Projekt-X – eine Speed Neuentwicklung

Prototypen haben kein sehr langes Leben. Man hofft ja immer das Gegenteil, aber die Realität ist erbarmungslos. 8 Flüge hat Projekt-X No.1 gehalten. Dazu aber mehr am Ende dieses Postings. Der Einschlag mit 500Kmh war heftig!

Nach meinem FAI Weltrekord in 2014 habe ich beschlossen einen eigenen Speeder auf die Beine zu stellen. Die Geschichte der Entstehung will ich hier aufschreiben. Zwar nicht in allen Details, aber doch genug, um einen Einblick zu erhalten. „I have a dream….“ beschreibt es ganz gut. Ziel wäre ein Weltrekord mit dem eigenen Modell.

Das Jahr 2014/2015 habe ich genutzt meine Baufähigkeiten zu erweitern. Wenn schon, dann will ich den Speeder auch selber bauen. Nach Öffnung des FAI Reglements auf 72V Klemmspannung (das sind 17s Lipos!) wurden die Speeder größer. Anfang 2016 habe ich in verschiedenen Rechnungen die Zielgröße ermittelt. Dabei spielte u.a. auch mein Keller eine Rolle. Ich baue in einer etwas größeren „Besenkammer“ meine Modelle. Eine zu große Form bekomme ich dort nicht rein und bewegen ist dann schwer möglich. Spannweite 160cm, 16s 3500 bis 4000er Lipos, großer Motor, Klapp Luftschraube. Das sind die Eckdaten.

Zum Namen „Projekt-X„. Dies ist der Projektname, nicht mehr, nicht weniger. Dem Baby will ich noch keinen Namen geben, solange das Konzept nicht erprobt ist. Negativ Beispiel in dem Bereich ist der Tanto der Akamodell München. Viel Manpower, Computer ohne Ende, ein spektakulärer Entwurf. Und dann fliegt das Modell wie eine Klotür! So wollte ich das nicht machen. „Quod erat demonstrandum“ kommt zuerst, dann der Name.

Es gibt einige Sachen an dem Projekt, die ich nicht machen möchte bzw. kann. Aerodynamik ist so eine Sache. Klar hätte ich mir das MH54 irgendwie auf Maß verändern können. Aber was kommt da raus? Kann ich nicht sagen, fehlt mir die Erfahrung. Eine Fräse habe ich auch nicht, und geeignete Kollegen im Verein können ein so großes Projekt nicht durchführen. Da fällt mir noch was ein – Rümpfe! Ich mag die nicht entwickeln, und schon gar nicht bauen. Daher wurde folgender Entschluss gefasst: Ich werde eine CrocoBlade kompatible Fläche+HLW entwickeln, so dass man den vorhandenen Rumpf dazu verwenden kann. Weiterer Vorteil ist, dass viele Flugdaten für die CrocoBlade existieren, ein Vergleich der Bauteile ist also möglich. Anbei ein paar Bilder aus der Entwurfs Phase…

Die Entstehung der Acryl Formen wäre eine Story für sich. Schleifen und Polieren war ein Spaß und hat mich einige Abende und Wochenenden gekostet. Aber die finale Form macht einen sehr, sehr guten Eindruck. Mitte November 2016 war ich dann mit den Vorbereitungen soweit fertig, dass der Bau starten konnte. Lackieren bei 5 Grad in der Garage. Alles andere als optimal, aber was soll ich machen. Anbei Bilder vom Bau des Flügels. Hinweis: Ja, Leichtbau ist nicht eine meiner Stärken! :-)

Der fertige Flügel hatte 871g inkl. 2x QR Servos (Futaba 3172 HV). Das HLW habe ich in Doppel Carbon gebaut, da kann man theoretisch mit dem Auto drüber fahren. Etwas schwerer als der CrocoBlade Flügel, aber OK für den ersten Prototypen. Leider ist die Lackierung des Flügels mächtig in die Hose gegangen. Probleme macht mir der MIPA 2K Klarlack, der sich immer mal wieder nicht mit dem Laminat verbindet. Beim Entformen ist der halbe Klarlack in der Form hängen geblieben. Die Oberfläche des Flügels war rau, Farbreste flatterten, Kanten zu fühlen, alles andere als schön und aerodynamisch hilfreich für einen Speeder. Das eigene Profil von Projekt-X war u.a. darauf ausgelegt eine möglichst lange laminare Laufstrecke zu haben. Beim Umschlag zu turbulenter Strömung erhöht sich der Widerstand um ein Vielfaches. Gerechnet ist die Fläche für 150m/s, je näher man diesem Ziel kommt, desto heftiger wird der Widerstandszuwachs mit turbulenter Strömung am Flügel. Aber was soll ich machen? Bis zum geplanten Erstflug beim Speedcup in Bad Wünnenberg 2017 langt die Zeit nicht einen neuen Flügel zu bauen. Btw. war das MIPA Klarlack Problem (alle anderen Farben sind 1A!) wahrscheinlich eine Mischung aus überlagerter Farbe und Härter. Mein letzter FireBlade XL Flügel wurde mit IMC Lack (In Mould Coating / HP Textiles) lackiert. Dort zeigten sich keine derartigen Probleme. Mein neuer Standard Lack für Composite Bau.

Bereit für den Erstflug auf dem Speedcup in Bad Wünnenberg?

Der Erstflug mit 12s war eine Katastrophe. Schwerpunkt viel zu weit hinten! Da war er wieder, der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Bei jeder Kurve hat der Speeder die Nase extrem hoch gezogen, war ein dünner Grat zum Strömungs Abriss. Mit entsprechender Trimmung habe ich die Kiste soweit eingestellt, dass man zumindest sauber die Landung einleiten konnte. Und diese erste Landung wäre fast in die Hose gegangen. Von außen sah das kontrolliert und optimal aus: Der Speeder kommt langsam im Sackflug rein, Nase leicht nach oben, Heck hängt. Allerdings hatte ich VOLL Tiefe gedrückt, es ging nichts mehr. Wenn der Speeder in dem Moment die Nase zu weit nach oben genommen hätte…. denken wir nicht weiter drüber nach. Ist gut gegangen. Puh. Danach haben wir in 2 weiteren Flügen den SWP weiter nach vorne verlegt und der Speeder flog wie erwartet. Flug No.2 brachte ca. 380Km/h, Flug No.3 ca. 390Km/h in der Messanlage. Mit dem CrocoBlade Setup und Bauteilen war ich bei 402Km/h gelandet. Room for Improvements! Auf der kommenden Powercroco Speed Challenge 2017 kommt dann richtig Leistung in den Speeder.

