F3 Speed – DM 2014 in Tussenhausen

Die Internationale Deutsche Meisterschaft der F3 Speed Piloten fand diesmal in Tussenhausen auf dem Werksgelände der Firma Grob Aircraft statt. Man merke auf: Ein Platz im Süden, was es die letzten Jahre nicht gab (bisher immer beim DO-X in Osnabrück). Ein privater Flugplatz ganz für uns alleine, also Platz ohne Ende. Etwas vermisst habe ich die kuschelige Atmosphäre beim DO-X: In Tussenhausen gab es keinen Stromanschluss, 400m bis zu den Sanitäranlagen, Flugplatz rough Green statt Modellbau Piste, keine Rundum-Sorglos Verpflegung wie in Osnabrück. Jammern nützt nichts, man muss sich arrangieren, schließlich wollen wir schnell Fliegen!

Gruppenfoto_kleinWie auf dem Gruppenfoto ersichtlich, hat mit Frank endlich auch ein Hubschrauber Pilot den Weg zu uns gefunden. Wegen einer Terminüberschneidung mit einem Heli Event in den USA sind es leider nicht mehr Hubschrauber Speed Piloten geworden. Aber ich denke das wird noch…

Zu den Details. 5 Verbrenner- und 20 Elektro Speeder waren angetreten, den Deutschen Meister zu ermitteln. Es gab 2 Verbrenner Klassen (10ccm + 15ccm) und FAI Elektro (bis 72V und 75g dm²). Die Leistungsdichte war wieder höher als 2013. Die Methanolfraktion beschwerte sich zwar über „schlechte“ Luft (schwül und warm), dennoch gelang es Hartmut Schulze in beiden Klassen über 400Km/h zu fliegen. Somit verdient P1 in beiden Verbrenner Klassen. In Elektro wurde mit Spannung der erste 500Km/h Flug durch die Messanlage erwartet. Bei den Weltrekord Versuchen 2013 in Ballenstedt gab es auf der 300m FAI Strecke schon einzelne Durchflüge über 500Km/h, aber keine komplette Wertung. Hinweis: Auf der DM 2013 sind wir noch mit max. 10s Lipo, also 42V Reglement, geflogen. Diesmal volle Leistung, was das FAI Reglement hergibt. Dennoch sind einige Piloten bei den 10s Setups geblieben. Die ersten 3 Plätze hatten aber mehr Lipos an Board: Marcus ein 12s Setup, bei Kai bin ich mir nicht sicher (12 oder 14s) und Christian Schalk hatte 11s im Flux. Mit der 500er Wertung ist es nichts geworden, wir hatten allerdings zwei Flüge mit 503,50 Km/h. Hier die Ergebnisse direkt aus der Messanlage.

DM2014_F3S-FMeine Herren, das ist schon ambitioniert schnell! Marcus Koch gewinnt verdient nach sauberen Flügen knapp vor Kai Koppenburg. Marcus hat es endlich geschafft mit seiner Eigenkreation, dem Typhoon Speeder, den Sieg einzustreichen. Dies hat einige Jahre Arbeit gekostet, aber die Mühen haben sich gelohnt. Vor allem der Rookie Christian Schalk hat auf seiner ersten DM eine gute Vorstellung abgeliefert. Auf dem Speedcup in Siegendorf hat er zum ersten Mal Durchflüge durch die Messanlage geübt und jetzt schon P3. Gratulation! In meinen Augen wäre sogar noch mehr drin gewesen, denn bei dem letzten Flug war es fast perfekt windstill. Knapp 490Km/h von Links waren ein guter Anfang, aber die Seite von Rechts hat er 2x nicht sauber geflogen, dann war der Akku leer. Und diese Durchflüge von Rechts waren beide sehr schnell. Gerüchte sagen, dass er auf den kommenden Weltrekord Versuchen in Ballenstedt antreten wird. Christian ist in der Jugendtruppe um Erwin Schamburger aktiv. Durch diesen „Umstand“ hat er die Lernkurve extrem schnell vollzogen. Perfekt eingestelltes Material vom Altmeister Erwin und gutes Coaching ergeben dann entsprechende Ergebnisse. Fliegen kann der Bursche auch noch! Merkt man, dass mich P4 etwas wurmt? :-) Christian, tolle Leistung, weiter so.

