Speedcup Spelle 2015

Spelle ist schon fast traditionsgemäß der Speeder Saisonabschluss. Leider ist die Resonanz der Piloten gering. Dieses Treffen hätte deutlich mehr Teilnehmer verdient. Woran liegt es? O.K., das Wetter versprach sehr wechselhaft zu werden am Wochenende. Aber einen Speeder schreckt etwas Wind und Regenschauer eigentlich nicht ab. Oder die Herren haben ihr Pulver an Material und Urlaubstagen auf den vergangenen Veranstaltungen schon verschossen. Man wird die Gründe nicht ermitteln können. Der Platz ist super, eine sehr lange Landepiste, Detlef und Lukas als Veranstalter sind ambitioniert bei der Sache. Was will man mehr?

Ich freue mich jedes Jahr auf Spelle. Allerdings verfolgt mich ein „Spelle“ Trauma: Jedes Jahr versenke ich dort ein Modell! In 2013 und 2014 forderten Springbäume ihren Tribut. Was wird dieses Jahr geschehen? Mein Ziel ist primär die 420Km/h in der Limited Wertung anzugreifen. Dazu habe ich meine bewährte FireBlade Classic mit einer FireBlade XL Tragfläche erweitert, so dass ein 10s Setup mit dem 4525 Ultimate zum Einsatz kommen kann. Testflüge in Karbach haben gezeigt, dass diese Kombination sehr schnell ist. Zum anderen möchte ich meinen OS MAX 91 SXH Motor für die Nitro Flüsterklasse auf dem Prüfstand an einer APC 11×14 testen. Hoffentlich kann mir die Verbrenner Fraktion mit Rat und Tat helfen. Das Ziel für 2016 ist ein FireBlade Classic Umbau (Elektro Speeder => Verbrenner Speeder). Name: FireBlade Nitro…. ich werde u.a. bei RC- Network berichten wie es läuft.

Impeller SpeederMeinhard hatte einen Impeller auf seinem Hayabusa montiert und experimentierte mit verschiedenen Düsen. Der Sound ist super, ein scharfes Fauchen, aber der Speed lässt noch zu wünschen übrig.

Auch in die ECO Klasse kommt Bewegung. Christian und Markus haben passende Modelle für das Reglement entworfen und konnten sich in die Ergebnislisten eintragen. Das Modell Heisenberg gewinnt die ECO Jahreswertung mit 339Km/h, wobei Christian meinte, dass da noch viel Luft nach oben ist. Auch in Limited hat Christian mit dem Fluxkompensator abgeräumt. 439Km/h sind eine Duftmarke in Limited, zumal die Luft nicht schnell, und die Bedingungen alles andere als optimal waren. P1 in ECO und P1 in Limited. Klasse Leistung Christian!

Heisenberg

Mit Christian W. hat nach langer Zeit mal wieder ein Neueinsteiger in der Nitro Fraktion Einzug gehalten. Sein Modell ist ein modifizierter 4/5 tel mit einem 9ccm Motor. Er hat viele Flüge auf dem Treffen abspulen können und wurde dabei von DJ und Michi tatkräftig unterstützt. Jeder Flug wurde schneller, die Durchflüge kontrollierter. Knapp 270Km/h im Mittel sind kein schlechter Wert für den Anfang. Ich hoffe er bleibt dabei.

Fluesterspeeder_01

Am Freitag hatten wir die Messanlage gegen 13:30Uhr startklar und begannen mit ersten Testflügen. DJ lüftete seine Nitro Speeder durch und schaffte endlich auch mal eine Elektro Wertung mit seinem MPX Dogfighter. Die Messanlage erkennt auch ein komplett weißes EPO Schaummodell, die Erkennungsrate ist sehr gut. Meine FireBlade Classic konnte ich mit 384Km/h beim 8s Limited Setup im Rahmen dessen bewegen, was der Antrieb hergibt. Genau diese Geschwindigkeit konnte ich auf der DM 2015 in Ballenstedt auch erzielen. Ungefähr 1,2KW/Kg an Peak-Leistung liegen an (95A Peak auf 85A fallend, ca. 14000rpm mit 10×20 Klapp Prop). Gegen Nachmittag füllte sich das Piloten Lager langsam. Auch mein Nitro Motor spuckte das erste mal Rotz auf dem Prüfstand. DJ war so freundlich eine „Erstberatung“ vorzunehmen und dem Motor eine Grundeinstellung auf der fetten Seite zu verpassen. 11300rpm sind kein schlechter Wert mit der APC 11×14. Noch ist da kein ordentliches Reso dran, und auch der Tank war zu tief montiert, so dass der Motor nur sehr fett eingestellt werden konnte. Leicht benebelt von ungewohnten Dämpfen, und verschmierten Fingern, konnte der Abend ausklingen.

Fluesterspeeder_02Am Samstag starteten wir gegen 10:30 Uhr. Frühaufsteher sind bei den Speedern selten anzutreffen! :-) Zum Glück gibt es in Spelle weder Mittagspause noch lärmempfindliche Nachbarn, so dass man bis Sonnenuntergang fliegen kann. Mein Testprogramm für den Samstag sah vor, dass bewährte 8s Limited Setup mit der neuen FireBlade XL Fläche zu testen. Nur damit würde sich zeigen, welche Veränderungen zu erwarten sind. Ist der Speed ungefähr auf dem Niveau der FireBlade Classic? Immerhin hat die XL mehr Spannweite und Flächeninhalt, allerdings auch ein dünneres Profil. Ich startete gegen den Wind, erster Abschwung aus niedriger Höhe, dann deutlich höherer Abschwung im Ostteil des Platzes und Kurs auf die Anlage. Und da war es wieder, mein Spelle Trauma! Mitten in der Strecke, 30m vor meinen Augen, verstummte der Motor und der Speeder war nicht mehr steuerbar. Out of Control. Dank guter Trimmung flog er weiter geradeaus und verschwand dann hinter der Baumreihe am Nord-Westlichen Platzrand. Zum Glück war das Feld abgeerntet, so dass wir die FireBlade schnell gefunden haben. Nicht so schön waren der plötzlich eintretende starke Platzregen und das brennende Modell. Mal wieder ein Totalschaden. Wie sagt man so schön: Hast du Scheiße am Schuh, hast du Scheiße am Schuh!

FireBlade_Classic_01Mein Demon Speed F5D wurde dann auch noch derart beschädigt, dass ich nicht mal mein Ersatzmodell einsetzen konnte. Das SLW ist abgebrochen, weil in meinem Zelt eine Gerätebox durch eine Windböe auf den Rumpf gefallen ist. Kann eigentlich in Spelle 2016 nur besser werden, oder? Zumindest der Nitro Motor hat mir Freude bereitet und hat das Wochenende überlebt. Alleine über den Umbau des Heli Motors zu einem Flugmotor könnte ich hier Seiten füllen. Bis man da alle Teile beieinander hat bekommt man graue Haare. Die Flugsaison 2015 ist vorbei, Zeit im Keller die Saison 2016 anzugehen! Ich brauche mehr Speed Modelle. Genug geschrieben, hier noch einige Bilder.

Links:

Speedcup Spelle 2015 bei RC Network

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Weltrekord Versuche 2015 in Ballenstedt

Alternative Überschrift: Riders on the Storm!

Tja, der Sommer in Deutschland ist 2015 schon sehr eigenartig. Die Woche vor den WRV hatte es Temperaturen an die 40 Grad im Schatten, aber am langen Wochenende (FR/SA/SO) der Veranstaltung zog ein heftiger Sturm über das Fluggelände. Beginnen wir der Reihe nach….