Das Finale – was geht mit dem eigenen Konzept?

Bei der PCSC 2017 haben wir keine großen Regeln, d.h. 72V Klemmspannung, Flächenbelastung egal. Normal wären 75g/dm². Es geht darum herauszufinden, was maximal möglich ist mit den Speedern. 16s4000er Lipos und ein 4540 Motor brachten Projekt-X auf ein Gewicht von 4,2Kg. Wir haben die Flächen mittels Planimeter ausgemessen und sind auf ein FAI Gewicht von 3925g gekommen, ergo knapp 275g Übergewicht.

  • Flug 4 – 12×24 / -2 Grad MS / Trimmflug, keine Messung
  • Flug 5 – 11.5×24 / 0 Grad MS / 455Km/h / 100%
  • Flug 6 – 11.7×24 / +2 Grad MS / 463Km/h / 100%
  • Flug 7 – 11.7×24 / +2 Grad MS / 418 eine Seite
  • Flug 8 – 11.9×27 / -1 Grad MS / 487Km/h eine Seite => Einschlag!!!

Zum „Glück“ gibt es von dem Einschlag des Speeders ein Video, was Kristina vom Speed Team Rügen aufgenommen hat. Auch heute habe ich immer noch Gänsehaut, wenn ich den Einschlag höre. Im realen Leben war der Sound viel lauter, der Einschlag deutlich spürbar im Boden. Und ich war direkt an der Flightline sehr nah dran. Wie war der letzte Flug aus meiner Sicht der Dinge?

Start gegen den Wind, dann Speeder Wende und zum Beschleunigen mit Wind durch die Strecke. Diese erste Strecke ist nie schnell, 4200g lassen sich nicht so einfach auf große Geschwindigkeiten bringen. 340Km/h sagt die Messanlage. Die Richtung in der Strecke stimmt jetzt, die zweite Wende erfolgt deutlich höher (600-700m). Jetzt wird der Speeder viel schneller, aber diese zweite Strecke geht wieder gegen den Wind. Beim Beschleunigen hört man sehr deutlich, wie die Luftschraube anfängt zu greifen, das Singen hört auf. Ganz kurz hört man ein Flattergeräusch im letzten Drittel vor dem Ausflug Tor (kleine QR Korrektur der Fluglage). 487Km/h laut Anlage, nicht schlecht! Wieder Anstieg auf 600-700m und Wende mit anschließender senkrechter Beschleunigung. Projekt-X wird schnell, sehr schnell. Kurz vor dem Abfangbogen flattert ein QR! Bei dem Speed und der Flugsituation hat man keine Zeit irgendetwas zu unternehmen. Es gibt einen lauten Knall und es regnet Projekt-X Flügelteile vom Himmel. R.I.P = Rest in Pieces. Schaut auch das Drama selber an.

Direkter Link zu Youtube (1080p Video!): „https://youtu.be/N4Riwp-8DlY

Anschließend haben wir schnell die übrigen Einzelteile geborgen und die PCSC fortgesetzt. Zur Bergung der kompletten Teile musste ich mir erst einen Spaten und Schaufel vom Flugplatz besorgen. Motor, Regler und Lipos hatten sich mächtig eingegraben. Als wir zur Fundstelle gekommen sind fand ich nur ein rauchendes Loch vor. Definitiv keine Brandgefahr mehr. Das Loch war mittig in der Verlängerung der Strecke. Der Durchflug hätte gesessen. Ein 500er Durchflug waren mein Ziel für die Veranstaltung. Hat nicht viel gefehlt. :-)

Die Analyse der Ursachen ist immer mit Unsicherheit behaftet. Mit angrenzender Wahrscheinlichkeit hat das rechte QR geflattert und sich zerlegt. Die rechte Seite der Fläche wurde im Flug komplett zerstört. Danach hat es die Tragfläche vom Rumpf gerissen. Die linke Seite des Flügels sieht gar nicht mal so schlecht aus. Ein weiterer Neuzugang an meiner „Wall of Shame“ im Keller. Kurz notiert: Das HLW hat den Impact auf dem Boden in erstaunlich gutem Zustand überlebt. Hier hat es nicht das HLW abgerissen, sondern der Rumpf wurde zerfetzt. Teile des Rumpfes mit den Schrauben hängen noch am HLW. Ich brauche nicht erwähnen, dass kein Teil von Projekt-X überlebt hat.

Warum hat das QR geflattert? Dies hat wahrscheinlich mehrere Ursachen. Die QR waren mit 1,4x dm² zu groß, GigaFlaps würde ich heute auch nicht mehr an einem Speeder bauen. Ob das RDS einen Einfluss hatte? Kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber auch nicht ausschließen. Wenn man sich dann meine Rippen aus einem der obigen Baubilder ansieht hätte eine Rippe auf Höhe des QR sicher auch nicht geschadet. Die Analyse ist noch nicht beendet.

Wie geht es mit Projekt-X weiter? Gibt es einen richtigen Namen?

Kurze Antwort: Vorerst geht es mit Projekt-X nicht weiter und einen abschließenden Namen vergebe ich auch nicht. Bin noch nicht 100% von dem Konzept/Flieger überzeugt. Es hat viele positive Ansätze, die Geschwindigkeit ist OK. Immerhin ist mir ein „Tanto Debakel“ erspart geblieben. Trotz einem etwas mehr als 8% dickem Profil ist die Kiste nicht langsam. Der Speeder fliegt schnell, er fliegt stabil und landet sich angenehm. Um das Konzept voll zu verifizieren müsste ich noch viel Arbeit reinstecken, was ich derzeit nicht kann/möchte. Die anfänglichen Spötter bei der Vorstellung von Projekt-X sind verstummt. Ich werte das mal als gutes Zeichen.

Aber man sollte das große Ziel nicht aus den Augen verlieren. Und mein großes Ziel ist Weltrekord mit dem eigenen Modell zu fliegen!

