Speedcup Siegendorf (AT) 2014

Der Speedcup in Siegendorf ist das erste Highlight im Speederkalender 2014. Auf keinem mir bekannten Modellflugplatz ist der Flugraum besser zum Speeden geeignet. In Deutschland müssen wir da schon einen manntragenden Flugplatz mieten, um ähnlichen Luftraum zu bekommen. Nachteile: Lange Anreise von meinem Wohnort und nervige Stechmücken am späten Abend. Jeder Kilometer war es wert, so viel vorab!

Zeit für den Erstflug meines neuen Flaggschiffs! Der Typhoon XS von Marcus Koch in einem von mir bestellten Spezialdesign. Eine Schönheit in Spread Tow…

Sieg14_06Sieg14_05Schwarz muss schon sein, für mich, und die Messanlage natürlich. Staudruckrohr ist gleich in der Fläche mit eingebaut, doppelte D-Box, komplettes HV Setup mit Graupner DES 930 BB MG und Gegenlager, Gigaflaps am HLW und ordentlich Platz im Rumpf. Meine alten 3500er Akkus aus dem Flux nehme ich zum Einfliegen, dafür ist Siegendorf ideal. Viel Platz, und immer etwas Wind, damit die Fuhre im Endanflug auch etwas abbremsen kann. Folgende Bilder habe ich von Florian Müller (Copyright) übernommen:

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Mir waren 4 Flüge gegönnt, um mich langsam an den Vogel zu gewöhnen. Richtig ausgetrimmt fliegt sich der Typhoon sehr einfach und man kann sich auf die wesentlichen Aufgaben des Speedens konzentrieren: Die Anlage zum Auslösen zu bewegen! Mit schlappen Akkus und der 10.5×17 bin ich 395Km/h im Mittel geflogen. Mein Ziel einer 400er Wertung ist mir auch im dritten Jahr Speedcup bis jetzt nicht gegönnt. Motor ist ein PC4234, 45er Mittelteil, YGE160HV, 10s 3500 Akkus (SLS XTron 30C und Gens Ace 60C).

Konfuzius sagt: Benutze immer den Motor Kill Switch deiner Anlage!

Warum nur 4 Flüge an einem 3 tägigen Speedcup? Das mag sich mancher Leser gefragt haben. Nun, ich schaffe es immer wieder meine Speeder in einen flugunfähigen Zustand zu versetzen. Talent, zumindest in dieser Technik, ist mir in die Wiege gelegt. Was war passiert: Ich wollte den ersten Flug mit kompletter Unilog Bestückung durchführen (Speedrohr, Drehzahl, Stromsensor). Dabei kommt leichter Stress auf, weil eine Menge an Kabel verstaut werden will. Meine Anlage lag link neben dem Modell. Anlage an, Modell Strom an, Servo Check, Akkus angeschlossen, Flügel aufgeschraubt. Dann tape ich immer noch vorne und hinten mit Coroplast den Flügel ab. Ich schiebe also den Typhoon auf dem Tisch nach links, so dass der Flügel vorne Luft zum abtapen bekommt. Dabei kommt ich mit dem Flügel an den Gasknüppel meiner Anlage, 7KW Motor laufen los! Im Reflex drücke ich den Typhoon auf den Tisch und ziehe das Teil zurück. Der Prop kommt an die Tischkante und explodiert sofort. Nach einer Schrecksekunde kann ich den Motor abstellen. Einige Kameraden in meiner unmittelbaren Umgebung sind leicht blass im Gesicht. Sorry Jungs!!!! Von dem Prop sind nur kleinste Splitter übrig geblieben. Einige stecken in meinem Unterarm, aber keine große Sache. Der Tisch hat auch einige Macken abbekommen. Viel, viel Glück gehabt, dass hier nichts schlimmeres passiert ist. Meine MPX Royal hat einen „Kill Switch“ für den Motorkanal, um genau solche Probleme zu vermeiden. Nur aktiviert hatte ich den Switch diesmal nicht! Die Reste des 10.5×17 Props habe ich mir an eine Schnur gebunden, welche von nun an als Warnung in meinem Zelt hängen werden. Spart euch diese Erfahrung! Äußerste Vorsicht beim Umgang mit „scharfen“ Fliegern. Wir hatten im Verein schon tiefe Schnittwunden mit Easy Glider Antrieben. So ein Speeder ist noch um einiges schlimmer, also trefft entsprechende Gegenmaßnahmen.

