fliegen verbraucht anscheinend weniger Strom, als nur zu schweben. Knapp vor Erreichen des Rekords bei 1:45 war Timo schon nicht mehr so entspannt. Die Anspannung zehrt an den Nerven. Nach einem neuen Rekord von 2h und 31 Minuten beendet Timo seinen Flug und hat damit eine neue Bestmarke gesetzt. Angeblich war da noch Raum für eine längere Flugzeit. Eins muss man bedenken: Der Heli muss an einem Stück gelandet werden, es darf kein Teil abbrechen. Teileverlust führt zur Annulierung. Wer also seinen Akku bis zum bitteren Ende auslutscht läuft Gefahr bei der anschließenden Notlandung seine geflogene Leistung nicht gewertet zu bekommen. Das gilt analog auch für die Flächenflieger: Verliert man ein Teil, der Prop zählt hier nicht mit, wird der Flug gestrichen. Gratulation Timo! Anbei ein Bild des auf Dauerflug optimierten Heli…

Dauerflug_Heli

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Guiness Rekord: RC Modell – Jet

Niels hat sich vorgenommen den Guiness Rekord für Jets einzustellen. Dies ist ihm eindrucksvoll gelungen! Für alle Teilnehmer, und auch anwesende Zuschauer, waren die Flüge von Niels ein Highlight. Schlussendlich liegt der neue Rekord bei gemittelten 709Km/h, das sind fast 200m in der Sekunde. Dabei war der WR Flug nicht sein schnellster Flug. Wir hatten am Samstag morgen einen Flug mit 750Kmh von einer Seite. Leider lief eine der Highspeed Kameras nicht, so dass der Flug nicht dokumentiert wurde. Niels hat es sportlich genommen und zweierlei bewiesen: Dass die Messanlage auch mit über 700 Sachen klarkommt und er diese Leistung jederzeit abrufen kann. Hier ein Bild von seinem Jet.

Niels_Turbine

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Heli Speed Rekord

Es entwickelte sich ein Kampf zwischen dem Banshee Team um Christian Köperl, der auch amtierender Weltrekord Inhaber ist, und dem Henseleit Helicopters Team. Von Heli habe ich leider wenig technische Expertise, daher hier nur meine bescheidenen Eindrücke. Christian konnte schon am Freitag mit 272Km/h gewaltig vorlegen. Diese Bestmarke sollte bis Sonntag bestand haben. Dann gelang es Christian seine eigene Marke noch knapp zu verbessern. Neuer Rekord 273,6Km/h. Der Speed Banshee liegt wie in Brett in der Luft und ist wahrscheinlich dadurch knapp überlegen. Henseleit hat alles versucht, konnte sich aber nicht nah genug herankämpfen. Hier ein Bericht von Stefan Segerer.

Flächen Speeder Verbrenner 10ccm

Bei den Verbrennern gibt es nur eine FAI Klasse bis 10ccm. Die Deutschen DM Klassen bis 6,60ccm (B) und 10-15ccm (D) sind keine FAI Klassen. Dieses Jahr war nur Hartmut angetreten den WR von seinem Teamkollegen Dag zu überbieten. Irgendwie fehlt bei den Verbrennern der Nachwuchs, so dass ich vermute, dass die Klasse langsam ausläuft. Schade, denn ich mag den brachialen Lärm der offenen Reso´s und den Geruch auf dem Flugfeld. Der alte Rekord von Dag liegt bei 405,3Kmh. Die Speedcups zeigen, dass solche Leistungen nur von wenigen Piloten überhaupt erreicht werden können, und dazu die äußeren Bedingungen optimal passen müssen. Das war in Ballenstedt leider nicht der Fall: Leichter Querwind und keine schnelle Luft. Große Tuningmaßnahmen sind nicht mehr zu erwarten, so dass alles stimmen muss, um einen neuen Rekord zu fliegen. Hartmut war mit 402Kmh sehr nah dran, aber gelangt hat es nicht. Einmal flog er 430 mit dem Wind, konnte dann aber gegen den Wind keinen Fabelspeed hinlegen. Hartmut war nur Samstag vor Ort, Sonntag hatte Familie Priorität.

Hartmut

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Flächen Speeder – Der United Kingdom National Record

In Ballenstedt wurde nicht nur um Weltrekorde gekämpft. Stuart nahm mit seiner Frau den weiten Weg aus England auf sich, um den nationalen UK Rekord zu durchbrechen. Auf der Insel gibt es keine Messanlage, mit der man solche Rekorde fliegen könnte. Der alte Rekord steht bei 266Km/h. Stuart flog ein HJK Monster und kämpfte tapfer mit der Mess-Strecke. Er hatte vorher keine Chance zu trainieren, dafür haben wir in Germany die Speedcups. Bis er sich eingeschossen hatte waren die Akkus leer. Bei 2 Flügen hat er es geschafft seine letzte Strecke zu bekommen, also die Akkus schon komplett eingebrochen waren. Schwund bei Akkus ist immer! Nach Coaching von Jens Göbel, und leichtem Druck von seiner Frau, war dann am Samstag der Frust vergessen. Linker Anflug – Treffer, rechter Anflug – Treffer… 314Km/h im Mittel und somit neuer Rekord. Er wollte weiter Speeden, aber Jens hat ihn gebremst. Schließlich galt es nun, dass Monster ohne Schaden zu landen, was auch gelang. Stuart, see you next year to break the 200 Miles/h barrier!