Als Contest Director der Veranstaltung bin ich Donnerstagnacht in Ballenstedt auf dem Flugplatz angekommen und konnte sogleich die Heli Piloten Miles Dunkel und Frank Strupp begrüßen. Diese erste Nacht war noch sehr angenehm und stressfrei. Am nächsten Tag haben wir dann ab 8:30 angefangen aufzubauen. Da wir mitten auf der Rasenfläche des Flugplatzes unser Lager hatten ist Null Infrastruktur vorhanden. Also haben wir das Sicherheitsnetz, Absperrungen, die HighSpeed WRV Messanlage, und Zelte bzw. Vorzelte der Wohnwagen aufgebaut. Nun waren auch fast alle WR Piloten anwesend, so dass gegen 12:30 Uhr ein erstes Pilots Briefing abgehalten werden konnte. Dieses Jahr standen etliche Rekordklassen auf der Agenda: Neben den bekannten Flächenklassen #175 / #196 und der Heli Klasse #203 auch Heli Dauerflug, Solar Dauerflug, Solar Speedflug und Solar Streckenflug. Daneben waren auch internationale Piloten angereist, um den Italienischen und den United Kingdom Speedrekord zu brechen.

Die Wettervorhersage war nicht optimal. Freitagnachmittag leichter Wind aus östlichen Richtungen, aber etwas schwül. Für den Samtag war schwerer Sturm angesagt und Sonntagvormittag noch Wind, aber besseres Wetter. Wettbewerbsende sollte Sonntag gegen 13Uhr sein. Somit blieb realistisch für Rekordflüge nur der Freitagnachmittag und der Sonntagvormittag/Mittag. Nicht viel Zeit, um sich an die lange WR Strecke zu gewöhnen (300m) und das Material optimal abzustimmen.

Gegen 14:30Uhr am Freitag war es dann soweit, und der UK National Rekord #175 gebrochen. Tom Stallan konnte mit der Chimera 426,79Km/h erreichen. Bei seinem ersten Einsatz in der Strecke keine schlechte Leistung. Wie ich hörte wird für die kommende Saison aufgerüstet.

WRV2015_UK-RecordKurz danach wurde der Heli Speedrekord mit 282,65Km/h von Miles Dunkel geknackt. Der erste Heli Streckendurchflug über 300Km/h von einer Seite war zu verzeichnen, und das auf der 300m WR Strecke.

WRV2015_Heli-RecordGegen 16:45 war dann der zweite National Record #175 gebrochen. Team Italia konnte 376,76Km/h erzielen. O.K., der Rekord stand vorher bei 0,00Km/h. Aber Gery hat sich von Flug zu Flug gesteigert. Seinen Speedbird DP hat er eigens für diese Veranstaltung entworfen und 3 Modelle komplett selbst gebaut. Die Speed Szene in Italien ist nach seinen Aussagen sehr klein bzw. nicht vorhanden. 2500Km Anreise sind auch eine Hausnummer, Respekt!

WRV2015_IT-RecordDie anderen Piloten brachten am Freitag keine Speeds in Rekordnähe zustande. Es fehlten schlichtweg 20-30Km/h. Diese „Wetterfühligkeit“ der Setups hat u.a. mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu tun. Dazu später mehr. Ach ja, einen Rekord gab es am Freitag noch zu vermelden: Solar Streckenflug mit 1140m. Holger Lambertus konnte diese Leistung bei widrigen Bedingungen erfliegen. Die Solarflieger erhalten die Motorenergie aus ungepufferten Solarzellen, so dass Wolken vor der Sonne eher hinderlich sind. Die Leistung bricht massiv ein, sobald die Sonneneinstrahlung gedämpft ankommt. Leider habe ich kein Bild vom Piloten, sondern nur vom Modell.

WRV2015_SolarDie Solarzellen stammen aus der Produktion, die auch für die manntragende Solar Impulse verwendet werden. Vielleicht nicht die gleiche Sortierung, aber doch sehr gute Zellen. Holger hat in einem RC Network Thread ausführlich berichtet.

Der Samstag war dann aus Speedersicht leider ein Totalausfall. Die Sturmfront zog genau über den Flugplatz. Stellenweise hatten wir Böen von über 40kn aus westlichen Richtungen. Es gab nur kurze Zeitfenster, an denen überhaupt Flugbetrieb stattfinden konnte. Einzig Christian Schalk zeigte „cojones muy grandes“ und flog als einziger an diesem Tage seine Speeder. Am Tag zuvor noch Abschluss Party in der Schule und dann am Samstag bei Sturm Speeder fliegen, und den Rekord von Niklas Kahlich aus 2013 angreifen. Den Trainingsflug absolvierte er noch mit seinem ECO Modell, danach mit seinem WR Modell, einem Fluxkompensator. Zumindest Flugzeit und Training konnte er bekommen, Rekordnahe Geschwindigkeiten waren nicht drin bei dem Wetter. Gegen Abend und in der Nacht wurde es mit dem Wind immer schlimmer. Fast alle 8 Pylonen der Messanlage sind abgeknickt, Plastikstühle hat es einfach weggeblasen. Und die Vorzelte der Wohnwagen wurden mit allem gesichert, was vorhanden war. Einziger Vorteil des Sturms: Der Grill am Abend ist in Rekordzeit durchgeglüht!

Es war durch die Wettervorhersage im Internet bekannt, dass die Bedingungen am Sonntag immer besser werden sollten. Daher beschlossen wir in Absprache mit dem Tower des Flugplatzes in Ballenstedt die Veranstaltung erst um 13:30Uhr enden zu lassen. Gegen 10Uhr am Sonntag wurde das letzte Briefing abgehalten. Am Vormittag herrschte noch reger Wind und Luftfeuchtigkeit zwischen 50% und 60% vor. Und wieder das gleiche Bild…es fehlten 20-30Km/h an Speed. Gegen Mittag stiegen die Temperaturen, der Wind flachte ab und die Luftfeuchtigkeit sank in Richtung 30%. Auf einmal wurden die Geschwindigkeiten immer schneller.

Christian Hidde hatte ein brachiales Setup in seinem Typhoon eingebaut. Dieses erlaubt nur 2 Durchflüge, bis die Lipo Zellen nachgaben. Das bedeutet schon im ersten Anflug auf 500-600m Höhe zu steigen und dann keinen Fehler zu machen. Nur eine Fehlmessung, und der Run war ruiniert. 2x war er sehr nah an den 477Km/h von Niklas Kahlich dran. Leider hatte er Freitag und Sonntagvormittag die Akkus zu sehr gefordert, so dass nun die letzten Prozent Leistung fehlten.

Das CrocoBlade Team kämpfte um beide Klassen. Am Sonntag wurde ein Flug nach dem anderen absolviert und anschließend die Logs analysiert.

WRV2015_Croco_01Christian Erdt hatte viel Pech und verlor A und B Modell. Im Rennen um #175 waren nun noch Fabian Wunderlich und Christian Schalk (mit Fluxkompensator). Max griff nach dem Rekord der Klasse #196. Dies war sein erster Einsatz mit einem Großspeeder, sonst ist er als Pilot des „Shorty“ bekannt. Diesen 80cm Speeder bewegt er durchaus mit 350Km/h durch die Strecke. Da ist ein 4Kg Großspeeder eher Entspannung, was den Puls nicht zu sehr in die Höhe treiben sollte.