Sieg14_09Nach dem Vorfall habe ich alles demontiert und mir eine 1h Pause zum runterkommen gegönnt. Ein nächster Flug sollte mir leider nicht mehr gegönnt sein. Das linke QR Servo hat sich bei dem Unfall verabschiedet. Beim Runterdrücken des Typhoons auf den Tisch habe ich die Linke Klappe gegen die Tischkante gedrückt. Da ist jetzt eine kleine Macke. Somit hat sich das Servo gegen mein Körpergewicht wehren müssen. Ich habe gewonnen, das DES 930 HV hat verloren. Wie ich das Servo ausgetauscht habe ist hier dokumentiert.

Splitter – Was gab es noch zu sehen?

In Siegendorf war der erste offizielle Showdown der Limited und Holzklasse. Dabei zeigte sich, dass zwar etliche Flieger darauf zugeschnitten sind, aber nur sehr wenige Regelkonform bewegt wurden. Einige Piloten wollten auch nicht in die Rangliste aufgenommen werden. Das Reglement Problem vieler Piloten: Es hätte Blei im Flieger gebraucht, um den gegebenen Akku mitführen zu dürfen. Markus Schweinhuber zeigte einen gut abgestimmten Monster 1.1, den er schlussendlich mit 412Km/h im Mittel durch die Anlage jagte. Platz 1 in der Limited Wertung bis jetzt. Die Holzspeeder waren knapp darunter, aber 385Km/h wurde mehr als einmal erreicht. In Spelle kommt der finale Shoot Out der neuen (inoffiziellen) Klassen für 2014, da bin ich mir sicher.

Es gab 2 Brände zu vermelden. Am Samstag brannte ein Weizenfeld in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz (hier Bilder und Infos). Der Jugendtruppe um Erwin Schamburger ist ein 2/3 Holzspeeder im Landeanflug abgestürzt. Kurz davor wurde das betreffende Weizenfeld abgeernet. Als ich den Jungs helfen wollte den Flieger zu bergen, bemerkte ich Rauchschwaden im Feld. Erster Gedanke: Absturz, Lipo, trockenes Feld …. wir sind Schuld! Nach einiger Hektik …. gemeinsamer Löschversuch, Feuerwehr, Polizei … stellte sich heraus, dass der Flieger an einer ganz anderen Stelle abgestürzt ist, und nachweislich nicht den Brand verursacht hat. Da hat wohl der Mähdrescher Funkenflug verursacht und einige Minuten später hat ein Windstoß das Feuer entfacht. Mehr Spannung als nötig, aber alles gut ausgegangen. Am Sonntag brannte die Hütte des Gastgeber Vereins. Na ja, es brannte nicht offen, aber es schwelte die Wand direkt neben dem Stromgenerator. Erschwerend kam hinzu, dass die Wand mit ordentlich Torx Schrauben befestigt war. Es hat gedauert, bis wir das gelöst hatten. Schlussendlich ist es glimpflich ausgegangen. Die Umgebung in Siegendorf hatte seit 6 Wochen keinen Tropfen Regen gesehen. Hätten wir den Feldbrand am Samstag nicht eingedämmt, bis die Feuerwehr eintraf, wäre wahrscheinlich ein großer Landstrich an Weizenfeldern in Flammen aufgegangen. Dann wäre Schluss mit Speeden gewesen…

Mein Moskitonetz über dem Hut wurde zuerst belächelt, dann habe ich gelächelt, als die Kollegen vor den Stechmücken geflüchtet sind. Ich bin eigentlich immer für gemeinsames Camping auf dem Flugplatz, zumal die Lage in Siegendorf wirklich schön ist. Aber durch die Nähe zum Neusiedler See hat es einige Stechmücken. Das sind nicht nur wenige Exemplare, das sind Horden. Und die warten nur auf leckere Modellflieger. Tagsüber kein Problem, nur ab 21:30 ist die Schonzeit vorbei. Mein Hotel hatte Fliegengitter vor den Fenstern… :-)

Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Verein in Siegendorf, der seinen Platz für uns öffnete. Peter Erdt hat sich voll ins Zeug gelegt, um uns lecker zu verköstigen. Allen Helfern ein großes und dickes DANKE! Wenn es sich terminlich einrichten lässt komme ich gerne wieder nach Siegendorf! Ich denke, ich spreche hier auch im Namen der Kollegen. Wir haben uns sehr wohl gefühlt bei euch.