Dieses Ziel zu erreichen wird kein Kinderspiel, das war mir von Anfang an klar. Erschwerend kommt hinzu, dass die FAI die Regeln für Rekorde geändert hat (07/2017). Und im Falle von Projekt-X ist das in meinen Augen nicht vorteilhaft ausgefallen. Ab jetzt sind nur noch 42V Klemmspannung erlaubt (10s Lipo Akku). Geflogen bin ich Projekt-X mit 16s Lipos, Option auf 17s. Das geht jetzt nicht mehr, also muss man alle Setups ändern. Nehmen wir mal 10KW Leistung an, die man für 500Km/h braucht (ohne Verluste und sonstiges Schnick Schnack bei Projekt-X). P = U x I, daran ändern auch die neuen Regeln der FAI nichts. Eine vergleichende Rechnung:

  • 16x 3,5V (unter Last) = 10000 / 56 = ca. 178A
  • 10x 3,5V (unter Last) = 10000 / 35 = ca. 285A

Welcher Regler von der Stange macht das mit? Kenne ich keinen. Einen YGE160UHV kann man bei entsprechender Kühlung kurzfristig bis über 200A belasten. Mein Weltrekord aus 2014 war mit einem solchen 10s Setup geflogen worden. Das ging gut, war aber an der Grenze. Fakt ist, dass ich vorerst Projekt-X nicht auf ein 10s Setup umstellen werden.

Ändert das was an meinem langfristigen Ziel?

Nein! Wahrscheinlich wird es neue Speeder geben. Ich bleibe an der Stelle ausdrücklich nebulös.

[Off Topic]
Zum Schluss habe ich noch 2 Quellen im Internet für euch. Das ist für die Leute bestimmt, die nicht immer den einfachsten Weg gehen wollen. Thema Mindset! – mit Speedflug hat das nur entfernt zu tun – Sorry.

  1. Youtube: Suche „Murphys Komitee“ von Jerry Clark (Hörbuch 47min)
  2. Youtube: Suche „Gary Vee“ – 1500 Videos im Kanal! „6min Wutrede“ – „Regret

Murphys Komitee höre ich immer mal wieder an. Mein Weg durch den Dschungel dauert noch an, aber es ist vieles wahr, was in dem Hörbuch an Hürden aufgezeigt wird. Alles selbst erlebt, no Bullshit! Insider für Eingeweihte: Muuhhh….
Gary Vaynerchuk begleitet mich schon einige Jahre. Eine stete Quelle der Inspiration!

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Speedcup Spelle 2015

Spelle ist schon fast traditionsgemäß der Speeder Saisonabschluss. Leider ist die Resonanz der Piloten gering. Dieses Treffen hätte deutlich mehr Teilnehmer verdient. Woran liegt es? O.K., das Wetter versprach sehr wechselhaft zu werden am Wochenende. Aber einen Speeder schreckt etwas Wind und Regenschauer eigentlich nicht ab. Oder die Herren haben ihr Pulver an Material und Urlaubstagen auf den vergangenen Veranstaltungen schon verschossen. Man wird die Gründe nicht ermitteln können. Der Platz ist super, eine sehr lange Landepiste, Detlef und Lukas als Veranstalter sind ambitioniert bei der Sache. Was will man mehr?

Ich freue mich jedes Jahr auf Spelle. Allerdings verfolgt mich ein „Spelle“ Trauma: Jedes Jahr versenke ich dort ein Modell! In 2013 und 2014 forderten Springbäume ihren Tribut. Was wird dieses Jahr geschehen? Mein Ziel ist primär die 420Km/h in der Limited Wertung anzugreifen. Dazu habe ich meine bewährte FireBlade Classic mit einer FireBlade XL Tragfläche erweitert, so dass ein 10s Setup mit dem 4525 Ultimate zum Einsatz kommen kann. Testflüge in Karbach haben gezeigt, dass diese Kombination sehr schnell ist. Zum anderen möchte ich meinen OS MAX 91 SXH Motor für die Nitro Flüsterklasse auf dem Prüfstand an einer APC 11×14 testen. Hoffentlich kann mir die Verbrenner Fraktion mit Rat und Tat helfen. Das Ziel für 2016 ist ein FireBlade Classic Umbau (Elektro Speeder => Verbrenner Speeder). Name: FireBlade Nitro…. ich werde u.a. bei RC- Network berichten wie es läuft.

Impeller SpeederMeinhard hatte einen Impeller auf seinem Hayabusa montiert und experimentierte mit verschiedenen Düsen. Der Sound ist super, ein scharfes Fauchen, aber der Speed lässt noch zu wünschen übrig.

Auch in die ECO Klasse kommt Bewegung. Christian und Markus haben passende Modelle für das Reglement entworfen und konnten sich in die Ergebnislisten eintragen. Das Modell Heisenberg gewinnt die ECO Jahreswertung mit 339Km/h, wobei Christian meinte, dass da noch viel Luft nach oben ist. Auch in Limited hat Christian mit dem Fluxkompensator abgeräumt. 439Km/h sind eine Duftmarke in Limited, zumal die Luft nicht schnell, und die Bedingungen alles andere als optimal waren. P1 in ECO und P1 in Limited. Klasse Leistung Christian!

Heisenberg

Mit Christian W. hat nach langer Zeit mal wieder ein Neueinsteiger in der Nitro Fraktion Einzug gehalten. Sein Modell ist ein modifizierter 4/5 tel mit einem 9ccm Motor. Er hat viele Flüge auf dem Treffen abspulen können und wurde dabei von DJ und Michi tatkräftig unterstützt. Jeder Flug wurde schneller, die Durchflüge kontrollierter. Knapp 270Km/h im Mittel sind kein schlechter Wert für den Anfang. Ich hoffe er bleibt dabei.

Fluesterspeeder_01

Am Freitag hatten wir die Messanlage gegen 13:30Uhr startklar und begannen mit ersten Testflügen. DJ lüftete seine Nitro Speeder durch und schaffte endlich auch mal eine Elektro Wertung mit seinem MPX Dogfighter. Die Messanlage erkennt auch ein komplett weißes EPO Schaummodell, die Erkennungsrate ist sehr gut. Meine FireBlade Classic konnte ich mit 384Km/h beim 8s Limited Setup im Rahmen dessen bewegen, was der Antrieb hergibt. Genau diese Geschwindigkeit konnte ich auf der DM 2015 in Ballenstedt auch erzielen. Ungefähr 1,2KW/Kg an Peak-Leistung liegen an (95A Peak auf 85A fallend, ca. 14000rpm mit 10×20 Klapp Prop). Gegen Nachmittag füllte sich das Piloten Lager langsam. Auch mein Nitro Motor spuckte das erste mal Rotz auf dem Prüfstand. DJ war so freundlich eine „Erstberatung“ vorzunehmen und dem Motor eine Grundeinstellung auf der fetten Seite zu verpassen. 11300rpm sind kein schlechter Wert mit der APC 11×14. Noch ist da kein ordentliches Reso dran, und auch der Tank war zu tief montiert, so dass der Motor nur sehr fett eingestellt werden konnte. Leicht benebelt von ungewohnten Dämpfen, und verschmierten Fingern, konnte der Abend ausklingen.

