GPS Logger für Flugmodelle

Ein GPS Logger im Flugmodell ist eine schöne Sache. Es gibt viele Einsatzzwecke, meiner hat mit Projekt „F-Schlepp“ zu tun. Bis ich meinen Schlepper zum ersten mal bewegt habe, hatte ich nur kleinere Flugmodelle. Jedem von uns ist bewusst, dass die räumliche Abschätzung der Flugrouten schwierig ist. Die Frage, die ich mir stellte, war folgende: Wo fliege ich mit meinem „Koffer“ überall rum? 2,70m Spannweite und knapp 10Kg sind kein Kleinkram mehr. Ich wollte es genauer wissen.

Damals gab es noch keine GPS Logger, die explizit für den Flugmodellbau entwickelt wurden. Heute gibt es so was, z.B. von SM-Modellbau oder als Zusatzmodul in einigen Varios. Meine Methode ist daher einfach gehalten und preisgünstig. Wir bedienen uns 08/15 Hardware für den Computerbedarf. Los geht´s…

Bei eBay werden Unmengen an „GPS Loggern“ verkauft, die im Regelfall am Computer eingesetzt werden, also eine USB Schnittstelle haben. Die Anforderungen an so ein Gerät sind: klein, leicht, viel Speicherplatz, gute Software für die Analyse der Daten. Ich bin nach einiger Recherche bei einem „3 in 1 GPS Logger“ von Polaris hängen geblieben. Geschätzte 30EUR habe ich investiert. Denke mal heute gibt es immer noch ähnliche Typen bei eBay im Angebot.

Der Logger wird in einem Plastikgehäuse geliefert, was an einen Schlüssel erinnert. Alles bis auf die Platine und den USB Anschluss muss weg, also vorsichtig auseinandernehmen. Problem Nummer 2 ist der Stromanschluss. Noch haben wir keinen USB Anschluss im RC Flugmodellbau. Aber alles halb so wild, da USB mit 5V Spannung betrieben wird. Wir sind mit unserer Spannungsversorgung sehr nah dran und so viel Toleranz haben die Bauteile in der Regel. Wir löten ein etwas längeres Servokabel ohne Signalphase direkt auf die Platine. Auf den nachfolgenden Bildern könnt ihr erkennen wo Plus und Masseanschluss liegen. Dann noch etwas Schrumpfschlauch über die Platine, Klettband auf die Unterseite und unser GPS Logger ist fertig.

Die ersten GPS Logs brachten eine Menge Überraschungen: Ich konnte einfach nicht glauben wo ich so rumgeflogen bin. Wir haben einige No-Go Areas bei uns auf dem Platz und beim Fliegen denkt man ja immer, dass man weit genug weg ist. Ab dem ersten Einsatz von meinem GPS Logger wusste ich es besser. Das trainiert ungemein, natürlich nur, wenn man den GPS Logger konsequent einsetzt und jeden Flug auswertet. Genau hierin liegt der Charme der Lösung: Es ist einfach und geht schnell. Mit einem Klettband befestige ich den Logger im Rumpf direkt unter dem Flügel, Strom bekommt der Logger über ein V-Kabel. Nach dem Flug kann ich den Logger dann direkt in den Computer stecken, der USB Anschluss ist immer dabei. Super simple!

Die mitgelieferte Software ist einfach, aber funktional. Nach dem Einlesen der Daten wählt man den jeweiligen „Track“ aus. Es ist so viel Platz im Speicher, dass man mehrere Flugtage aufzeichnen kann. Danach werden die Flugrouten direkt in Google Maps angezeigt. Ohne Internetverbindung kann man die Software „GPS Photo Tagger“ nicht nutzen. Etwas unpraktisch direkt auf dem Flugfeld, aber zu Hause ist das kein Problem. Man kann die Flugrouten direkt in Google Satelliten Bildern ansehen. Ein Beispiel.

Gps_map

Als F-Schlepp Pilot kann man weiterhin die Ausklinkhöhen ansehen. In jeden einzelnen Schlepp kann „hinein gezoomt“ werden. So erkennt man, wenn z.B. nicht stetig gestiegen wird. In Kurven hatte ich am Anfang Probleme weiter zu steigen, das ist sehr gut in den Logs zu sehen.

Gps_high

Was gibt es für Nachteile des GPS Loggers?

Die Auflösung ist mit 1Hz, also 1 Messung pro Sekunde, nicht super genau. Der SM Modellbau Logger kann bis zu 10Hz aufzeichnen. Manche Kurve im Log sieht etwas „kantig“ aus. Mich hat es noch nicht gestört. Höhenangaben sind immer genullt auf Meereshöhe. Um reale Werte zu erhalten muss man die Höhe des Flugplatzes abziehen. That’s it…

Die Daten aus den Logs können auch im Google Earth Format (KMZ) exportiert werden. Damit hat man dann alle Möglichkeiten der weiteren Analyse, z.B. 3D Ansichten. Ich habe das selber noch nicht gemacht, sollte aber machbar sein. So, fertig mit meinem kleinen Bericht. Viel Erfolg beim Bau eures GPS Loggers!