Erwin Schamburger hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und ist mit kompletter Jugendtruppe aufgelaufen. So können die Jungs mal sehen, welche Sparten an Wettbewerb es gibt. Geschlagen haben sich die Youngster sehr gut. Es gab einige Wertungen mit folgenden Modellen: 2/3, Gixxer, Speed Ninja, Vollstrecker. Vor allem der Gixxer ist immer ein Highlight für mich, weil die Jungs den im Rückenflug starten (Tiefdecker!). Erwin wird einen Bericht für die FMT erstellen, also Obacht in nächster Zeit. Erwin, Danke für deinen Einsatz zur Nachwuchsförderung und Öffentlichkeitsarbeit!

So, habe fertig. Die nächsten Speeder Termine stehen an. Zum einen die Deutsche Meisterschaft in Tussenhausen. Dann, wenige Wochen später, die Weltrekord Versuche in Ballenstedt. Abschließend hier der Link zu den Ergebnissen aus der Messanlage und noch einige Bilder. Let the Air burn!

Speedcup Siegendorf (AT) 2013

Der Speedcup in Siegendorf ist beendet, die Wunden werden ab jetzt geleckt. Dazu später mehr. Bei nahezu idealen Flugbedingungen trafen sich die Speedjünger beim MFC Siegendorf, um für die nahende Speed DM in Osnabrück an den Setups zu feilen. Christian und Team haben optimale Bedingungen geschaffen, um viele Flüge zu ermöglichen. Der Flugplatz ist dazu optimal: Weit entfernt von jeglicher Bebauung, so dass kaum Flugzeiten zu beachten sind, keine Bäume im Flugsektor, die Sonne ab 11Uhr im Rücken. Dank einer überschaubaren Teilnehmerzahl waren viele Flüge realisierbar. Eine sehr entspannte Veranstaltung. Danke an Christian und das Team vom MFC Siegendorf!

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Wo gehobelt wird, da fallen Späne!

Den Spruch kennt jeder, man hofft aber, dass es einen selber nicht trifft. Tja, diesmal war das Speederglück nicht jedem gegönnt. Die Speedflieger werden im Grenzbereich bewegt, was jegliche kleine Fehler zu einem Desaster werden lassen kann. Dabei hat man Glück im Unglück, oder eben nicht. Ich lasse zuerst ein paar Bilder sprechen…

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Christian testete in seinem Tomahawk T ein 14s Setup für die kommenden WR Versuche. Bei Flug No.1 hatte der Steller noch ein „Voltage Cut Off“ als Selbstverteidigung aktiviert. Dies wurde in Flug No.2 deaktiviert. Im Flug hat dann wahrscheinlich eine Zelle im Pack das Zeitliche gesegnet und angefangen zu brennen. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen: Smoke on! Mit sichtbarer Rauchfahne hat Christian den Tomahawk routiniert gelandet und die Helfer standen schon mit Werkzeug parat, um zu retten, was zu retten war. Ich glaube Motor und Fläche waren noch brauchbar, der Rest ist Sondermüll. Übel riechender noch dazu.

Sascha hatte weniger Glück. Von seinem Scimitar blieb nichts mehr übrig, als der Speeder mit 400 Sachen senkrecht in das angrenzende Weizenfeld eingeschlug. Out of Control blieb nur die unangenehme Situation des Zuschauers. Nach kurzem Rauchzeichen starteten wir eine Bergungsaktion im Feld. Der Scimitar musste mit einem Spaten ausgegraben werden. Rest in Peace!

Ralph sein Speed Segler erwischte ein Luftloch im Landeanflug, was einigen Schaden verursachte. Jochen beklagte bei seinem ersten 6s Flug im 4/5tel Speeder einen Motorplatzer (Scorpion 3026). Ich selbst kam mit Glück im Unlück davon. Nach dem 5ten Flug am Freitag verabschiedete sich mein HLW Servo im Flux. Allerdings erst nach der erfolgreichen Landung! Passiert sowas im Flug nehme auch ich den Spaten und eine ausreichend große Tüte mit zur Bergung. So blieb mir nur das zweifelhafte Vergnügen den Flux aufzuschneiden und das Servo gewaltsam zu entfernen. Aber er lebt noch!