Fluesterspeeder_02Am Samstag starteten wir gegen 10:30 Uhr. Frühaufsteher sind bei den Speedern selten anzutreffen! :-) Zum Glück gibt es in Spelle weder Mittagspause noch lärmempfindliche Nachbarn, so dass man bis Sonnenuntergang fliegen kann. Mein Testprogramm für den Samstag sah vor, dass bewährte 8s Limited Setup mit der neuen FireBlade XL Fläche zu testen. Nur damit würde sich zeigen, welche Veränderungen zu erwarten sind. Ist der Speed ungefähr auf dem Niveau der FireBlade Classic? Immerhin hat die XL mehr Spannweite und Flächeninhalt, allerdings auch ein dünneres Profil. Ich startete gegen den Wind, erster Abschwung aus niedriger Höhe, dann deutlich höherer Abschwung im Ostteil des Platzes und Kurs auf die Anlage. Und da war es wieder, mein Spelle Trauma! Mitten in der Strecke, 30m vor meinen Augen, verstummte der Motor und der Speeder war nicht mehr steuerbar. Out of Control. Dank guter Trimmung flog er weiter geradeaus und verschwand dann hinter der Baumreihe am Nord-Westlichen Platzrand. Zum Glück war das Feld abgeerntet, so dass wir die FireBlade schnell gefunden haben. Nicht so schön waren der plötzlich eintretende starke Platzregen und das brennende Modell. Mal wieder ein Totalschaden. Wie sagt man so schön: Hast du Scheiße am Schuh, hast du Scheiße am Schuh!

FireBlade_Classic_01Mein Demon Speed F5D wurde dann auch noch derart beschädigt, dass ich nicht mal mein Ersatzmodell einsetzen konnte. Das SLW ist abgebrochen, weil in meinem Zelt eine Gerätebox durch eine Windböe auf den Rumpf gefallen ist. Kann eigentlich in Spelle 2016 nur besser werden, oder? Zumindest der Nitro Motor hat mir Freude bereitet und hat das Wochenende überlebt. Alleine über den Umbau des Heli Motors zu einem Flugmotor könnte ich hier Seiten füllen. Bis man da alle Teile beieinander hat bekommt man graue Haare. Die Flugsaison 2015 ist vorbei, Zeit im Keller die Saison 2016 anzugehen! Ich brauche mehr Speed Modelle. Genug geschrieben, hier noch einige Bilder.

Links:

Speedcup Spelle 2015 bei RC Network

Weltrekord Versuche 2015 in Ballenstedt

Alternative Überschrift: Riders on the Storm!

Tja, der Sommer in Deutschland ist 2015 schon sehr eigenartig. Die Woche vor den WRV hatte es Temperaturen an die 40 Grad im Schatten, aber am langen Wochenende (FR/SA/SO) der Veranstaltung zog ein heftiger Sturm über das Fluggelände. Beginnen wir der Reihe nach….

Als Contest Director der Veranstaltung bin ich Donnerstagnacht in Ballenstedt auf dem Flugplatz angekommen und konnte sogleich die Heli Piloten Miles Dunkel und Frank Strupp begrüßen. Diese erste Nacht war noch sehr angenehm und stressfrei. Am nächsten Tag haben wir dann ab 8:30 angefangen aufzubauen. Da wir mitten auf der Rasenfläche des Flugplatzes unser Lager hatten ist Null Infrastruktur vorhanden. Also haben wir das Sicherheitsnetz, Absperrungen, die HighSpeed WRV Messanlage, und Zelte bzw. Vorzelte der Wohnwagen aufgebaut. Nun waren auch fast alle WR Piloten anwesend, so dass gegen 12:30 Uhr ein erstes Pilots Briefing abgehalten werden konnte. Dieses Jahr standen etliche Rekordklassen auf der Agenda: Neben den bekannten Flächenklassen #175 / #196 und der Heli Klasse #203 auch Heli Dauerflug, Solar Dauerflug, Solar Speedflug und Solar Streckenflug. Daneben waren auch internationale Piloten angereist, um den Italienischen und den United Kingdom Speedrekord zu brechen.

Die Wettervorhersage war nicht optimal. Freitagnachmittag leichter Wind aus östlichen Richtungen, aber etwas schwül. Für den Samtag war schwerer Sturm angesagt und Sonntagvormittag noch Wind, aber besseres Wetter. Wettbewerbsende sollte Sonntag gegen 13Uhr sein. Somit blieb realistisch für Rekordflüge nur der Freitagnachmittag und der Sonntagvormittag/Mittag. Nicht viel Zeit, um sich an die lange WR Strecke zu gewöhnen (300m) und das Material optimal abzustimmen.

Gegen 14:30Uhr am Freitag war es dann soweit, und der UK National Rekord #175 gebrochen. Tom Stallan konnte mit der Chimera 426,79Km/h erreichen. Bei seinem ersten Einsatz in der Strecke keine schlechte Leistung. Wie ich hörte wird für die kommende Saison aufgerüstet.

WRV2015_UK-RecordKurz danach wurde der Heli Speedrekord mit 282,65Km/h von Miles Dunkel geknackt. Der erste Heli Streckendurchflug über 300Km/h von einer Seite war zu verzeichnen, und das auf der 300m WR Strecke.

WRV2015_Heli-RecordGegen 16:45 war dann der zweite National Record #175 gebrochen. Team Italia konnte 376,76Km/h erzielen. O.K., der Rekord stand vorher bei 0,00Km/h. Aber Gery hat sich von Flug zu Flug gesteigert. Seinen Speedbird DP hat er eigens für diese Veranstaltung entworfen und 3 Modelle komplett selbst gebaut. Die Speed Szene in Italien ist nach seinen Aussagen sehr klein bzw. nicht vorhanden. 2500Km Anreise sind auch eine Hausnummer, Respekt!