Stuart_Monster

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Der Elektro Combo Rekord

Beim Combo Rekord muss mit 2 unterschiedlichen Energiequellen geflogen werden. Den Rekord hat Ralph Okon seit 2011 inne (372Km/h). Als Titelverteidiger war er natürlich wieder dabei. Daneben griffen Christian Erdt, Marcus Koch und Kai Koppenburg nach dem Rekord. Marcus, Kai und Ralph mit dem Typhoon, Christian mit dem Peregrine Prototypen.

Peregrine

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Alle 3 Herausforderer waren auch in der Unlimited FAI Klasse unterwegs, so dass wenige Flüge in der Combo Klasse geflogen wurden. Der Monster Speeder Peregrine geht an das maximale FAI Reglement (5Kg, 150dm²). Das Ding ist ein Brocken! Die Typhoons sind etwas kleiner, aber immer noch sehr groß. Christian setzte am Freitag mit 455Km/h in eine Richtung eine erste Duftmarke, leider gab es keine komplette Wertung. Dummerweise platzte der Peregrine Prototyp am Samstag in der Luft, als der Angriff auf den Combo Rekord geplant war. Somit waren nur noch Ralph, Kai und Marcus im Rennen. Ralph hatte beim ersten Flug auch einen Komplettverlust seines Typhoon. Der Speeder reagierte im Abschwung nicht mehr auf Befehle und bohrte sich in den Boden. Aus den Resten konnte man keine Ursache mehr ermitteln. Somit blieb der Shootout zwischen Marcus und Kai. Kai hatte sehr schnelle Flüge, aber ohne Wertung. Marcus legte nach und flog knapp 421Kmh, neuer Rekord. Anschließend konzentrierte sich Kai auf den Unlimited Rekord. Gab es da einen kleinen „Nicht Angriffs Pakt“ im Team? :-) Glückwunsch an Marcus Koch zum Combo Rekord.

Angriff auf den Unlimited FAI Rekord

Die alte Bestmarke von David Dzida lag bei 439Km/h. Im Laufe des Jahres 2013 zeichnete sich ab, dass nur ein paar Piloten in der Lage sind auf einem solch hohen Niveau zu agieren. Christian Erdt hat in Siegendorf gezeigt, dass er mit seinem Tomahawk schnell fliegen kann. Mit einem Prototypen (der Peregrine) anzutreten birgt ein gewisses Risiko. Nach dem Verlust des Peregrine flog er mit seinem B-Modell (Fluxkompensator) zumindest einen neuen Österreich Rekord, war aber bei FAI Unlimited aus dem Rennen. Gesetzt waren Kai Koppenburg, Marcus Koch und David Dzida (als Titelverteidiger). Daneben gab es noch 2 Piloten, deren Leistungen schwer einzuschätzen waren. Niklas Kahlich machte sich auf den diesjährigen Speedcups rar. Als Vizemeister in 2012 hat er dennoch bewiesen, dass er immer für vordere Platzierungen gut ist. Jakob Karpfinger war seit seinem DM Titel 2011 nicht mehr bei den Speedern dabei. Er fliegt mittlerweile F5D und trainiert weiter fleissig im Stillen. Dank Studium in München ist er Mitglied der Akamodell TU München. Die Jungs haben mit dem Bathlet bewiesen, dass sie Sieger Modelle entwickeln können. Nun tauchte Ende 2011 auf der Website der Akamodell ein Bild eines neuen Speeders (Name „Tanto“) auf. Das bescheidene Ziel: Ein neuer Weltrekord in Unlimited FAI (Klasse #175)! Man wächst an den Herausforderungen.

Akamodell_Tanto

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Der Tanto zeigt radikale Merkmale: 6 Blatt Klapp Prop an einem Pyro 800 (ein 5020 / 14 Poler), Akkus komplett in der Fläche, die Fläche sitzt auf einer Art Pylon (die Fläche liegt im hinteren Drittel komplett frei). Der Leitwerksträger ist sehr lang und dünn. Die 2,4Ghz Antenne geht durch den Tragflügel auf die Oberseite. Jede Menge neue Konzepte, die zumindest offiziell noch nicht gezeigt haben, wo deren Leistungsgrenze liegt. Um es vorweg zu nehmen: An dem Wochenende war komplett der Wurm drin! Das A Modell schlug nach wenigen Sekunden ungesteuert ein, Totalschaden. In einer Nachtschicht wurde das B-Modell aufgebaut und am Samstag früh auf einem anderen Modellflugplatz getestet. Danach gab es massive Probleme mit den Kontronik Reglern, welche dem Leistungshunger des 6 Blatt Props nicht gewachsen waren. So war keine volle Leistung abrufbar, was sich in einem 320er Speed darstellte. Der Tanto und Jakob haben sich an dem Wochenende unter Wert verkauft. Ich bin mir sicher, dass es nicht am Piloten lag. Hier wurde, meiner Meinung nach, versucht zu viele neue Konzepte auf einmal in einen Speeder zu packen. So hätte man mit einem der bewährten Powercroro / YGE Setups konkurrenzfähige Leistung zur Verfügung gehabt. Dann hätte man gesehen, wie der Tanto die Leistung in Speed umsetzt. So aber blieb ein Wochenende voller Frustration für das komplette Team der Akamodell München.