Gegen 13:10Uhr flog Max mit der CrocoBlade neuen Rekord in der Klasse #196 mit 474,95Km/h. Mit einer Dreiblatt Luftschraube und sehr niedrig drehendem Motor war der Flieger fast nicht zu hören. Somit war mein eigener Rekord aus 2014 Geschichte. Bei der Leistungssteigerung war das aber zu erwarten. Der Showdown ging weiter: Um 13:20Uhr erreichte Fabian Wunderlich 481,56Km/h in der Klasse #175. Der alte Rekord von Niklas Kahlich aus 2013 war damit auch gebrochen. Christian Schalk setzte um 13:25Uhr zu seinem letzten Flug mit dem Flux an und erreichte dort ca. 483Km/h. Leider war der Ausflug bei seiner letzten Strecke deutlich außerhalb des 20m breiten Korridors der Messanlage, so dass dieser Flug nicht gewertet wurde.

Gegen 13:30Uhr verstummten die Motoren, und die Veranstaltung wurde beendet. Alle Flächen und Heli Speed Rekorde wurden gebrochen! Eine tolle Leistung der Piloten. Wir hatten nicht einen Sicherheitsverstoß und alles lief sehr gesittet und geordnet ab. Beim Abbau der kompletten Infrastruktur halfen alle Piloten und Unterstützer, so dass wir hier in Rekordzeit fertig wurden. Gegen 17 Uhr, nach einem leckeren Pflaumenkuchen mit Kaffee im „Fliegerhorst“ des VLP Ballenstedt, traten wir den Rückweg an. Die 3 Tage waren intensiv und stressig, aber ich glaube es hat sich gelohnt….

Let the Air burn!

Externe Quellen:

RC Network Thread

FAI Rekordliste Webseite => #175 / #196 / #203 / #188

F3 Speed – DM 2015 in Ballenstedt

Es ist die Deutsche Meisterschaft 2015 in Ballenstedt angesetzt und ich habe keinen konkurrenzfähigen Speeder. Dieses Jahr habe ich bewusst beschlossen etwas kürzer zu treten. Nach dem Verlust des Typhoon XS  in Spelle, meinem Weltrekord Speeder, muss ich mich neu sortieren. Daher habe ich beschlossen primär meine fliegerischen Skills zu steigern, was nur durch mehr Flugzeit mit Speedern funktionieren wird. Also müssen Speeder her, am besten aus eigenen Formen, die ich auch auf dem heimischen Flugplatz fliegen kann. Mit dem Demon Speed, ein Speeder in F5D Größe, habe ich einen ersten Schritt unternommen. Durch Zufall ergab sich die Chance den Formensatz der kleinen FireBlade von Alex zu erwerben. Dieses Modell ist mit 2250g FAI Gewicht größer als mein Demon Speed (1190g) , und durch die große Flächentiefe besser sichtbar. Den Formensatz habe ich in Bad Wünnenberg auf dem Speedcup übernommen und mein „Erstlingswerk“ aus der Form wurde wenige Stunden vor der DM in Ballenstedt fertig. Diese Aktion hat knappe 3 Wochen und etliche Nachtschichten gekostet…. :-)

DM2015_FBClassic1 Mit der FireBlade Classic sind keine Geschwindigkeiten möglich, die eine Top 5 Platzierung auf einer Deutschen Meisterschaft ermöglichen würden. Aber die Ausschreibung der DM 2015 sah vor, dass die Limited Klasse als Wertung geflogen wird. Hier wurde kein Deutscher Meister ermittelt, da Limited noch keine offizielle DAeC/FAI Klasse ist, aber die geflogenen Wertungen gehen in die interne Jahresrangliste ein. Damit war mein Ziel mit der FireBlade Classic gesetzt: Angriff in Limited! In der Limited Klasse ist das Gewicht des Antriebsakkus auf 27% des maximalen FAI Gewichts limitiert (Link Reglement). Bei 2250g FAI max. sind das in meinem Fall maximal 607,5g Akkugewicht (meine Akkusätze wiegen ca. 600g). Der Reiz an der Limited Klasse liegt u.a. darin begründet, dass man die limitierte Energie in möglichst hohe Geschwindigkeiten umsetzen muss. Effiziente Flieger und Setups sind gefordert. Anbei die Aufzeichnungen meiner Flüge auf der DM 2015:

Glossar: Tag / Akku / Wertung / Kommentar / Motorzeit / Akku Temp / Ladung Lipo

  1. SA / SLS2650 / – / Trimmflug 10.4×20 / 70s / 48 Grad / 1350mAh
  2. SA / ML3000 / 372 / zieht hoch bei Gas / 70s / 50 Grad / 1715mAh
  3. SA / SLS2650 / 374 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 54 Grad / 1490mAh
  4. SA / ML3000 / 381 / EWD Korrektur, zieht leicht hoch / 61s / 48 Grad / 1395mAh
  5. SA / SLS2650 / 384 / EWD + Motorsturz / 69s / 55 Grad / 1735mAh
  6. SO / ML3000 / 305 / 9,7×24 Prop Schub Problem / 46s / 43 Grad / 820mAh
  7. SO / SLS2650 / 380 / 10.4×20 +2 Grad / 58s / 55 Grad / 1565mAh
  8. SO ML3000 / 384 / Prop -2mm auf jeder Seite / 59s / 53 Grad / nicht geladen

Anbei die Wertungen und Platzierungen in Limited auf der DM 2015:

DM2015-LimitedMit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Der Speeder hat noch leichte „Eigenarten“ und läuft noch nicht so, wie ich das gerne hätte. Meine Ziele für die DM waren die 400Km/h Schwelle in Limited zu nehmen und das Modell nicht zu beschädigen. Zumindest ist die FireBlade Classic heile geblieben. Sie fliegt sehr agil und lässt sich einfach Landen. Dazu habe ich nicht einmal Landeklappen nach oben programmiert. In der Phase „Landung“ gehen die QR 3mm nach unten und mit dem HLW wird ein langsamer Gleitflug eingestellt. Damit gelingen Landungen sehr gemütlich für einen Speeder. Auf P1 in Limited fehlen ca. 10% Speed. Jochen und ich verwenden beide Scorpion 4525 Motoren, beide die RO 11×20 Luftschraube. Er fliegt 10s 2200er in der FireBlade XL, ich 8s 2650 bis 3000er in der FireBlade Classic. Der Rumpf der beiden Modelle ist der Gleiche, nur die Fläche der FireBlade XL ist eine andere (FAI max. 2635g). Das Profil der XL ist dünner, die FireBlade Classic hat das Originale MH54 Profil im Flügel. Auf den restlichen Veranstaltungen werde ich versuchen an den 10% Speed auf P1 zu knabbern, ohne meine Lipos zu überfordern. Das wird schwierig genug die richtige Abstimmung zu finden. Und in der Zwischenzeit heißt es weiter: Üben, üben, üben!

DM2015_FireBladeLinks ist Jochen mit der FireBlade XL (2635g FAI), Rechts Mario mit der FireBlade Classic (2250g FAI). Und jetzt mal ein Bild von Alex, dem „Mister FireBlade“. Er hat die FireBlade Serie entwickelt, u.a. auch die neue CrocoBlade mit 4000g FAI. Was ein Monster Speeder!