WRV2015_IT-RecordDie anderen Piloten brachten am Freitag keine Speeds in Rekordnähe zustande. Es fehlten schlichtweg 20-30Km/h. Diese „Wetterfühligkeit“ der Setups hat u.a. mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu tun. Dazu später mehr. Ach ja, einen Rekord gab es am Freitag noch zu vermelden: Solar Streckenflug mit 1140m. Holger Lambertus konnte diese Leistung bei widrigen Bedingungen erfliegen. Die Solarflieger erhalten die Motorenergie aus ungepufferten Solarzellen, so dass Wolken vor der Sonne eher hinderlich sind. Die Leistung bricht massiv ein, sobald die Sonneneinstrahlung gedämpft ankommt. Leider habe ich kein Bild vom Piloten, sondern nur vom Modell.

WRV2015_SolarDie Solarzellen stammen aus der Produktion, die auch für die manntragende Solar Impulse verwendet werden. Vielleicht nicht die gleiche Sortierung, aber doch sehr gute Zellen. Holger hat in einem RC Network Thread ausführlich berichtet.

Der Samstag war dann aus Speedersicht leider ein Totalausfall. Die Sturmfront zog genau über den Flugplatz. Stellenweise hatten wir Böen von über 40kn aus westlichen Richtungen. Es gab nur kurze Zeitfenster, an denen überhaupt Flugbetrieb stattfinden konnte. Einzig Christian Schalk zeigte „cojones muy grandes“ und flog als einziger an diesem Tage seine Speeder. Am Tag zuvor noch Abschluss Party in der Schule und dann am Samstag bei Sturm Speeder fliegen, und den Rekord von Niklas Kahlich aus 2013 angreifen. Den Trainingsflug absolvierte er noch mit seinem ECO Modell, danach mit seinem WR Modell, einem Fluxkompensator. Zumindest Flugzeit und Training konnte er bekommen, Rekordnahe Geschwindigkeiten waren nicht drin bei dem Wetter. Gegen Abend und in der Nacht wurde es mit dem Wind immer schlimmer. Fast alle 8 Pylonen der Messanlage sind abgeknickt, Plastikstühle hat es einfach weggeblasen. Und die Vorzelte der Wohnwagen wurden mit allem gesichert, was vorhanden war. Einziger Vorteil des Sturms: Der Grill am Abend ist in Rekordzeit durchgeglüht!

Es war durch die Wettervorhersage im Internet bekannt, dass die Bedingungen am Sonntag immer besser werden sollten. Daher beschlossen wir in Absprache mit dem Tower des Flugplatzes in Ballenstedt die Veranstaltung erst um 13:30Uhr enden zu lassen. Gegen 10Uhr am Sonntag wurde das letzte Briefing abgehalten. Am Vormittag herrschte noch reger Wind und Luftfeuchtigkeit zwischen 50% und 60% vor. Und wieder das gleiche Bild…es fehlten 20-30Km/h an Speed. Gegen Mittag stiegen die Temperaturen, der Wind flachte ab und die Luftfeuchtigkeit sank in Richtung 30%. Auf einmal wurden die Geschwindigkeiten immer schneller.

Christian Hidde hatte ein brachiales Setup in seinem Typhoon eingebaut. Dieses erlaubt nur 2 Durchflüge, bis die Lipo Zellen nachgaben. Das bedeutet schon im ersten Anflug auf 500-600m Höhe zu steigen und dann keinen Fehler zu machen. Nur eine Fehlmessung, und der Run war ruiniert. 2x war er sehr nah an den 477Km/h von Niklas Kahlich dran. Leider hatte er Freitag und Sonntagvormittag die Akkus zu sehr gefordert, so dass nun die letzten Prozent Leistung fehlten.

Das CrocoBlade Team kämpfte um beide Klassen. Am Sonntag wurde ein Flug nach dem anderen absolviert und anschließend die Logs analysiert.

WRV2015_Croco_01Christian Erdt hatte viel Pech und verlor A und B Modell. Im Rennen um #175 waren nun noch Fabian Wunderlich und Christian Schalk (mit Fluxkompensator). Max griff nach dem Rekord der Klasse #196. Dies war sein erster Einsatz mit einem Großspeeder, sonst ist er als Pilot des „Shorty“ bekannt. Diesen 80cm Speeder bewegt er durchaus mit 350Km/h durch die Strecke. Da ist ein 4Kg Großspeeder eher Entspannung, was den Puls nicht zu sehr in die Höhe treiben sollte.

Gegen 13:10Uhr flog Max mit der CrocoBlade neuen Rekord in der Klasse #196 mit 474,95Km/h. Mit einer Dreiblatt Luftschraube und sehr niedrig drehendem Motor war der Flieger fast nicht zu hören. Somit war mein eigener Rekord aus 2014 Geschichte. Bei der Leistungssteigerung war das aber zu erwarten. Der Showdown ging weiter: Um 13:20Uhr erreichte Fabian Wunderlich 481,56Km/h in der Klasse #175. Der alte Rekord von Niklas Kahlich aus 2013 war damit auch gebrochen. Christian Schalk setzte um 13:25Uhr zu seinem letzten Flug mit dem Flux an und erreichte dort ca. 483Km/h. Leider war der Ausflug bei seiner letzten Strecke deutlich außerhalb des 20m breiten Korridors der Messanlage, so dass dieser Flug nicht gewertet wurde.

Gegen 13:30Uhr verstummten die Motoren, und die Veranstaltung wurde beendet. Alle Flächen und Heli Speed Rekorde wurden gebrochen! Eine tolle Leistung der Piloten. Wir hatten nicht einen Sicherheitsverstoß und alles lief sehr gesittet und geordnet ab. Beim Abbau der kompletten Infrastruktur halfen alle Piloten und Unterstützer, so dass wir hier in Rekordzeit fertig wurden. Gegen 17 Uhr, nach einem leckeren Pflaumenkuchen mit Kaffee im „Fliegerhorst“ des VLP Ballenstedt, traten wir den Rückweg an. Die 3 Tage waren intensiv und stressig, aber ich glaube es hat sich gelohnt….

Let the Air burn!

