Speedcup Siegendorf (AT) 2014

Der Speedcup in Siegendorf ist das erste Highlight im Speederkalender 2014. Auf keinem mir bekannten Modellflugplatz ist der Flugraum besser zum Speeden geeignet. In Deutschland müssen wir da schon einen manntragenden Flugplatz mieten, um ähnlichen Luftraum zu bekommen. Nachteile: Lange Anreise von meinem Wohnort und nervige Stechmücken am späten Abend. Jeder Kilometer war es wert, so viel vorab!

Zeit für den Erstflug meines neuen Flaggschiffs! Der Typhoon XS von Marcus Koch in einem von mir bestellten Spezialdesign. Eine Schönheit in Spread Tow…

Sieg14_06Sieg14_05Schwarz muss schon sein, für mich, und die Messanlage natürlich. Staudruckrohr ist gleich in der Fläche mit eingebaut, doppelte D-Box, komplettes HV Setup mit Graupner DES 930 BB MG und Gegenlager, Gigaflaps am HLW und ordentlich Platz im Rumpf. Meine alten 3500er Akkus aus dem Flux nehme ich zum Einfliegen, dafür ist Siegendorf ideal. Viel Platz, und immer etwas Wind, damit die Fuhre im Endanflug auch etwas abbremsen kann. Folgende Bilder habe ich von Florian Müller (Copyright) übernommen:

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Mir waren 4 Flüge gegönnt, um mich langsam an den Vogel zu gewöhnen. Richtig ausgetrimmt fliegt sich der Typhoon sehr einfach und man kann sich auf die wesentlichen Aufgaben des Speedens konzentrieren: Die Anlage zum Auslösen zu bewegen! Mit schlappen Akkus und der 10.5×17 bin ich 395Km/h im Mittel geflogen. Mein Ziel einer 400er Wertung ist mir auch im dritten Jahr Speedcup bis jetzt nicht gegönnt. Motor ist ein PC4234, 45er Mittelteil, YGE160HV, 10s 3500 Akkus (SLS XTron 30C und Gens Ace 60C).

Konfuzius sagt: Benutze immer den Motor Kill Switch deiner Anlage!

Warum nur 4 Flüge an einem 3 tägigen Speedcup? Das mag sich mancher Leser gefragt haben. Nun, ich schaffe es immer wieder meine Speeder in einen flugunfähigen Zustand zu versetzen. Talent, zumindest in dieser Technik, ist mir in die Wiege gelegt. Was war passiert: Ich wollte den ersten Flug mit kompletter Unilog Bestückung durchführen (Speedrohr, Drehzahl, Stromsensor). Dabei kommt leichter Stress auf, weil eine Menge an Kabel verstaut werden will. Meine Anlage lag link neben dem Modell. Anlage an, Modell Strom an, Servo Check, Akkus angeschlossen, Flügel aufgeschraubt. Dann tape ich immer noch vorne und hinten mit Coroplast den Flügel ab. Ich schiebe also den Typhoon auf dem Tisch nach links, so dass der Flügel vorne Luft zum abtapen bekommt. Dabei kommt ich mit dem Flügel an den Gasknüppel meiner Anlage, 7KW Motor laufen los! Im Reflex drücke ich den Typhoon auf den Tisch und ziehe das Teil zurück. Der Prop kommt an die Tischkante und explodiert sofort. Nach einer Schrecksekunde kann ich den Motor abstellen. Einige Kameraden in meiner unmittelbaren Umgebung sind leicht blass im Gesicht. Sorry Jungs!!!! Von dem Prop sind nur kleinste Splitter übrig geblieben. Einige stecken in meinem Unterarm, aber keine große Sache. Der Tisch hat auch einige Macken abbekommen. Viel, viel Glück gehabt, dass hier nichts schlimmeres passiert ist. Meine MPX Royal hat einen „Kill Switch“ für den Motorkanal, um genau solche Probleme zu vermeiden. Nur aktiviert hatte ich den Switch diesmal nicht! Die Reste des 10.5×17 Props habe ich mir an eine Schnur gebunden, welche von nun an als Warnung in meinem Zelt hängen werden. Spart euch diese Erfahrung! Äußerste Vorsicht beim Umgang mit „scharfen“ Fliegern. Wir hatten im Verein schon tiefe Schnittwunden mit Easy Glider Antrieben. So ein Speeder ist noch um einiges schlimmer, also trefft entsprechende Gegenmaßnahmen.

Sieg14_09Nach dem Vorfall habe ich alles demontiert und mir eine 1h Pause zum runterkommen gegönnt. Ein nächster Flug sollte mir leider nicht mehr gegönnt sein. Das linke QR Servo hat sich bei dem Unfall verabschiedet. Beim Runterdrücken des Typhoons auf den Tisch habe ich die Linke Klappe gegen die Tischkante gedrückt. Da ist jetzt eine kleine Macke. Somit hat sich das Servo gegen mein Körpergewicht wehren müssen. Ich habe gewonnen, das DES 930 HV hat verloren. Wie ich das Servo ausgetauscht habe ist hier dokumentiert.