DM2015_AlexCrocoDiese Deutsche Meisterschaft war leider sehr übersichtlich, was die Anzahl an Teilnehmern angeht. 15 Piloten in den Elektro Klassen waren gemeldet, in den Verbrennerklassen nur 1 Teilnehmer (!) und die Heli Fraktion glänzte mit vollständiger Abwesenheit. Der Teilnehmerzahl zum Trotz konnten wir viele Flüge absolvieren, auch wenn das Wetter am Samstag (wegen Regenschauern) zu kleinen Unterbrechungen zwang. Neuer Modus bei der Startreihenfolge: Wir haben uns bei der Veranstaltung darauf geeinigt von der festen Startreihenfolge abzurücken. Es wird pro Tag eine Maximalanzahl an Durchgängen festgelegt und die Piloten können fliegen, wenn sie dazu bereit sind. Alle Flugaktivitäten werden in einer Liste protokolliert (zusätzlich zum Computer). Dieser Modus führte zu einem deutlich entspannteren Wettbewerb. Hoffen wir, dass es in Zukunft auch so bleibt…

Die obligatorische Pilotenbesprechnung am Samstag Abend verlief konstruktiv und sachlich. 2 Punkte kurz herausgestellt: a) Es wird angestrebt die Elektro Limited Klasse zu einer offiziellen DM Klasse zu machen und b) bei den Verbrennern soll eine „Flüsterklasse“ entwickelt werden.

So gern ich auch den brutalen Sound eines MB40 Verbrenner Pylon Antriebs bei 32000 Touren mag; es erscheint mir logisch, dass man damit auf dem heimischen Flugplatz kein gern gesehener Pilot ist. Es müssen Änderungen erfolgen, damit die Verbrenner Speederei nicht ausstirbt. Nachwuchs ist Mangelware. Das ist leider Fakt. Den Samstag Abend haben wir dann alle Zusammen beim leckeren Griechen in Ballenstedt ausklingen lassen. In knapp 4 Wochen sind wir wieder in Ballenstedt bei den Weltrekord Versuchen 2015.

Kommen wir zum eigentlichen Geschehen in der Elektro Klasse. Was gab es Neues? CrocoBlades! Gleich 3 dieser Monster Speeder waren im Einsatz: Ralph, Christian und natürlich Alex pilotierten die CrocoBlade schnell und ohne Probleme durch die Strecke. Die ersten Prototypen hatten auf dem SpeedCup in Bad Wünnenberg noch so ihre Probleme mit der Struktur, das scheint nun behoben. Dann war da noch das neue Big Monster von HJK Speedwings. Gerd konnte den Speeder bei einem seiner ersten Einsätze mit 451,95Km/h durch die Strecke jagen. Das langte am Ende für Platz 6. Ja, man musste dieses Jahr schon deutlich schneller als 450km/h fliegen um in die Nähe der vorderen Plätze zu kommen. Die Leistungsdichte wird vorne immer enger. Der Konstrukteur der CrocoBlade erreicht Platz 5 mit 453,48Km/h (Alex). Die Vielfalt der Modelle zeigt sich u.a. auch an Platz 4. Diesen konnte Tim als bester Jugendlicher mit 455,70 Km/h und einem Tomahawk belegen. Der Junior zeigte sehr saubere Durchflüge und hat sein Sportgerät im Griff. Der Papa hat mittlerweile keine Chance mehr. Platz 3 geht an Christian, der seine CrocoBlade mit 461,77Km/h pilotierte. Und wer liegt ganz vorne? Team Typhoon! 472,18Km/h von Stefan und 483,77Km/h von Marcus. Der alte Deutsche Meister ist somit auch der Neue. Glückwunsch an die Herren auf dem imaginären Podest! Was fehlte? Die 500er Marke wurde wieder nicht gebrochen. Wir warten weiter…. :-)

Externe Links:

Limited Jahreswertung 2015

Videos von der DM 2015

Thread bei RC Network mit Bildern

Speedcup Bad Wünnenberg 2015

Nach einem Jahr Pause war es endlich wieder soweit: Speedcup in Bad Wünnenberg und somit offizielle Saisoneröffnung für die Speed Szene. Der Event und die Location ist immer spitze, die Leute einfach sehr entspannt und locker. Was gibt es an neuen Modellen zu sehen? Was haben die Jungs über den Winter gebastelt? Welche Rookies sind neu dabei? Fragen über Fragen …. hier gibt es ein paar Antworten aus meiner Sicht der Dinge.

BW2015_01_CharterSascha mit seinem Speed Charter. MH54 Flügel und ordentlich Leistung unter der Haube. Das Modell wird wie damals nur mit Seite und Höhe gesteuert. Um die 250Km/h flog der Brocken. Noch Potential für Verbesserungen. Das Fahrwerk wurde leider beim Einfliegen geopfert.

BW2015_08_Nitro1Fabian brachte einen 3/6 (oder 2/3?) mit umgebautem Car Nitro Motor an den Start. Nach ordentlich Unterstützung der Nitro Fraktion war das Modell fliegbar. Leider ohne Bild, aber passend zum Thema „Nitro Speeder“, war der Flüsterspeeder von Harry (Beitrag 236/237) neu dabei. Leider habe ich keine Bilder und kann nur auf einen RC Network Thread verweisen. Leise und mit über 330Km/h nicht langsam. Befeuert von einem OS91 15ccm Heli Motor und einer APC 11×14 Luftschraube. Dieses Projekt war sehr beeindruckend und hat auch etliche E-Speeder dazu verleitet Überlegungen in Sachen Nitro Motoren anzustellen. Jedenfalls ist unsere WhatsApp Gruppe deutlich Nitro lastiger geworden…

BW2015_14_Jochen01Jochen brachte sein Erstlingswerk eines Voll Composite Modells mit: Ein Expresso 400 Pylon aus älteren Tagen. Erstflug ist geglückt! Beim zweiten Flug wurden dann aber strukturelle Mängel im Flug gefunden. Jochen hat den Weg vom Holzwurm zum Composite Fliegerbau in Rekordzeit vollzogen. Durch Unterstützung der Speed Community haben wir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Als zusätzliche Motivation für alle Neueinsteiger hat Jochen 2 Videoserien auf Youtube hochgeladen. Die eine zeigt den kompletten Bau eines 4/5 Holzspeeders, der andere Videobericht dokumentiert den Bau einer FireBlade XL, die von Alex gebaut wird. Hier die Links:

4/5 Baubericht auf Youtube (12 Videos)

Baudoku FireBlade XL (derzeit 3 Videos)

BW2015_04_CrocoBlade02Die CrocoBlade hatte zwar keinen Erstflug in Bad Wünnenberg, aber so richtig in Aktion gesehen haben das Modell bisher nur wenige Personen. Gehört hat man ja schon einiges, nicht aber gesehen. Das Modell ist ein 4Kg Großspeeder mit dünnem Flügelprofil und Platz für 16s 4000er Lipos. Mit einem großen Motor der Scorpion Serie 45xx versehen können um die 10KW Dauerleistung in Vorschub umgewandelt werden. Leider hatten die ersten Prototypen in Bad Wünnenberg nicht viel Airtime. Ralph sein Modell platzte in der Luft, Christian seine CrocoBlade hatte strukturelle Probleme, konnte aber noch sicher gelandet werden. Wir werden die nächsten Modelle auf der DM2015 und den Weltrekord Versuchen in Ballenstedt sehen. Dieses Modell hat das Potential auf vordere Plätze.