Thema Messanlage. Die Erkennungsraten waren diesmal optimal. Wer sauber fliegt bekommt immer eine Messung. Neu ist ein akustisches Signal, wenn eine Erkennung der Kameras vorliegt. Dies signalisiert dem Piloten sehr genau, wie optimal die Flugbahn getroffen wurde und lässt somit sofortige Korrekturen zu. Eine klare Verbesserung. Ich habe mir die Arbeit des Messanlagen Operators erklären lassen und konnte nach 2-3 Runs weitere Flüge alleine managen. Der Betrieb ist nach einer kurzen Eingewöhnung sehr einfach.

Eigener Anspruch versus Realität: Was man aus Logdaten lernen kann…

Mein Jahresziel ist endlich eine komplette Wertung über 400 Km/h zu erziehlen. Das dies kein Kindergarten ist war mir von Anfang an klar. Nicht jedoch, dass die Hürde auch mit nahezu optimalem Material so hoch liegt! Als Einleitung empfehle ich die Lektüre „Gedanken zum Antrieb“ von Ralph Okon, welche auf Powercroco.de zu finden ist. Die Ausgangslage ist wie folgt:

  • Modell: Fluxkompensator
  • Motor: Powercroco 4234 (Hammerantrieb!)
  • Akkus: 10s / neu und mit Dampf!
  • Steller: YGE 160HV
  • Propeller: 11×20 aus eigenen Formen
  • Fähigkeiten des Piloten: Na ja … wir schweigen lieber! :-)

Der Antrieb lief auf dem Prüfstand von Ralph mit einer 10.4×20 bei 18800 Touren und weit jenseits von 200A. Ich habe mir allerdings eine 9.4×20 auf den Flux geschraubt, weil ich dachte dies würde locker für 400 Sachen langen. Weit gefehlt! Im letzten Flug am Freitag, das war mein Erlebnis mit dem HLW Servo im Flux, hatte ich zum ersten mal einen Logger im Flug dabei. Sonst habe ich nur sporadisch Standmessungen durchgeführt, weil das Loggerzeug damals nicht in den Flux passte. Jetzt mit neuen Zellen und einer anderen Anordnung ergeben sich neue Möglichkeiten. Exemplarisch hier ein Auszug vom letzten Run des Fluges. Die Akkus waren somit nicht mehr frisch, hatten am Ende der Strecke aber immer noch 33,5V Lastspannung. Alles im grünen Bereich.

Unilog_PC4234_9.4x20Drehzahl ist hier ca. 19000 bei etwas über 150A Strom. Gibt man diese Werte in den Speed Rechner ein, so ergibt sich folgendes Bild:

Speedcalc80% Pitchspeed, was mit einem Flux durchaus im realistischen Bereich liegt, ist bei ca. 460Km/h. Wenn man sich aber meine Ergebnisse ansieht, dann kommt das in der Realität nicht an. 370, 380, 418Km/h waren meine Messungen. Keine 100% Wertungen wohlgemerkt, daran hapert es noch. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich die Strecke nicht treffe und wohl ein lausiger Speeder bin: Was ist da los? :-)

Lesson learnd…

Ich habe mir die Logs geschnappt und mich mit Ralph besprochen, da er unbedingt Ahnung von der Materie, und reichlich Erfahrung im Auswerten von Logdaten hat. Mysterium No.1: Der Strom vom Speed Rechner passt nicht zu den Logdaten aus dem Flug! Erklärung: Jede Luftschraube hat einen eigenen Exponenten, der sehr deutlich in die Rechnung einfließt. Für die 11×20 liegt dieser im Bereich 2.92 und nicht bei 3.0, was der Standard Einstellung im Speed Rechner entspricht. Und siehe da, auf einmal passen die Ströme bis auf ein paar Ampere genau. Der Exponent ändert sich sehr deutlich, wenn man zwar den 11×20 Prop verwendet, aber auf ein Mehrblatt Setup wechselt (3 Blatt oder 5 Blatt Setup z.B.).