Splitter – Was gab es noch zu sehen?

In Siegendorf war der erste offizielle Showdown der Limited und Holzklasse. Dabei zeigte sich, dass zwar etliche Flieger darauf zugeschnitten sind, aber nur sehr wenige Regelkonform bewegt wurden. Einige Piloten wollten auch nicht in die Rangliste aufgenommen werden. Das Reglement Problem vieler Piloten: Es hätte Blei im Flieger gebraucht, um den gegebenen Akku mitführen zu dürfen. Markus Schweinhuber zeigte einen gut abgestimmten Monster 1.1, den er schlussendlich mit 412Km/h im Mittel durch die Anlage jagte. Platz 1 in der Limited Wertung bis jetzt. Die Holzspeeder waren knapp darunter, aber 385Km/h wurde mehr als einmal erreicht. In Spelle kommt der finale Shoot Out der neuen (inoffiziellen) Klassen für 2014, da bin ich mir sicher.

Es gab 2 Brände zu vermelden. Am Samstag brannte ein Weizenfeld in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz (hier Bilder und Infos). Der Jugendtruppe um Erwin Schamburger ist ein 2/3 Holzspeeder im Landeanflug abgestürzt. Kurz davor wurde das betreffende Weizenfeld abgeernet. Als ich den Jungs helfen wollte den Flieger zu bergen, bemerkte ich Rauchschwaden im Feld. Erster Gedanke: Absturz, Lipo, trockenes Feld …. wir sind Schuld! Nach einiger Hektik …. gemeinsamer Löschversuch, Feuerwehr, Polizei … stellte sich heraus, dass der Flieger an einer ganz anderen Stelle abgestürzt ist, und nachweislich nicht den Brand verursacht hat. Da hat wohl der Mähdrescher Funkenflug verursacht und einige Minuten später hat ein Windstoß das Feuer entfacht. Mehr Spannung als nötig, aber alles gut ausgegangen. Am Sonntag brannte die Hütte des Gastgeber Vereins. Na ja, es brannte nicht offen, aber es schwelte die Wand direkt neben dem Stromgenerator. Erschwerend kam hinzu, dass die Wand mit ordentlich Torx Schrauben befestigt war. Es hat gedauert, bis wir das gelöst hatten. Schlussendlich ist es glimpflich ausgegangen. Die Umgebung in Siegendorf hatte seit 6 Wochen keinen Tropfen Regen gesehen. Hätten wir den Feldbrand am Samstag nicht eingedämmt, bis die Feuerwehr eintraf, wäre wahrscheinlich ein großer Landstrich an Weizenfeldern in Flammen aufgegangen. Dann wäre Schluss mit Speeden gewesen…

Mein Moskitonetz über dem Hut wurde zuerst belächelt, dann habe ich gelächelt, als die Kollegen vor den Stechmücken geflüchtet sind. Ich bin eigentlich immer für gemeinsames Camping auf dem Flugplatz, zumal die Lage in Siegendorf wirklich schön ist. Aber durch die Nähe zum Neusiedler See hat es einige Stechmücken. Das sind nicht nur wenige Exemplare, das sind Horden. Und die warten nur auf leckere Modellflieger. Tagsüber kein Problem, nur ab 21:30 ist die Schonzeit vorbei. Mein Hotel hatte Fliegengitter vor den Fenstern… :-)

Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Verein in Siegendorf, der seinen Platz für uns öffnete. Peter Erdt hat sich voll ins Zeug gelegt, um uns lecker zu verköstigen. Allen Helfern ein großes und dickes DANKE! Wenn es sich terminlich einrichten lässt komme ich gerne wieder nach Siegendorf! Ich denke, ich spreche hier auch im Namen der Kollegen. Wir haben uns sehr wohl gefühlt bei euch.

Erwin Schamburger hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und ist mit kompletter Jugendtruppe aufgelaufen. So können die Jungs mal sehen, welche Sparten an Wettbewerb es gibt. Geschlagen haben sich die Youngster sehr gut. Es gab einige Wertungen mit folgenden Modellen: 2/3, Gixxer, Speed Ninja, Vollstrecker. Vor allem der Gixxer ist immer ein Highlight für mich, weil die Jungs den im Rückenflug starten (Tiefdecker!). Erwin wird einen Bericht für die FMT erstellen, also Obacht in nächster Zeit. Erwin, Danke für deinen Einsatz zur Nachwuchsförderung und Öffentlichkeitsarbeit!

So, habe fertig. Die nächsten Speeder Termine stehen an. Zum einen die Deutsche Meisterschaft in Tussenhausen. Dann, wenige Wochen später, die Weltrekord Versuche in Ballenstedt. Abschließend hier der Link zu den Ergebnissen aus der Messanlage und noch einige Bilder. Let the Air burn!

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