BW2015_12_Demon04Mein Beitrag zu neuen Speed Modellen besteht aus dem „Demon Speed„. Dabei handelt es sich um Flügel und Leitwerk des Demon F5D (Tragflächenprofil wie Bathlet F5D) und einem umgebauten F5B Rumpf des Tesla. Die Demon Urmodelle konnte ich günstig aus den Niederlanden erwerben und eigene Formen erstellen. Ziel des Projektes war es einen Speeder zu entwerfen, mit dem man auch auf meinem kleinen Heimatflugplatz trainieren kann. Die großen Speeder a la Flux und Typhoon XS konnte ich dort nicht einsetzen. Zusätzlicher Nebeneffekt: Mit einem relativ kleinen 5s 2200 Lipo ist man kostengünstig unterwegs. 2 Setups hatte ich bis kurz vor dem Event in Bad Wünnenberg in etlichen Nachtschichten fertiggestellt. Das Modell mit dem rotem Rumpf hat ein F5D Setup mit Getriebe Motor verbaut. 5s 2200mAh Lipo und ein YGE 90HV Regler befeuern einen Hacker B50 9s mit 6,7:1 Getriebe. Die knapp 10000 Touren drehen dann einen Sägezahn (SAW Tooth) Prop mit 12×25. Nach einigen Trimmflügen konnte ich damit 357Km/h im Mittel durch die Messanlage fliegen. Nicht schlecht für 1KW Antriebsleistung. Der Sägezahn Propeller wird ebenfalls von mir selber gebaut. Als Vorlage diente der BBR Sägezahn Prop aus Australien, wie er auch von einigen F5D Piloten im Wettbewerb geflogen wird. Nur konnte ich mich mit einigen Details des Props nicht anfreunden: 1) die 6mm Blattaufnahme war mir zu klein (unsicher!) und 2) der Prop war insgesamt zu weich für meinen Geschmack. Also habe ich das 8mm Auge des 13×27 Speed Propeller an das Sägezahn Blatt implantiert und eigene Formen erstellt. Dieser 12×25 Prop passt nun an alle gängigen 8mm Spinner. Eine Variante hat 12×25 an einem 30mm Spinner, meine zweite Version habe ich für einen 40mm Spinner leicht gekürzt. Meine ersten Prototypen Props waren um längen steiffer als das Original. Beeindruckt hat mich der Sound, der fast gar nicht zu hören ist. Wer Lärmprobleme hat sollte mal einen 12×25 Sägezahn testen. Show am Boden ist dabei garantiert…. :-)

Der Demon mit dem schwarzen Rumpf sollte die Grenzen des Machbaren ausloten. Setup: Scorpion 3026/880kv an 10s 1800er Lipo und ein YGE 150 HV FAI Steller. Eigens für dieses Setup haben wir (Danke Max und Domi!!!) einen passenden Propeller entworfen, der die 30000RPM in Vorschub umwandelt. Entstanden ist der OZ 6.4×11 Prop, der eine modifizierte Version des erfolgreichen EPS 7.1×11 Props darstellt. 7″ sind für kleine Speeder bei den Drehzahlen deutlich zu viel Schub (gilt auch für die APC 7×10). Sinnvoll lässt sich der 7.1×11 nicht auf 6.4″ kürzen, das sieht nichts aus. Der neue Prop macht einen guten Eindruck am Modell, und in den Ohren! Das Setup ist nichts für einen gemütlichen Sonntag Nachmittag auf dem Platz. Schrei-Kreisch vom Feinsten. Leider hatte ich nicht viel Freude an dem Modell. Nach der obligatorischen Trimmrunde, und nur 20s Motorzeit, ging das Modell in der Luft in Flammen auf. Ziel waren 400Km/h, was die gerechneten 3,xKW Leistung auch ermöglicht hätten. Eine schwarze Rauchfahne zeigte, dass der Regler das Inferno ausgelöst hatte. Damit wäre die Frage geklärt, ob man Lufthutzen VOR oder NACH dem Erstflug anbringt! Jetzt nur keine Panik und einlanden. Da dies der Erstflug mit dem Modell war wollte ich nichts riskieren und baute langsam Fahrt ab. Eine weißliche Rauchfahne zeigte mir, dass jetzt auch die unter dem Regler befindlichen Lipos brannten. Nach kurzer Zeit erreichte der Brand die Empfängerstromversorgung und der Funkkontakt riss ab. Das Modell schlug ungesteuert aus ca. 50m in den harten Boden hinter dem rechten Pylon der Messanlage. Bis wir mit dem Feuerlöscher dort eintrafen qualmte es nur noch. Totalschaden, leider komplett ausgebrannt. Das Projekt 400Km/h mit dem Demon Speed werde ich später fortsetzen. Stay tuned…

Bad Wünnenberg 2015 war wieder ein geselliges Erlebnis. Am Samstag hatten wir Lagerfeuer mit Umtrunk. Ja, auch die Speeder haben eine romantische Seite. In der Nacht war es zapfig kalt. Als ich um 1:30Uhr die Segel getrichen habe hatte es Eis auf den Flächen meines Styro Feierabend Fliegers, den ich neben meinem Werkstatt Zelt noch auf dem Gras stehen hatte. Am Feuer war es mollig warm. Abschließend noch ein paar Impressionen und die obligatorische Link Liste zu externen Quellen. Wer Fragen hat meldet sich einfach bei mir. Oliver(.)Zanker(AT)Web(.)de. Danke.

Externe Links und Quellen:

# Powercroco.de – Bad Wünnenberg 2015

# RCN Thread – Bad Wünnenberg 2015

Weltrekord Versuche 2014 in Ballenstedt

Letztes Jahr war ich in Ballenstedt nur als Contest Director dabei. Dieses Jahr wollte ich angreifen, und mir den Rekord #196 vornehmen. Dieser wird derzeit von Dr. Marcus Koch gehalten und ist mit 419,90Km/h mit meinem derzeitigen Setup machbar. Auf der DM 2014 in Tussenhausen konnte ich beweisen, dass gute 450-460Km/h unter optimalen Bedingungen realisierbar sind.

Hinweis: Es gibt unterschiedliche FAI Weltrekorde. #175 hält derzeit Niklas Kahlich mit 477,30Km/h. Die Klasse #196 fordert 2 unterschiedliche Stromquellen am Antrieb, daher der Name „Comb“ (wahrscheinlich von „Combined Sources“). Infos zum Reglement gibt es hier bei SpeedScene.eu.

Im Vorfeld der WR Versuche gab es einige Verwirrungen, was Realisierung und Finanzierung anging. Die Veranstaltung stand kurz auf der Kippe. Im Vorfeld hatten nur 2-3 Piloten Ambitionen angemeldet, und das in der Klasse #175. Bei so wenigen Teilnehmern, und keiner Meldung auf den Rekord #196, machte ich mir Hoffnungen auf einen „Free Shot“ ohne Konkurrenz. Dazu kam es nicht, denn schlussendlich machten noch 3 weitere Piloten jagt auf den alten Rekord aus 2013. Dr. Marcus Koch wollte seinen Rekord verteidigen, Christian Schalk greift in seiner ersten Speeder Saison nach der Krone und Christian Erdt hat auch ein mächtiges Wort mitzureden. Mit Trainingspiloten waren 19 Teilnehmer gemeldet, was die Veranstaltung zu stattlicher Größe anwachsen ließ.

WR_Strecke_Mitte

Blick in die 300m WR Strecke. Standort ist genau in der Mitte.