Mysterium No.2: V-Pitch und erreichte Fluggeschwindigkeit weichen stark voneinander ab! Dies ist nicht ganz so einfach zu erklären, und ich hoffe die Sachlage richtig in Erinnerung zu haben. Drehzahl des Propellers und Schub sind unabdingbar miteinander verbunden. Dies wird natürlich noch vom Modell (aerodynamisch oder Typ Schrankwand?) und dem Fluggewicht beeinflusst. Wenn der Schub nicht zum Modell passt quirlt der Prop nur Luft und „greift“ nicht richtig. Genau das scheint in meinem Fall zu passieren. Die Drehzahl ist mit 19k mehr als ausreichend, nur der Schub scheint nicht zum Modell zu passen. Ralph meint, dass man das auch im Log sehen kann. Ich sehe da noch nicht viel, was aber hoffentlich an mangelnder Erfahrung liegt. Greift der Prop sollte man das an der Stromkurve deutlich sehen können, da der Strom deutlich fallen muss. Bei mir fällt der Strom aber nur in der ersten Phase von über 160A bis knapp unter 150A. Hätte ich den Höhenverlauf noch in das Log gepackt würde man sehen, dass der Flux hier senkrecht beschleunigt. Danach steigt der Strom wieder etwas über 150A und bleibt dann in ungefähr konstant. Dies ist die Phase, als der Flieger durch die Strecke geht (horizontaler Flug). Fazit: Der Schub passt nicht zum Modell, der 9.4×20 Prop kann dadurch nicht in den optimalen Bereich gelangen. Mögliche Lösung? Größeren Propeller verwenden! Wie groß muss der Propeller sein? Na…. genau richtig für die angestrebte Geschwindigkeit. Versuch macht klug. Dazu bin ich in Siegendorf leider nicht mehr gekommen, da das HLW Servo im Flux abgeraucht ist. Auf der kommenden Deutschen Meisterschaft in Osnabrück werde ich den Beweis dieser Thesen angehen. Stay tuned!

Lesson learned! Speedfliegen ohne Logger ist sinnbefreit, wenn man weiterkommen möchte. Ohne genug Daten hat man wenig reale Chancen, um sinnvolle Verbesserungen umzusetzen. Danke Ralph für deine Denkanstösse und deinen Erfahrungsschatz bei der Analyse von Logdaten!

Weitere Bilder auf der Webseite von Andreas: Siegendorf 2013

Speed Motoren – F3 Speed / Speedcup

Immer mal wieder werde ich per eMail gefragt, welche Motoren man in F3S bzw. im Speedcup einsetzen kann. Eine kleine Auswahl möchte ich hier dokumentieren. Diese Auflistung ist natürlich nicht komplett, auch andere Motorentypen als Scorpion Modelle können und dürfen eingesetzt werden. Von Kontronik, Strecker, Hacker bis Lehner ist auf einem Speedcup alles zu finden. Ich habe nur Scorpions, man sehe es mir nach….

Fangen wir mit den „kleinen“ Motoren an und arbeiten uns dann langsam hoch. In meiner Ninja Speed hatte ich einen 3026/1400 an 6s Lipo Zellen im Einsatz. Als Regler diente ein 30$ Modell vom Chinesen (SS 190/200A), welcher klaglos seinen Dienst verrichtete. Dieses Setup war ganz nett für den Start in den Speedcup. Da der 3026 nicht mehr produziert wird, kann man die gezeigten Umbauten auch an einem 3226 vornehmen. Zuerst baut man die Welle um, der Motor läuft in Rückspantmontage. Ein Spannring sichert die Glocke, damit diese nicht vom Stator gezogen wird.

05-HK3026-1400 Als Spinner dient ein Graupner Präzisionsspinner mit 38mm Durchmesser. Die Alugrundplatte wird passend abgedreht, damit alles sauber mit dem Motor fluchtet. Propeller hier im Bild ist ein EPS 7.1×11. Dieser Propeller wird von mir selber gebaut und darf so NICHT am 3026 verwendet werden! Auf dem Bild ist der Prop ungekürzt und dies würde für den Motor den raschen Tod bedeuten, da deutlich zu viel Leistung abgefordert wird. Mit einem auf 6.5″ bis 6.4″ gekürzten Prop konnte ich 30000 Touren erreichen. Als leichtes Setup für eine Ninja Speed, 4/5 bzw. Gixxer optimal. Für einen 2/3, der als Bauplan im vth Verlag erhältlich ist, wäre das ein Killer Setup. Erwin Schamburger hat den 2/3 für Funjet Antriebe mit 3-4s Lipo ausgelegt.

