Alte Loh Krapp Seglerwettbewerb 2012

Ziel: Wettbewerbs Luft schnuppern und nicht die rote Laterne halten müssen.

Am 29.04.2012 war ich zu Gast beim MSG Keltern und bin den „Alte Loh Krapp“ Wettbewerb mitgeflogen. Dies war mein erster Wettkampf außerhalb des eigenen Vereins. Also waren die Ziele eher rudimentärer Natur: Nicht untergehen und Erfahrungen sammeln. Ohne Training, nur mit ein paar F-Schlepp Stunden auf dem Seglermodell, und ein paar Starts am Gummi machte ich mich auf den Weg zum MSG Keltern (ca. 8 Km entfernt von Pforzheim).

30 Piloten waren eingeschrieben, dabei 2 Jugendliche. Obwohl der Wettbewerb keine Modelltypen vorschreibt waren nur Wettkampfmodelle zu sehen, wenn z.T. auch schon älteren Semesters. Es waren einige Modelle dabei, die deutlich „Patina“ hatten. Was sagt mir das? Oh ha, diese Leute können fliegen und werden dich abziehen! Wettkampf Regeln: 5 Minuten Zeitflug + Ziel Landung. Gleich zum Start der erste Super GAU. Direkt nach dem Briefing um knapp vor 10Uhr werden die Startnummern vergeben und ich bin an 3. Shit, ich dachte, dass ich mir erstmal in Ruhe anschaue wie das hier so läuft, und ich die Taktik der Mitbewerber abschauen kann. Tja, das wird nichts. Auf dem Weg zum Start spreche ich einen Mitbewerber an, der den Anschein erweckt schon mehrere Wettbewerbe absolviert zu haben: Wie mache ich einen Winden Start? Nach einem Moment des Schweigens werde ich instruiert. Klappen 10mm runter (habe ich nicht programmiert!), nicht am HLW ziehen, am Anfang keinen Schuss am Seil machen. Die Winde der MSGK hat eine Seilrückholung, also können dort sehr schnell Segler gestartet werden. Noch bevor ich mir Gedanken über eine korrekte Startstellung der Wölbklappen machen konnte war ich an der Reihe. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr! Zum Glück startet ein Helfer meinen Satori, so dass ich mir das mit meiner Anspannung sparen konnte. Mit „Thermik 2“ Stellung (ca. 5mm Wölbklappe) geht es ans Seil. Der Wind kommt leicht von vorne, Kommando „Bereit“, die Winde läuft an, der Helfer gibt das Modell frei und es steigt mit ordentlich Spannung am Seil gen Himmel. Ich denke mir, bloß nicht zu viel Steuern. Lass das Modell mal machen! Irgendwann so bei 150-180m ist Ende, ich fliege einfach meinen beiden Vorstartern hinterher. Hoffentlich weiß einer von denen wo hier am Platz was geht. Bei fast toter Luft floate ich die 5 Minuten runter und lege eine halbwegs akzeptable Landung im Feld 4 hin. Bis jetzt ist keinem aufgefallen, dass ich keinen Plan habe! Um es vorweg zu nehmen: Dies sollte sich ändern, und ohne diesen Durchgang wäre mir die rote Laterne sicher gewesen.

Bei Starter 10 drehte der Wind, so dass die restlichen 20 Starter mit Rückenwind an die Winde mussten. Ordentlich Höhe ist so schwer zu bekommen. Dementsprechend schwer wird es, 5 Minuten voll zu machen. Und nach dem Rückenwind drehte der Wind wieder, jetzt kam der Starkwind! Es waren ca. 3Bft. Süd-West mit einigen üblen Böen, nicht konstant, sehr verwirbelt. Dieser Wind traf die Windenlinie schräg. Trotz stellenweise sehr schönem Wetter war an Thermik nicht zu denken, jedenfalls nicht für mich. Es gab 1-2 Stellen am Platz, wo man Hangwind mitnehmen konnte. Durchgang 2 und 3 endeten bei mir mit deutlich Unterzeit und einer Außenlandung (Außerhalb des Landefeldes = Keine Landepunkte) und noch halbwegs irgendwo auf dem Fluggelände. Und ja, ich war nicht alleine mit diesem Schicksal. Die Lee Walze lag voll in der Landezone. In so Bedingungen bin ich noch nie geflogen. In Durchgang 4 hatte ich den Dreh mit dem Aufwind hinter der Kuppe raus und schaffte komplette 5 Minuten, rutschte dann aber bei der Landung um einen halben Meter aus der Landemarkierung heraus: Landung 0 Punkte! Shit, gut dass heute Abend die Caipirinha Bar am Platz auf hat… :-)

Rules

Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Mitbewerber mit den „Patina“ Fliegern deutlich besser abschnitten. Training zahlt sich aus. Bei solch einem Wind würde unsereins „Flachländer“ und Schönwetterpilot wahrscheinlich nicht den Weg zum Flugfeld finden. Bei solchen Bedingungen bleibt unser Flugbuch im Verein meist leer. Was lernen wir daraus? Mehr trainieren, vor allem die Landungen. Aber dennoch Ziel erreicht: Durchgang 1, und ein Streicher wegen 4 vollen Durchgängen, retteten meinen Hintern. Ich bin in meinem ersten Wettbewerb nicht letzter geworden und mein Modell ist unbeschädigt geblieben. An diesem Wettbewerb habe ich viel mitgenommen, und ich denke, dass dies nicht mein letzter „Alte Loh Krapp“ Wettbewerb war.

Danke an den MSG Keltern für den reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs.

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