Taktik und Überlegungen. Im Vorfeld einer solchen Veranstaltung muss man sich Gedanken machen, was persönliche, realistische Ziele sind. Mir ist eines klar: Alle meine Konkurrenten können mit ihren Setups schneller fliegen als ich, das wurde auf der DM 2014 ersichtlich. Fällt eine 485Km/h, wie in Tussenhausen auf der DM, ist mein Traum vom Rekord #196 geplatzt. Auch mit viel Kreativität hätte ich mein 10s Setup mit Powercroco 4234 und 10.4×20 Prop nicht so hinbiegen können, dass ich in diese Regionen vorstoße. Mein Ziel war daher deutlich niedriger gesteckt: Den Rekord #196 von 419,90Km/h auf der 300m FAI Strecke zu überbieten. Mehr nicht! Dieses Ziel habe ich selber in der Hand, da kann die Konkurrenz machen was sie will. Wer am Ende die Nase vorne hat ist zweitrangig. Aber abgerechnet wird immer am Ende, es kann viel passieren auf so einer Veranstaltung. Kurzer Einwurf zum Thema „Konkurrenz“: Das Wort ist kürzer zu Schreiben als die Namen von Christian Schalk, Dr. Marcus Koch und Christian Erdt. Als Speeder hilft und respektiert man sich gegenseitig. Jeder würde dem anderen mit Material und Hilfe beistehen, wenn das nötig ist. Wir sind ein kleiner aber eingeschworener Haufen…

Ich bin gegen 16:30Uhr am Freitag in Ballenstedt eingelaufen. Die Kollegen waren schneller als ich und der Platz sah mit Sicherheitszaun und entsprechenden Absperrungen schon sehr gut aus. Es wurde eilig die WR Messanlage mit den High-Speed Kameras (1000 Bilder/Sekunde) und Glasfaser Netzwerk aufgebaut. Christian und Team haben hier wieder volle Arbeit geleistet. Danke! Ziel war eventuell schon erste Trainings- oder Wertungsflüge am Abend zu starten. Die Wetterprognose war für das Wochenende sehr wechselhaft gemeldet. Als knapp vor 19Uhr alles fertig war setzte Regen ein und der Tag war somit aus Wettkampfsicht beendet. Immer mehr Teilnehmer trudelten im Laufe des Abends ein. Der Samstag begrüßte uns mit etwas Sonnenschein und einem freundlichen Wolkenbild. Ein Großteil der Speederei liegt in einer guten Vorbereitung, die Flüge sind ja mit 60-75s sehr kurz. Akkus alle geladen? 90min Akkus heizen auf 43 Grad, Empfängerakku checken, Propeller richten und montieren, benötigte Werkzeuge bereitlegen. Wie viele Flüge das Wetter zulassen würde war im Vorfeld nicht ersichtlich. Bei den WR Versuchen ist die Strecke 100m länger, als auf der Deutschen Meisterschaft. Hier wird gefordert, dass der Speeder 100m VOR dem Einflug in die Strecke in der Horizontalen ist (min. 5m, max. 35m). Dies wird durch Höhen Judges überprüft, welche Rückmeldung an die Messanlagen Crew liefern. Meinen ersten Flug startete ich mit dem „Light“ Setup (Prop 10.3×17) und den schlappen 10s SLS 5000er, die ich mir bei der DM in Tussenhausen abgekocht hatte. Zu meiner Überraschung war dieser Flug mit einer gewerteten 428Km/h schneller als der alte Weltrekord und somit mein Ziel für das Wochenende erreicht. Es war mir dabei auch egal, dass es Probleme mit den High-Speed Kameras gab, so dass dieser Flug nie zu einem Weltrekord hätte werden können. Ohne Dokumentation gibt es keinen Rekord! Ich war happy und die Anspannung gewichen. Gegen kurz vor 17Uhr am Samstag fliegt Christian Erdt mit 433Km/h einen neuen Rekord. Mein sportlicher Ehrgeiz wird geweckt und ich rüste mein Setup auf die 10.4×20 um. Die 433 im Mittel sind mit der 10.3×17 fast nicht zu schaffen, denn die Flugbedingungen sind suboptimal. Gegen 18:30 am Abend packe ich meine besten Akkus (MyLipo.de 10s 5000er) in den Speeder und frage Christian Erdt, ob er mich als Caller unterstützt. Christian hat das so gut gemacht, dass ich mit 445Km/h seinen 90min alten Rekord überbieten konnte. Er hätte mich auch völlig an der Strecke vorbei dirigieren können, schließlich hatte ich nur einen echten Versuch Links und Rechts, dann waren die Akkus leer. Hat er aber nicht gemacht, das ist besagter Team Spirit in F3 Speed! Klar war er hinterher etwas betrübt, das gehört bei so viel Einsatz dazu. Seine Stimmung besserte sich erst, als mein Typhoon XS auf einem Durchflug nicht in den Highspeed Kameras zu sehen war. Damit war klar, dass Christian den Rekord am 30.08.2014 geknackt hat. Was ich nicht wusste: Rekorde werden pro Datum vergeben, nicht pro Veranstaltung. Wieder was gelernt…

Alex_FirebladeXL

Alex mit seiner Eigenentwicklung: FireBlade XL – eine Seite mit 470Km/h

Am Sonntag sollte es dann zum Showdown kommen. Wir hatten im Vorfeld beschlossen die Weltrekordversuche gegen 14:30Uhr zu beenden, da einige Teilnehmer lange Fahrtstrecken vor sich hatten und das Wetter gegen Abend immer schlechter werden sollte. Christian Erdt konzentrierte sich auf den Rekord #175, war also mit seinem Ergebnis von Samstag zufrieden. Weiterhin im Rennen: Der Titelverteidiger Dr. Marcus Koch und Christian Schalk, der vom Altmeister Erwin Schamburger gecoached wurde. Beide hatten Ambitionen auf die Rekorde #175 und #196, somit eine Doppelbelastung. Gegen kurz nach 11Uhr machte ich mit Niklas Kahlich als Caller einen Versuch mit den frischen Mylipo 10s 5000er Zellen und dem bewährten 10.4×20 Prop. Im ersten Steiger fliege ich nicht sehr hoch, weil hier der Speeder eh noch nicht voll Ausbeschleunigen kann. Mein Setup kann auf der WR Strecke 3 Durchflüge im gesunden Bereich absolvieren, 4 Strecken werden für den Akku schon nicht mehr lustig. Daher ist ein sauberer Flugstil wichtig! Beim nächsten Abschwung hat sich der Typhoon XS von der Geschwindigkeit her schon aufgeschaukelt und durch das Megafon wird eine 428Km/h angesagt. Damit bin ich nah am Rekord von Christian Erdt dran, der bei 433 liegt. Der letzte Durchflug ist jetzt mit dem Wind, und hier muss ich unbedingt treffen, denn für weitere Flüge langt die Kapazität im Akku nicht. Aus 400-500m Anflughöhe stelle ich den Typhoon auf den Kopf und peile die Strecke an. Niklas gibt hilfreiche Anweisungen, damit der 300m Durchflug auch gerade gelingt. Der Speeder ist schnell, es sind wenige Korrekturen nötig. 461Km/h ertönt aus dem Megafon. That´s it … neuer Rekord! Jetzt gilt es sauber zu landen, denn der Speeder darf keine Teile bei der Landung verlieren, sonst ist der Flug ungültig. Anschließend erfolgt die Abnahme. Unter Aufsicht des Wettbewerbsleiters wird das Modell gewogen (75g/dm² Regel), und die Spannungen der Akkus kontrolliert. Wichtig ist auch, dass beide Stromquellen angeschlossen sind. Mir ging es nach diesem Flug richtig gut… :-)