Nächster Motor ist ein umgebauter Scorpion 4020/1400. Ich konnte den original Motor sehr günstig bei eBay erstehen und habe ihn dann von Christian Erdt umbauen lassen. Mein Modell ist mittlerweile ein Fluxkompensator mit 10s Setup. Der Motor hat nach der Umwicklung ca.1000K/V und dicken Kupferdraht als Wicklung erhalten. Die Welle ist ein 8mm Titan Modell mit Innengewinde an beiden Enden. Alle Motoren werden nur in Rückspant Montage betrieben, so auch der 4020 High RPM.

08-HK4020-High-RPMDer Propeller ist ebenfalls ein EPS 7.1×11 und dieser kann nun ohne Spinner auf die 8mm Welle aufgeschoben werden. Als Mitnehmer für den Prop dienen M4 Madenschrauben. Der Prop wird mit einer M8 Plastikmutter handfest angezogen und anschließend macht eine Spinnerkappe die Sache aerodynamisch.

10-HK4020-High-RPMDie Welle sichert eine M4 Schraube mit Unterlegscheibe. Diese hindert die Glocke daran, sich vom Stator zu ziehen. Nachfolgend ein Bild dieser Lösung…..

09-HK4020-High-RPM

Der 4020 war ein ganz heißes Eisen! Christian hat mich gewarnt den Motor mit 10s Lipo einzusetzen. Auf dem Championat 2012 in Osnabrück bin ich mit nur 9s Lipo angetreten. Flug Nummer 1 brachte 432Km/h auf einer Seite, also ganz ordentlich. Bei der Landung zeigte sich dann, dass der Lipo so stark gefordert wurde, dass der Schrumpfschlauch angefangen hat zu schmelzen. Den ersten Flug habe ich mit einer ungekürzten 7.1×11 geflogen, später bin ich dann bis 6.5×11 zurück gegangen. Nun war alles im grünen Bereich. Drehzal mit 9s schon über 30000. Im letzten Durchgang am Sonntag habe ich den 10s Pack in den Flux geschoben. Sekt oder Selters. Wow, was für ein Sound! Drehzahlen geschätzt bei 33-34000 Touren, die Blattspitze nahe Mach 1. So einen Speed (und Lärm!) hatte ich mit dem Flux noch nie erreicht. Aber, die Messanlage habe ich mit der Power nicht getroffen, und nach 3 Runs hat der YGE 160HV wegen Überlast seine Arbeit eingestellt. Aktuell habe ich den Motor mit einer etwas zahmeren Wicklung für 10s Lipo vorliegen. Tests und Logs stehen noch aus.

Der Wirkungsgrad der High RPM Setups ist nicht sonderlich hoch. Bei mir waren es um die 60% eta, was mich schlussendlich dazu bewogen hat größere Motoren einzusetzen, die natürlich langsamer drehen. Der Wirkungsgrad langsam drehender Motoren und größerer Luftschraube ist deutlich besser, das belastet den Akku weniger. Man kann mit gleichem 10s Setup mehr Runs pro Durchgang fliegen. So erhöht man seine Chancen auf eine komplette Wertung (Durchflug Links + Rechts). Scorpion bietet mit dem 4225-610 „Limited Edition“ ein Modell an, welches mit einem 1,35er Draht gewickelt ist. Diese Wicklung sollte die Belastungen im Speedbereich ertragen können. Der „Klingeldraht“ der normalen Motoren macht das im rauen Alltag wahrscheinlich nicht lange mit. Damit ist der Limited Editon ein Speedmotor direkt aus der „Box“. Einzige Arbeiten an dem Motor waren Rückspantmontage, Umbau auf 8er Titan Welle und Mitnehmer der Klappluftschraube.