Kai legt am Freitag Morgen mit einer 443 im Mittel vor, verzichtet aber auf eine Auswertung seines Fluges. 12:29 fliegt Niklas eine 439Km/h und schrammt damit knapp am bisherigen Rekord von David vorbei. Um 12:46 wird Kai im zweiter Flug mit 470,6Km/h gemessen und setzt die Hürde für die Konkurrenten sehr hoch. David greift ab Samstag ins Geschehen ein und setzt weiterhin auf sein WR Modell von 2011 (vergrößerter F5D Flieger). Er hat Durchflüge von mehr als 450Kmh auf dem Tacho, leider keine komplette Wertung. Samstag Mittag platzt sein A Modell in der Luft, was seine Stimmung spürbar drückt. Am Sonntag ist David abgereist und somit hat er die Titelverteidigung aufgegeben. Ab Sonntag Vormittag ist plötzlich die Situation gegeben, dass niemand mehr Fliegen möchte. Leerlauf im Wettbewerb, keine Platzhalter mehr auf dem Tisch! Somit gilt ab jetzt: First come, first serve. Marcus hat seinen Combo Rekord und greift in Unlimited FAI nicht mehr an. Um 10:39 tritt Niklas mit einem Fluxkompensator an, die Fläche wurde in Kooperation mit Erwin Schamburger gebaut. Mit nur einem 10s Setup ballert er eine 476,8 in die Strecke und verdrängt Kai von Platz 1. Dabei war der Flug alles andere als sauber: Es waren Korrekturen dabei, die Wetterbedingungen waren nicht optimal, die Luft nicht die schnellste. Trotzdem schafft Niklas diesen Speed. Kai setzt zum Gegenangriff an, fliegt aber einen Versuch ohne Wertung. Beim nächsten Angriff steuert sein Typhoon ungesteuert in den Boden. Die Reste des Rumpfes stecken 60cm tief in der Erde und müssen mit dem Spaten geborgen werden. Kai macht sein Ersatzmodell starklar und jagt einen Akkusatz nach dem anderen durch. Alleine in der letzten Stunde vor Ende der Veranstaltung hatte er sicher 5-6 Flüge! Niklas hatte es sich derweil mit einem Kaltgetränk gemütlich gemacht und beobachtete die Aktivitäten von Kai. Trotz aller Anstrengungen war die Topmarke von Niklas am Sonntag nicht mehr zu knacken. Punkt 16:00 Uhr endete die Veranstaltung mit einem verdienten Sieger Niklas Kahlich in der Klasse #175 Unlimited FAI. Die neue Bestmarke liegt somit bei 478,6Km/h. Die 500er Schallmauer rückt langsam in Reichweite…

Abschließend alle Ergebnisse im Überblick:

  • #175 / Niklas Kahlich – NEU 478,69Km/h
  • #196 / Dr. Marcus Koch – NEU 420,94Km/h
  • #203 / Christian Köperl – NEU 273,63Km/h
  • #199 / Timo Wendtland – NEU 2:31h
  • UK National Record – Stuart McFarlane – NEU 314,55Km/h
  • AT National Record – Christian Erdt – NEU 253,86Km/h
  • Turbinenmodell (Guiness-Rekord) – Niels Herbrich – NEU 709Km/h

Links, Videos und weitere Quellen:

Video Niels Turbie 709Kmh: http://www.youtube.com/watch?v=sa-TSNeTK-A

Video Hartmut Verbrenner: http://www.youtube.com/watch?v=D5jw-LoWnXI

Video TDR Henseleit: http://www.youtube.com/watch?v=MRh9vPYHY6M

Video Speed Banshee: http://www.youtube.com/watch?v=myxp7e1J-1o

Video Peregrine Christian: http://www.youtube.com/watch?v=qz7JJsGRV2w

Video Fluxkompensator Niklas: http://www.youtube.com/watch?v=C89CLbio0Cg

Video Typhoon Kai: http://www.youtube.com/watch?v=LWkK-2Z7c7M

Video Typhoon Xs Marcus: http://www.youtube.com/watch?v=8Ozq_iZx8Hc

Video David Dzida: http://www.youtube.com/watch?v=xNhjwmv_btg

Video Akamodell München: http://www.youtube.com/watch?v=eIglGKz17Xk

Link: Stuart McFarlane Webseite

Link Bilder und Kommentare: Andreas