OZA_SmileMir war nach 2 Flügen mit 445Km/h klar, dass ich an diesem Wochenende nicht viel schneller werde Fliegen können. Nun galt es Marcus und Christian aufmerksam zu beobachten. Christian Schalk startete gegen kurz vor 12 Uhr mit seinem Flux zu einem Versuch in #196. Er bekommt eine gültige Messung von 493Km/h mit Rückenwind. Jetzt einen Treffer von der anderen Seite und ich bin meinen Rekord los. Leider löste bei Christian eine der beiden Kameras nicht aus, oder beim Einflug wurde die Höhenaufgabe verletzt. Marcus ging es nicht viel besser. Erst kämpfte er mit einem defekten Rumpf an seinem Speeder, der das Modell nahezu unsteuerbar machte. Nach der Reparatur passte die Trimmung nicht 100%. Auch er verpasste eine volle Wertung wegen nicht auslösenden Kameras bzw. Fehlern beim Einflug. Christian Schalk flog bis 14 Uhr noch 2 weitere Versuche, Marcus flog 3x. Und was soll ich sagen: Von keinem Flug gab es eine 100% Wertung über meinen 445Km/h. Als das Wettbewerbsende ausgerufen wurde musste ich tief durchatmen: Neuer Weltrekord in der Klasse #196!

Combo_Rekorde

Links: Christian Erdt / Tomahawk (433Km/h), Recht: Oliver Zanker / Typhoon XS (446Km/h)

Rückblickend muss ich sagen, dass das Wochenende optimal verlaufen ist. Bei keinem meiner 9 Flüge hatte ich einen Fehler bei der Höhenkontrolle. Den alten Rekord von Dr. Marcus Koch konnte ich 3x überbieten, somit war das selbst gesteckte Ziel erreicht. Alles andere war Bonus. Dass am Ende ein Weltrekord rausspringt hatte ich nur hoffen können. Von der Geschwindigkeit meines Setups war ich unterlegen. Es ist wie im Fußball, da gewinnt auch nicht immer das beste Team. Jetzt geht der Papierkram mit der Weltrekord Akte los. Aber das nehme ich gerne in Kauf. Danke an alle Mitstreiter, die diese Veranstaltung ermöglicht haben!!!

Dokumentation der Setups/Flüge für meine Statistik:

  1. SA 428Km/h (Weltrekord) / 100% / 10.3×17 / SLS / Lipo Hi 70C
  2. SA – / – / 10.3×17 / MyLipo / 51C Vo / 55C Hi / Kein Treffer Anlage
  3. SA 439Km/h / nur eine Seite / 10.3×17 / SLS / Hi 79C / 76s Motor
  4. SA 450Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / 60C
  5. SA 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 65C Hi, 59C Vo / 58s Motor
  6. SO 445Km/h (Weltrekord) / 100% / MyLipo / 10.4×20 / 64C Hi, 61C Vo / 62s Motor
  7. SO – / – / 10.4×20 +2Grad / MyLipo / unter 60Ci / 2 Steiger YGE160HV OverHeat
  8. SO 436Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / SLS / Hi 74C, Vo 61C
  9. SO 451Km/h / nur eine Seite / 10.4×20 / MyLipo / Hi 60C, Vo 59C

Externe Quellen und Links:

# RC Network Thread zu den WR Versuchen 2014 in Ballenstedt

# RCGROUPS Thread Typhoon Series and WRV 2014

# RC-Line Forum Thread zu den WR Versuchen

# Infos zur Veranstaltung bei Powercroco.de

# Youtube Kanal mit Videos (Samstag) von den WRV 2014

# Presse Mitteldeutsche Zeitung: Artikel 1 / Artikel 2 / Artikel 3

FAI Weltrekorde #196 in Ballenstedt (2014)

Am Wochenende 30/31.08.2014 fanden in Ballenstedt auf dem Verkehrslandeplatz Weltrekord Versuche statt. Einen ausführlichen Bericht werde ich später erstellen, die Ereignisse müssen erst sacken. :-)

Mein Minimalziel: den von Dr. Marcus Koch in 2013 aufgestellten Weltrekord der Klasse #196 Comb überbieten. Das gelang auf der 300m FAI Strecke bereits im ersten Flug. Danach war der selbst gemachte Druck weg und es konnte weitergehen. Schlussendlich konnte ich am Ende der Veranstaltung mit 446,96Km/h den schnellsten gültigen Flug in meiner Klasse durch die Messanlage verzeichnen. Neuer FAI Weltrekord in der Klasse #196!*

Pilots_Caller

Links im Bild ist Christian Erdt, der Konstrukteur der FAI Weltrekord Messanlage. Er konnte am Samstag den Rekord #196 auf 430,26Km/h steigern. In der Mitte unser Caller Niklas Kahlich. Er hält derzeit den Rekord #175 mit 477Km/h. Rechts im Bild dann meine Wenigkeit mit dem Typhoon XS. Am Sonntag konnte ich den Rekord #196 auf 446,96Km/h verbessern. Weitere Details hebe ich mir für den ausführlichen Artikel auf. Danke an Alle Mitstreiter, die diese Veranstaltung in Ballenstedt 2014 ermöglicht haben!

Abschließend ein erster Einblick in die Papierarbeit, die mich die kommenden Tage und Wochen beschäftigen wird. Der „Preliminary Notification“ muss innerhalb 7 Tage nach dem Rekord durch den DAeC abgezeichnet und bei der FAI eingereicht werden. Dieser erste Schritt wurde durch Michael Thoma vom DAeC eingeleitet. Meinen Dank dafür. Anschließend muss innerhalb 120 Tagen eine vollständige, umfassende Rekordakte mit allen Details (in englischer Sprache) bei der FAI vorliegen. Geht dabei was schief wird der Rekord nicht anerkannt.

Preliminary_Notification_Comb_2014

Mittlerweile kann man sehen, dass die Notification bei der FAI eingegangen ist. Unter folgendem Link mit der Nummer 17298:

http://www.fai.org/record-aeromodelling-and-spacemodelling

FAI_Record_Claim

*in Anerkennung durch den DAeC und die FAI

F3 Speed – DM 2014 in Tussenhausen

Die Internationale Deutsche Meisterschaft der F3 Speed Piloten fand diesmal in Tussenhausen auf dem Werksgelände der Firma Grob Aircraft statt. Man merke auf: Ein Platz im Süden, was es die letzten Jahre nicht gab (bisher immer beim DO-X in Osnabrück). Ein privater Flugplatz ganz für uns alleine, also Platz ohne Ende. Etwas vermisst habe ich die kuschelige Atmosphäre beim DO-X: In Tussenhausen gab es keinen Stromanschluss, 400m bis zu den Sanitäranlagen, Flugplatz rough Green statt Modellbau Piste, keine Rundum-Sorglos Verpflegung wie in Osnabrück. Jammern nützt nichts, man muss sich arrangieren, schließlich wollen wir schnell Fliegen!