Externe Quellen:

RC Network Thread

FAI Rekordliste Webseite => #175 / #196 / #203 / #188

F3 Speed – DM 2015 in Ballenstedt

Es ist die Deutsche Meisterschaft 2015 in Ballenstedt angesetzt und ich habe keinen konkurrenzfähigen Speeder. Dieses Jahr habe ich bewusst beschlossen etwas kürzer zu treten. Nach dem Verlust des Typhoon XS  in Spelle, meinem Weltrekord Speeder, muss ich mich neu sortieren. Daher habe ich beschlossen primär meine fliegerischen Skills zu steigern, was nur durch mehr Flugzeit mit Speedern funktionieren wird. Also müssen Speeder her, am besten aus eigenen Formen, die ich auch auf dem heimischen Flugplatz fliegen kann. Mit dem Demon Speed, ein Speeder in F5D Größe, habe ich einen ersten Schritt unternommen. Durch Zufall ergab sich die Chance den Formensatz der kleinen FireBlade von Alex zu erwerben. Dieses Modell ist mit 2250g FAI Gewicht größer als mein Demon Speed (1190g) , und durch die große Flächentiefe besser sichtbar. Den Formensatz habe ich in Bad Wünnenberg auf dem Speedcup übernommen und mein „Erstlingswerk“ aus der Form wurde wenige Stunden vor der DM in Ballenstedt fertig. Diese Aktion hat knappe 3 Wochen und etliche Nachtschichten gekostet…. :-)

DM2015_FBClassic1 Mit der FireBlade Classic sind keine Geschwindigkeiten möglich, die eine Top 5 Platzierung auf einer Deutschen Meisterschaft ermöglichen würden. Aber die Ausschreibung der DM 2015 sah vor, dass die Limited Klasse als Wertung geflogen wird. Hier wurde kein Deutscher Meister ermittelt, da Limited noch keine offizielle DAeC/FAI Klasse ist, aber die geflogenen Wertungen gehen in die interne Jahresrangliste ein. Damit war mein Ziel mit der FireBlade Classic gesetzt: Angriff in Limited! In der Limited Klasse ist das Gewicht des Antriebsakkus auf 27% des maximalen FAI Gewichts limitiert (Link Reglement). Bei 2250g FAI max. sind das in meinem Fall maximal 607,5g Akkugewicht (meine Akkusätze wiegen ca. 600g). Der Reiz an der Limited Klasse liegt u.a. darin begründet, dass man die limitierte Energie in möglichst hohe Geschwindigkeiten umsetzen muss. Effiziente Flieger und Setups sind gefordert. Anbei die Aufzeichnungen meiner Flüge auf der DM 2015:

Glossar: Tag / Akku / Wertung / Kommentar / Motorzeit / Akku Temp / Ladung Lipo

  1. SA / SLS2650 / – / Trimmflug 10.4×20 / 70s / 48 Grad / 1350mAh
  2. SA / ML3000 / 372 / zieht hoch bei Gas / 70s / 50 Grad / 1715mAh
  3. SA / SLS2650 / 374 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 54 Grad / 1490mAh
  4. SA / ML3000 / 381 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 48 Grad / 1395mAh
  5. SA / SLS2650 / 384 / EWD + Motorsturz / 69s / 55 Grad / 1735mAh
  6. SO / ML3000 / 305 / 9,7×24 Prop Schub Problem / 46s / 43 Grad / 820mAh
  7. SO / SLS2650 / 380 / 10.4×20 +2 Grad / 58s / 55 Grad / 1565mAh
  8. SO ML3000 / 384 / Prop -2mm auf jeder Seite / 59s / 53 Grad / nicht geladen

Anbei die Wertungen und Platzierungen in Limited auf der DM 2015:

DM2015-LimitedMit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Der Speeder hat noch leichte „Eigenarten“ und läuft noch nicht so, wie ich das gerne hätte. Meine Ziele für die DM waren die 400Km/h Schwelle in Limited zu nehmen und das Modell nicht zu beschädigen. Zumindest ist die FireBlade Classic heile geblieben. Sie fliegt sehr agil und lässt sich einfach Landen. Dazu habe ich nicht einmal Landeklappen nach oben programmiert. In der Phase „Landung“ gehen die QR 3mm nach unten und mit dem HLW wird ein langsamer Gleitflug eingestellt. Damit gelingen Landungen sehr gemütlich für einen Speeder. Auf P1 in Limited fehlen ca. 10% Speed. Jochen und ich verwenden beide Scorpion 4525 Motoren, beide die RO 11×20 Luftschraube. Er fliegt 10s 2200er in der FireBlade XL, ich 8s 2650 bis 3000er in der FireBlade Classic. Der Rumpf der beiden Modelle ist der Gleiche, nur die Fläche der FireBlade XL ist eine andere (FAI max. 2635g). Das Profil der XL ist dünner, die FireBlade Classic hat das Originale MH54 Profil im Flügel. Auf den restlichen Veranstaltungen werde ich versuchen an den 10% Speed auf P1 zu knabbern, ohne meine Lipos zu überfordern. Das wird schwierig genug die richtige Abstimmung zu finden. Und in der Zwischenzeit heißt es weiter: Üben, üben, üben!

DM2015_FireBladeLinks ist Jochen mit der FireBlade XL (2635g FAI), Rechts Mario mit der FireBlade Classic (2250g FAI). Und jetzt mal ein Bild von Alex, dem „Mister FireBlade“. Er hat die FireBlade Serie entwickelt, u.a. auch die neue CrocoBlade mit 4000g FAI. Was ein Monster Speeder!

DM2015_AlexCrocoDiese Deutsche Meisterschaft war leider sehr übersichtlich, was die Anzahl an Teilnehmern angeht. 15 Piloten in den Elektro Klassen waren gemeldet, in den Verbrennerklassen nur 1 Teilnehmer (!) und die Heli Fraktion glänzte mit vollständiger Abwesenheit. Der Teilnehmerzahl zum Trotz konnten wir viele Flüge absolvieren, auch wenn das Wetter am Samstag (wegen Regenschauern) zu kleinen Unterbrechungen zwang. Neuer Modus bei der Startreihenfolge: Wir haben uns bei der Veranstaltung darauf geeinigt von der festen Startreihenfolge abzurücken. Es wird pro Tag eine Maximalanzahl an Durchgängen festgelegt und die Piloten können fliegen, wenn sie dazu bereit sind. Alle Flugaktivitäten werden in einer Liste protokolliert (zusätzlich zum Computer). Dieser Modus führte zu einem deutlich entspannteren Wettbewerb. Hoffen wir, dass es in Zukunft auch so bleibt…

Die obligatorische Pilotenbesprechnung am Samstag Abend verlief konstruktiv und sachlich. 2 Punkte kurz herausgestellt: a) Es wird angestrebt die Elektro Limited Klasse zu einer offiziellen DM Klasse zu machen und b) bei den Verbrennern soll eine „Flüsterklasse“ entwickelt werden.