03-HK4225-610Luftschraube ist eine 8.5×17 Klapp (Original 11×17) auf einem 45er Spezial Mittelteil. Dieser Motor wird meine Basis für die Saison 2013. Setup im Fluxkompensator: 10s/3500er mit YGE 160HV. Ach ja, der 4225-610 hat nur 8 Pole (ein 12N/8P), was nicht optimal sein soll wegen einem größeren Rastmoment. Die Motoren Gurus schwören auf 12N/10P. Um einen Vergleich zu haben konnte ich in der RC Network Börse einen Powercroco 4225 12N/10P erwerben. Dieser ist von Dr. Ralph Okon (Powercroco) handgewickelt und war für einen Heli Piloten bestimmt. Nach meinem Umbau sollte er gute Dienste im Speedbereich leisten…

11-PC4225Hinten am Motor ist bereits der Flux Becherspant montiert. Der Fluxkompensator hat ein „Schnellwechsel System“. Der Motor wird auf den Spant geschraubt und dieser passt dann saugend in den Rumpf. Der Spant wird mit 3x M3 Schrauben von Außen gesichert. Einfach und sauber. Dieser Motor dreht etwas weniger als der 4225-610, so dass eine Luftschraube mit größerer Steigung eingesetzt werden muss. Aus eigenen Formen kommen daher gekürzte Varianten der 11×20 Klapplatte zu Einsatz.

Noch eine Nummer größer ist der HK 4035 V3. An dem Motor habe ich noch nichts umgebaut, weil mir noch die 8mm Welle fehlt. Geplant ist eine Dampfhammer Wicklung mit 1,8er Draht. Luftschraube wird eine gekürzte Variante der 11×20 Klapp, eventuell auch als 3 Blatt….

14-HK4035 Als Krönung habe ich mir ein besonderes Exemplar von Powercroco gegönnt. Ein 4234 mit 1,7er Wicklung. Diesen Motor möchte ich, wenn alles gut geht, auf der Deutschen Meisterschaft 2013 einsetzen. Er hat so viel Power, dass Ausreden nicht mehr zählen!

17-PC4234Mein „Problem“ mit dem Motor ist sein höheres Gewicht. Um die 75g/dm² Regel einzuhalten, müsste ich meinen Flux enorm abspecken. Aktuell erörtere ich die Möglichkeiten. Z.B. konnte ich bei einem 10s 3700er Akkupack knapp 60g einsparen, indem ich alles entfernt habe, was nicht der Leistung dient. Schutzplatten auf den Lipos, lange Kabel, Isolierungen und Schrumpfschlauch sind dezent, wiegen aber alle zusammen einige Gramm. Es fehlt noch einiges zum Gewichtslimit und ich werde nichts überstürzen und mit Bedacht vorgehen.

16-PC4234So, dies war meine kleine Serie an Speedmotoren von Scorpion. Jedem, der die schnellen Modelle liebt, empfehle ich einen Speedcup zu besuchen. Dort trifft man Gleichgesinnte und kann viel Erfahrungen sammeln. Man sieht sich an der Flight Line!

Nachtrag 15.12.2015 – Gewichte Scorpion Motoren:

  • 3026 – 199g
  • 3226 – 239g
  • 4025 – 360g
  • 4035 – 460g
  • 4225 – 400g
  • 4235 – 510g
  • 4526 – 480g
  • 4525 – 500g
  • 4530 – 560g
  • 4535 – 660g
  • 4540 – 720g
  • 5020 – 520g
  • 5025 – 560g
  • 5035 – 730g
  • 5040 – 880g

Nachtrag 09.07.2018 – Gewichte Kontronik Pyro Motoren:

  • MicroPyro – 155g
  • MiniPyro – 190g
  • Pyro 600 – 235g
  • Pyro 650 – 295g
  • Pyro 700 – 390g
  • Pyro 750 – 450g
  • Pyro 800 – 490g
  • Pyro 850 – 575g
  • Pyro 900 – 685g
  • Pyro 1000 – 860g

Nachtrag 11.03.2019 – Gewichte Align Heli Motoren:

  • 730MX – 380g
  • 750MX – 450g
  • 800MX – 510g
  • 850MX – 570g

Die Gewichte der einzelnen Motoren können je nach Art der Wicklung, Statorlänge, Titanwelle, abgedrehte Glocke etc. geringfügig von der Auflistung abweichen.