Gruppenfoto_kleinWie auf dem Gruppenfoto ersichtlich, hat mit Frank endlich auch ein Hubschrauber Pilot den Weg zu uns gefunden. Wegen einer Terminüberschneidung mit einem Heli Event in den USA sind es leider nicht mehr Hubschrauber Speed Piloten geworden. Aber ich denke das wird noch…

Zu den Details. 5 Verbrenner- und 20 Elektro Speeder waren angetreten, den Deutschen Meister zu ermitteln. Es gab 2 Verbrenner Klassen (10ccm + 15ccm) und FAI Elektro (bis 72V und 75g dm²). Die Leistungsdichte war wieder höher als 2013. Die Methanolfraktion beschwerte sich zwar über „schlechte“ Luft (schwül und warm), dennoch gelang es Hartmut Schulze in beiden Klassen über 400Km/h zu fliegen. Somit verdient P1 in beiden Verbrenner Klassen. In Elektro wurde mit Spannung der erste 500Km/h Flug durch die Messanlage erwartet. Bei den Weltrekord Versuchen 2013 in Ballenstedt gab es auf der 300m FAI Strecke schon einzelne Durchflüge über 500Km/h, aber keine komplette Wertung. Hinweis: Auf der DM 2013 sind wir noch mit max. 10s Lipo, also 42V Reglement, geflogen. Diesmal volle Leistung, was das FAI Reglement hergibt. Dennoch sind einige Piloten bei den 10s Setups geblieben. Die ersten 3 Plätze hatten aber mehr Lipos an Board: Marcus ein 12s Setup, bei Kai bin ich mir nicht sicher (12 oder 14s) und Christian Schalk hatte 11s im Flux. Mit der 500er Wertung ist es nichts geworden, wir hatten allerdings zwei Flüge mit 503,50 Km/h. Hier die Ergebnisse direkt aus der Messanlage.

DM2014_F3S-FMeine Herren, das ist schon ambitioniert schnell! Marcus Koch gewinnt verdient nach sauberen Flügen knapp vor Kai Koppenburg. Marcus hat es endlich geschafft mit seiner Eigenkreation, dem Typhoon Speeder, den Sieg einzustreichen. Dies hat einige Jahre Arbeit gekostet, aber die Mühen haben sich gelohnt. Vor allem der Rookie Christian Schalk hat auf seiner ersten DM eine gute Vorstellung abgeliefert. Auf dem Speedcup in Siegendorf hat er zum ersten Mal Durchflüge durch die Messanlage geübt und jetzt schon P3. Gratulation! In meinen Augen wäre sogar noch mehr drin gewesen, denn bei dem letzten Flug war es fast perfekt windstill. Knapp 490Km/h von Links waren ein guter Anfang, aber die Seite von Rechts hat er 2x nicht sauber geflogen, dann war der Akku leer. Und diese Durchflüge von Rechts waren beide sehr schnell. Gerüchte sagen, dass er auf den kommenden Weltrekord Versuchen in Ballenstedt antreten wird. Christian ist in der Jugendtruppe um Erwin Schamburger aktiv. Durch diesen „Umstand“ hat er die Lernkurve extrem schnell vollzogen. Perfekt eingestelltes Material vom Altmeister Erwin und gutes Coaching ergeben dann entsprechende Ergebnisse. Fliegen kann der Bursche auch noch! Merkt man, dass mich P4 etwas wurmt? :-) Christian, tolle Leistung, weiter so.

Mein persönliches Minimalziel war eine komplette Wertung über 400Km/h. Diese magische Schwelle begleitete mich 3 Jahre lang, und jetzt ist das Trauma endlich Geschichte. Auf dem Speedcup in Siegendorf habe ich den Typhoon XS eingeflogen und gleich beschädigt (defektes Servo DES 930 HV). In Tussenhausen war alles wieder gerichtet, frische Akkus im Typhoon XS, und direkt im ersten Flug am Freitag mit 436Km/h wurde die 400er Marke geknackt. Damit war das Wochenende eigentlich schon sehr positiv verlaufen. Jetzt aufhören war allerdings keine Option. Also habe ich am Setup geschraubt und versucht meine Speeds zu erhöhen. Anbei mein Protokoll:

  1. FR – 10.3×17 – 436Km/h – 100%
  2. FR – 10.1×20 – 440Km/h – 100%
  3. FR – 10.1×20 – 444Km/h Durchflug – 80% / Nach 80s Hitzeabschaltung
  4. SA – 10.4×20 – 347Km/h 80% / Nach 65s Hitzeabschaltung
  5. SA – 10.4×20 – 458Km/h – 100% – zusätzliche NACA Hutze eingebaut
  6. SA – 10.6×20 – 454Km/h – 100%
  7. SO – 10.6×20 – 473Km/h Durchflug – 80% / 65s Motor / Lipo 77Grad!
  8. SO – 10.6×20 – Keine Wertung – 64s Motor – hi. Lipo 75Grad / vorne 65 Grad

Setup Typhoon XS:

Leider hatte ich keinen Unilog im Flieger. Das ganze Loggerzeug beansprucht derzeit bei mir zu viel Nerven, dass ist Stress pur beim Zusammenbau. Dies habe ich mir bei der DM gespart und mich lieber auf die Flugaufgabe konzentriert. In den Akku habe ich nach dem letzten Flug 3420mAh eingeladen, was ungefähr einem durchschnittlichen Strom von 190A entspricht. Laut Rechnungen geht der Peakstrom über 230A, was dann auch den abgekochten Akku (nur 35C Lipos) mit 75 Grad erklärt. Letztes Wochenende war ich auf dem Flugtag in Kirberg, dort war der Unilog mit Light Setup (10.3×17) im Typhoon XS dabei. Die Datenauswertungen stehen noch aus.

Randbemerkungen

Akkus und Lade-Equipment: Die komplette DM bin ich mit einem 10s 5000mAh Akkusatz geflogen. Die SLS 45C Magnum V2 waren leider ausverkauft, daher musste ich auf 35C Zellen zurückgreifen. Wo deren Schmerzgrenze liegt habe ich jetzt herausgefunden. Als externe Stromversorgung habe ich einen 640W 2T Generator von Bauhaus verwendet. Der läuft mit 50:1 Gemisch, welches ich auch in meiner F-Schlepp Maschine verwende (102 Oktan Benzin + Motul 800 Racing 2T Öl). Allerdings kommt der Generator an seine Leistungsgrenzen: 2x Lader mit 5A Ladestrom, 1x Heizbox 70W und einen kleinen Robbe Lader für den Empfängerakku. Da fängt er schon böse an zu spucken. Wenn man auf jeweils 4A Ladestrom runtergeht passt es wieder. Durch die wenigen Teilnehmer war es aber nicht möglich, jeden Durchgang zu fliegen. Jeden 2ten Durchgang konnte ich absolvieren. Nach dem Flug habe ich die Akkus 15-20min abkühlen lassen. Danach ging es direkt zum Laden in die Heizbox. Die Akkus sollten 90min geheizt werden, damit auch die inneren Zellen Temperatur haben (Ziel: 40-43 Grad). Fazit: 2 Akkusätze machen schon Sinn, oder ein stärkerer Generator + besseres Ladegerät, damit man 2C bzw. 3C Ladung der Akkus fahren kann.

Team Tanto / AkaModell München: Ich hätte es den Jungs gewünscht, dass eine ordentliche DM mit dem neuen Modell Tanto gelingt. Auf den WR Versuchen 2013 in Ballenstedt war Versuch Nummer 1 gescheitert. Nun scheinen die technischen Probleme behoben, aber die Fuhre kommt einfach nicht in die Gänge. Jakob kann fliegen, als ehemaliger Deutscher Meister und WR Inhaber hat er das bewiesen. Der vorletzte Platz mit 372Km/h ist sicher unbefriedigend für alle Beteiligten der AkaModell München. Irgendwo im Tanto Konzept ist eine Bremse eingebaut, welche es nun zu eliminieren gilt.

Externe Links

RCN Thread – Speed DM 2014

DAeC Ergebnisse – F3 Speed DM 2014 in Tussenhausen

Presse:

OberpfalzNetz.de

Mittelbayerische Zeitung