So gern ich auch den brutalen Sound eines MB40 Verbrenner Pylon Antriebs bei 32000 Touren mag; es erscheint mir logisch, dass man damit auf dem heimischen Flugplatz kein gern gesehener Pilot ist. Es müssen Änderungen erfolgen, damit die Verbrenner Speederei nicht ausstirbt. Nachwuchs ist Mangelware. Das ist leider Fakt. Den Samstag Abend haben wir dann alle Zusammen beim leckeren Griechen in Ballenstedt ausklingen lassen. In knapp 4 Wochen sind wir wieder in Ballenstedt bei den Weltrekord Versuchen 2015.

Kommen wir zum eigentlichen Geschehen in der Elektro Klasse. Was gab es Neues? CrocoBlades! Gleich 3 dieser Monster Speeder waren im Einsatz: Ralph, Christian und natürlich Alex pilotierten die CrocoBlade schnell und ohne Probleme durch die Strecke. Die ersten Prototypen hatten auf dem SpeedCup in Bad Wünnenberg noch so ihre Probleme mit der Struktur, das scheint nun behoben. Dann war da noch das neue Big Monster von HJK Speedwings. Gerd konnte den Speeder bei einem seiner ersten Einsätze mit 451,95Km/h durch die Strecke jagen. Das langte am Ende für Platz 6. Ja, man musste dieses Jahr schon deutlich schneller als 450km/h fliegen um in die Nähe der vorderen Plätze zu kommen. Die Leistungsdichte wird vorne immer enger. Der Konstrukteur der CrocoBlade erreicht Platz 5 mit 453,48Km/h (Alex). Die Vielfalt der Modelle zeigt sich u.a. auch an Platz 4. Diesen konnte Tim als bester Jugendlicher mit 455,70 Km/h und einem Tomahawk belegen. Der Junior zeigte sehr saubere Durchflüge und hat sein Sportgerät im Griff. Der Papa hat mittlerweile keine Chance mehr. Platz 3 geht an Christian, der seine CrocoBlade mit 461,77Km/h pilotierte. Und wer liegt ganz vorne? Team Typhoon! 472,18Km/h von Stefan und 483,77Km/h von Marcus. Der alte Deutsche Meister ist somit auch der Neue. Glückwunsch an die Herren auf dem imaginären Podest! Was fehlte? Die 500er Marke wurde wieder nicht gebrochen. Wir warten weiter…. :-)

Externe Links:

Limited Jahreswertung 2015

Videos von der DM 2015

Thread bei RC Network mit Bildern

Speedcup Bad Wünnenberg 2015

Nach einem Jahr Pause war es endlich wieder soweit: Speedcup in Bad Wünnenberg und somit offizielle Saisoneröffnung für die Speed Szene. Der Event und die Location ist immer spitze, die Leute einfach sehr entspannt und locker. Was gibt es an neuen Modellen zu sehen? Was haben die Jungs über den Winter gebastelt? Welche Rookies sind neu dabei? Fragen über Fragen …. hier gibt es ein paar Antworten aus meiner Sicht der Dinge.

BW2015_01_CharterSascha mit seinem Speed Charter. MH54 Flügel und ordentlich Leistung unter der Haube. Das Modell wird wie damals nur mit Seite und Höhe gesteuert. Um die 250Km/h flog der Brocken. Noch Potential für Verbesserungen. Das Fahrwerk wurde leider beim Einfliegen geopfert.

BW2015_08_Nitro1Fabian brachte einen 3/6 (oder 2/3?) mit umgebautem Car Nitro Motor an den Start. Nach ordentlich Unterstützung der Nitro Fraktion war das Modell fliegbar. Leider ohne Bild, aber passend zum Thema „Nitro Speeder“, war der Flüsterspeeder von Harry (Beitrag 236/237) neu dabei. Leider habe ich keine Bilder und kann nur auf einen RC Network Thread verweisen. Leise und mit über 330Km/h nicht langsam. Befeuert von einem OS91 15ccm Heli Motor und einer APC 11×14 Luftschraube. Dieses Projekt war sehr beeindruckend und hat auch etliche E-Speeder dazu verleitet Überlegungen in Sachen Nitro Motoren anzustellen. Jedenfalls ist unsere WhatsApp Gruppe deutlich Nitro lastiger geworden…

BW2015_14_Jochen01Jochen brachte sein Erstlingswerk eines Voll Composite Modells mit: Ein Expresso 400 Pylon aus älteren Tagen. Erstflug ist geglückt! Beim zweiten Flug wurden dann aber strukturelle Mängel im Flug gefunden. Jochen hat den Weg vom Holzwurm zum Composite Fliegerbau in Rekordzeit vollzogen. Durch Unterstützung der Speed Community haben wir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Als zusätzliche Motivation für alle Neueinsteiger hat Jochen 2 Videoserien auf Youtube hochgeladen. Die eine zeigt den kompletten Bau eines 4/5 Holzspeeders, der andere Videobericht dokumentiert den Bau einer FireBlade XL, die von Alex gebaut wird. Hier die Links:

4/5 Baubericht auf Youtube (12 Videos)

Baudoku FireBlade XL (derzeit 3 Videos)

BW2015_04_CrocoBlade02Die CrocoBlade hatte zwar keinen Erstflug in Bad Wünnenberg, aber so richtig in Aktion gesehen haben das Modell bisher nur wenige Personen. Gehört hat man ja schon einiges, nicht aber gesehen. Das Modell ist ein 4Kg Großspeeder mit dünnem Flügelprofil und Platz für 16s 4000er Lipos. Mit einem großen Motor der Scorpion Serie 45xx versehen können um die 10KW Dauerleistung in Vorschub umgewandelt werden. Leider hatten die ersten Prototypen in Bad Wünnenberg nicht viel Airtime. Ralph sein Modell platzte in der Luft, Christian seine CrocoBlade hatte strukturelle Probleme, konnte aber noch sicher gelandet werden. Wir werden die nächsten Modelle auf der DM2015 und den Weltrekord Versuchen in Ballenstedt sehen. Dieses Modell hat das Potential auf vordere Plätze.