Mein persönliches Minimalziel war eine komplette Wertung über 400Km/h. Diese magische Schwelle begleitete mich 3 Jahre lang, und jetzt ist das Trauma endlich Geschichte. Auf dem Speedcup in Siegendorf habe ich den Typhoon XS eingeflogen und gleich beschädigt (defektes Servo DES 930 HV). In Tussenhausen war alles wieder gerichtet, frische Akkus im Typhoon XS, und direkt im ersten Flug am Freitag mit 436Km/h wurde die 400er Marke geknackt. Damit war das Wochenende eigentlich schon sehr positiv verlaufen. Jetzt aufhören war allerdings keine Option. Also habe ich am Setup geschraubt und versucht meine Speeds zu erhöhen. Anbei mein Protokoll:

  1. FR – 10.3×17 – 436Km/h – 100%
  2. FR – 10.1×20 – 440Km/h – 100%
  3. FR – 10.1×20 – 444Km/h Durchflug – 80% / Nach 80s Hitzeabschaltung
  4. SA – 10.4×20 – 347Km/h 80% / Nach 65s Hitzeabschaltung
  5. SA – 10.4×20 – 458Km/h – 100% – zusätzliche NACA Hutze eingebaut
  6. SA – 10.6×20 – 454Km/h – 100%
  7. SO – 10.6×20 – 473Km/h Durchflug – 80% / 65s Motor / Lipo 77Grad!
  8. SO – 10.6×20 – Keine Wertung – 64s Motor – hi. Lipo 75Grad / vorne 65 Grad

Setup Typhoon XS:

Leider hatte ich keinen Unilog im Flieger. Das ganze Loggerzeug beansprucht derzeit bei mir zu viel Nerven, dass ist Stress pur beim Zusammenbau. Dies habe ich mir bei der DM gespart und mich lieber auf die Flugaufgabe konzentriert. In den Akku habe ich nach dem letzten Flug 3420mAh eingeladen, was ungefähr einem durchschnittlichen Strom von 190A entspricht. Laut Rechnungen geht der Peakstrom über 230A, was dann auch den abgekochten Akku (nur 35C Lipos) mit 75 Grad erklärt. Letztes Wochenende war ich auf dem Flugtag in Kirberg, dort war der Unilog mit Light Setup (10.3×17) im Typhoon XS dabei. Die Datenauswertungen stehen noch aus.

Randbemerkungen

Akkus und Lade-Equipment: Die komplette DM bin ich mit einem 10s 5000mAh Akkusatz geflogen. Die SLS 45C Magnum V2 waren leider ausverkauft, daher musste ich auf 35C Zellen zurückgreifen. Wo deren Schmerzgrenze liegt habe ich jetzt herausgefunden. Als externe Stromversorgung habe ich einen 640W 2T Generator von Bauhaus verwendet. Der läuft mit 50:1 Gemisch, welches ich auch in meiner F-Schlepp Maschine verwende (102 Oktan Benzin + Motul 800 Racing 2T Öl). Allerdings kommt der Generator an seine Leistungsgrenzen: 2x Lader mit 5A Ladestrom, 1x Heizbox 70W und einen kleinen Robbe Lader für den Empfängerakku. Da fängt er schon böse an zu spucken. Wenn man auf jeweils 4A Ladestrom runtergeht passt es wieder. Durch die wenigen Teilnehmer war es aber nicht möglich, jeden Durchgang zu fliegen. Jeden 2ten Durchgang konnte ich absolvieren. Nach dem Flug habe ich die Akkus 15-20min abkühlen lassen. Danach ging es direkt zum Laden in die Heizbox. Die Akkus sollten 90min geheizt werden, damit auch die inneren Zellen Temperatur haben (Ziel: 40-43 Grad). Fazit: 2 Akkusätze machen schon Sinn, oder ein stärkerer Generator + besseres Ladegerät, damit man 2C bzw. 3C Ladung der Akkus fahren kann.

Team Tanto / AkaModell München: Ich hätte es den Jungs gewünscht, dass eine ordentliche DM mit dem neuen Modell Tanto gelingt. Auf den WR Versuchen 2013 in Ballenstedt war Versuch Nummer 1 gescheitert. Nun scheinen die technischen Probleme behoben, aber die Fuhre kommt einfach nicht in die Gänge. Jakob kann fliegen, als ehemaliger Deutscher Meister und WR Inhaber hat er das bewiesen. Der vorletzte Platz mit 372Km/h ist sicher unbefriedigend für alle Beteiligten der AkaModell München. Irgendwo im Tanto Konzept ist eine Bremse eingebaut, welche es nun zu eliminieren gilt.

Externe Links

RCN Thread – Speed DM 2014

DAeC Ergebnisse – F3 Speed DM 2014 in Tussenhausen

Presse:

OberpfalzNetz.de

Mittelbayerische Zeitung

 

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