BW2015_12_Demon04Mein Beitrag zu neuen Speed Modellen besteht aus dem „Demon Speed„. Dabei handelt es sich um Flügel und Leitwerk des Demon F5D (Tragflächenprofil wie Bathlet F5D) und einem umgebauten F5B Rumpf des Tesla. Die Demon Urmodelle konnte ich günstig aus den Niederlanden erwerben und eigene Formen erstellen. Ziel des Projektes war es einen Speeder zu entwerfen, mit dem man auch auf meinem kleinen Heimatflugplatz trainieren kann. Die großen Speeder a la Flux und Typhoon XS konnte ich dort nicht einsetzen. Zusätzlicher Nebeneffekt: Mit einem relativ kleinen 5s 2200 Lipo ist man kostengünstig unterwegs. 2 Setups hatte ich bis kurz vor dem Event in Bad Wünnenberg in etlichen Nachtschichten fertiggestellt. Das Modell mit dem rotem Rumpf hat ein F5D Setup mit Getriebe Motor verbaut. 5s 2200mAh Lipo und ein YGE 90HV Regler befeuern einen Hacker B50 9s mit 6,7:1 Getriebe. Die knapp 10000 Touren drehen dann einen Sägezahn (SAW Tooth) Prop mit 12×25. Nach einigen Trimmflügen konnte ich damit 357Km/h im Mittel durch die Messanlage fliegen. Nicht schlecht für 1KW Antriebsleistung. Der Sägezahn Propeller wird ebenfalls von mir selber gebaut. Als Vorlage diente der BBR Sägezahn Prop aus Australien, wie er auch von einigen F5D Piloten im Wettbewerb geflogen wird. Nur konnte ich mich mit einigen Details des Props nicht anfreunden: 1) die 6mm Blattaufnahme war mir zu klein (unsicher!) und 2) der Prop war insgesamt zu weich für meinen Geschmack. Also habe ich das 8mm Auge des 13×27 Speed Propeller an das Sägezahn Blatt implantiert und eigene Formen erstellt. Dieser 12×25 Prop passt nun an alle gängigen 8mm Spinner. Eine Variante hat 12×25 an einem 30mm Spinner, meine zweite Version habe ich für einen 40mm Spinner leicht gekürzt. Meine ersten Prototypen Props waren um längen steiffer als das Original. Beeindruckt hat mich der Sound, der fast gar nicht zu hören ist. Wer Lärmprobleme hat sollte mal einen 12×25 Sägezahn testen. Show am Boden ist dabei garantiert…. :-)

Der Demon mit dem schwarzen Rumpf sollte die Grenzen des Machbaren ausloten. Setup: Scorpion 3026/880kv an 10s 1800er Lipo und ein YGE 150 HV FAI Steller. Eigens für dieses Setup haben wir (Danke Max und Domi!!!) einen passenden Propeller entworfen, der die 30000RPM in Vorschub umwandelt. Entstanden ist der OZ 6.4×11 Prop, der eine modifizierte Version des erfolgreichen EPS 7.1×11 Props darstellt. 7″ sind für kleine Speeder bei den Drehzahlen deutlich zu viel Schub (gilt auch für die APC 7×10). Sinnvoll lässt sich der 7.1×11 nicht auf 6.4″ kürzen, das sieht nichts aus. Der neue Prop macht einen guten Eindruck am Modell, und in den Ohren! Das Setup ist nichts für einen gemütlichen Sonntag Nachmittag auf dem Platz. Schrei-Kreisch vom Feinsten. Leider hatte ich nicht viel Freude an dem Modell. Nach der obligatorischen Trimmrunde, und nur 20s Motorzeit, ging das Modell in der Luft in Flammen auf. Ziel waren 400Km/h, was die gerechneten 3,xKW Leistung auch ermöglicht hätten. Eine schwarze Rauchfahne zeigte, dass der Regler das Inferno ausgelöst hatte. Damit wäre die Frage geklärt, ob man Lufthutzen VOR oder NACH dem Erstflug anbringt! Jetzt nur keine Panik und einlanden. Da dies der Erstflug mit dem Modell war wollte ich nichts riskieren und baute langsam Fahrt ab. Eine weißliche Rauchfahne zeigte mir, dass jetzt auch die unter dem Regler befindlichen Lipos brannten. Nach kurzer Zeit erreichte der Brand die Empfängerstromversorgung und der Funkkontakt riss ab. Das Modell schlug ungesteuert aus ca. 50m in den harten Boden hinter dem rechten Pylon der Messanlage. Bis wir mit dem Feuerlöscher dort eintrafen qualmte es nur noch. Totalschaden, leider komplett ausgebrannt. Das Projekt 400Km/h mit dem Demon Speed werde ich später fortsetzen. Stay tuned…

Bad Wünnenberg 2015 war wieder ein geselliges Erlebnis. Am Samstag hatten wir Lagerfeuer mit Umtrunk. Ja, auch die Speeder haben eine romantische Seite. In der Nacht war es zapfig kalt. Als ich um 1:30Uhr die Segel getrichen habe hatte es Eis auf den Flächen meines Styro Feierabend Fliegers, den ich neben meinem Werkstatt Zelt noch auf dem Gras stehen hatte. Am Feuer war es mollig warm. Abschließend noch ein paar Impressionen und die obligatorische Link Liste zu externen Quellen. Wer Fragen hat meldet sich einfach bei mir. Oliver(.)Zanker(AT)Web(.)de. Danke.

Externe Links und Quellen:

# Powercroco.de – Bad Wünnenberg 2015

# RCN Thread – Bad Wünnenberg 2015

Weltrekord #196 anerkannt

Der Weltrekord #196 ist nun offiziell durch die FAI anerkannt worden. Hiermit schließt sich die Akte „Weltrekord Versuche 2014“ und ein neues Kapitel beginnt. In diesem Post werde ich auch in Zukunft weitere Quellen, Links etc. anhängen um den Vorgang zu dokumentieren. Meinen WR werde ich dieses Jahr / 2015 nicht verteidigen! Die Jagd ist eröffnet… :-)

Weltrekord Oliver Zanker FAI #196

Quellen und Links:

FAI Rekordliste / ID 17298

Presse: 1 / 2 / 3 / 4

Powercroco.de – Chronologie der Ereignisse

Deutscher Rekord #196 anerkannt

Ein erster Schritt auf dem Weg zum Weltrekord #196 ist gegangen. Der DAeC hat den Rekordflug aus Ballenstedt als Deutschen Rekord anerkannt. Ein Weltrekord muss immer vom nationalen Verband (NAC) anerkannt werden, bevor ein Weltrekord daraus werden kann. Die Weltrekordakte liegt nun der FAI in der Schweiz vor. Jetzt ist Warten angesagt. Danke an alle Beteiligten, die mich bei der Bearbeitung der Rekordakte unterstützt haben.

Deutscher_Rekord_196_2014