Speedcup Bad Wünnenberg 2018

Saisonauftakt 2018 …. das bedeutet auf nach Bad Wünnenberg in der Nähe von Paderborn. Seit Jahren verwöhnen uns Sascha und seine Mitstreiter vom FMC Albatros e.V. zum Start der neuen Saison mit einem super Speedtreffen auf dem Sintfeld.

Dieses Treffen ist geprägt von einer lockeren Atmosphäre, bei der sowohl absolute Einsteiger, als auch alte Hasen auf ihre Kosten kommen. Erfahrungsaustausch und Fachsimpeln am laufenden Band, immer was leckeres auf dem Grill, und am Samstag das gemeinsame Lagerfeuer bis spät in die Nacht. Die Fahrt nach Bad Wünnenberg habe ich noch nie bereut. Immer wenn die unzähligen Windräder in Sichtweite kommen stellt sich ein ganz besonderes Gefühl ein… Bad Wünnenberg… True Home of Speed!

In 2018 ist bei mir „Speederpause“ angesagt, also keine neuen Modelle am Start und keine Ambitionen bei Wettbewerben. Aber Speedcup in Bad Wünnenberg muss sein, keine Frage! Da alle meine Speeder irgendwie defekt sind musste eine Alternative her: Aus vorhandenen Resten und Kellerfunden habe ich mir eine FireBlade Classic aufgebaut. Nicht schön der Hobel, schon gar nicht leicht. Die Aufgabe 2018: Ziel ist es ein Trainings Setup zu finden, was mit Komponenten von der Stange 400Km/h in der Strecke bringt und gleichzeitig möglichst wenig Strom zieht. Die Idee: Spannung hoch, Strom runter. Wie sieht das Setup aus?

  • Scorpion 4525/370kv => Mikado Logo Edition (KEIN Tuning, aus der Schachtel!)
  • YGE 200 HV (Ok, geht auch kleiner, aber war übrig) :-)
  • 3x 5s2200er SLS APL v2 45C Zellen in Reihe = 15s 2200er
  • Prop: 8,6×17 Klapp Prop (lag noch zufällig in der Kiste)

Mit den Komponenten hat die FireBlade Classic ca. 2600g Abfluggewicht. Zu viel laut FAI Reglement, aber wir machen das nur zum Spaß und für Training. Beim dritten Flug war das Ziel erreicht… 399Km/h im Mittel, also Links+Rechts durch die Anlage geflogen (ohne Windeinflüsse). Am Prop lagen ca. 18500 Touren an, Strom im Peak bei 60A fallend auf 55A. Laufzeit ca. 65-70s. Die Zellen werden nicht wärmer als nach der Heizbox (ca. 42 Grad) und haben Lagerspannung. Da ist noch viel Platz für Tuning, aber das war diesmal nicht das Ziel.

Beim letzten Flug am Samstag hat es die FireBlade dann erwischt. Man sollte sich nie zu sicher sein, und wenn ein Landeanflug nicht passt lieber durchstarten. Das habe ich nicht gemacht und eine Stange des Sicherheits Zauns erwischt. Fläche beschädigt, Rumpf gebrochen. Wieder ein Speeder auf der Repair Liste. :-(

Nach einigen Jahren Pause war „Mr. Messanlage“ a.k.a Christian Erdt mal wieder bei einem Speed Treffen zugegen. Er hat die Anlage gebaut und die Software dazu programmiert. Um mal einen Eindruck zu vermitteln, wie das aussieht.

Die beiden Kameras werden im Abstand von 200m vor die Pylone gestellt und überwachen den Luftraum. Die Software erkennt die Speeder und berechnet die Zeit, wenn der Eingang/Ausgang der Strecke durchflogen wurde. Alle Daten laufen dann über Netzwerkkabel auf dem Laptop ein, und werden in einer Excel Datei gespeichert. Dieses System ist ein Quantensprung gegenüber der Vorgängeranlage (die mit den Photozellen). Heute versteht keiner mehr, warum ich bei meinem Einstieg in den Speed Sport 3 Jahre für eine komplette 100% Wertung benötigt habe. :-) Diese neue Anlage ist um Klassen besser in der Erkennung der Speeder. Super Arbeit, Christian!

Was gab es sonst noch zu berichten? Nach dem Speedereinsatz blieb genug Zeit, die restlichen Modelle zu lüften: Raketengleiter, Schlepp Fluxkompensator. Sick, Leute! Schaut euch die Bilder an. Daniel hat mit einer von mir gebauten FireBlade XL die 450Km/h geknackt. Steve hatte seine große Speed Horten dabei  – 5 Blatt Pusher, super Sound und recht zügig.

Leider plant Sascha eine Pause einzulegen, so dass es Bad Wünnenberg in 2019 wohl nicht geben wird. Schade, aber solch ein Treffen ist viel Arbeit, was neben der eigentlichen Arbeit, Familie gestemmt werden muss. Somit wäre die Chance gegeben, dass andere Organisatoren/Vereine ein Saison Opening veranstalten könnten. Freiwillige?

Update Ende Juli 2017: Bad Wünnenberg 2019 wird wohl doch stattfinden. Gerüchte besagen, dass Siggi und Alex die Organisation übernehmen. Vorab Danke dafür!

Bei Fragen bitte einfach melden: Oliver(Punkt)Zanker(AT)Web(Punkt)de

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F3 Speed – DM 2017 in Ballenstedt

Ein dunkler Schatten lag über der Speed DM 2017 in Ballenstedt. Und damit sind nicht die Regenwolken gemeint, die Freitag und Samstagvormittag über den Flugplatz zogen. Nein, die geheim angesetzte Weltrekord Veranstaltung, die direkt im Anschluss an die DAeC Speed DM starten sollte, hatte im Vorfeld für einigen Unmut unter den Piloten gesorgt.

Jeder Speed Pilot, der an einen offenen und fairen Wettbewerb glaubte, wurde eines Besseren belehrt. Die hässliche Fratze der Klientelpolitik zeigte sich unverhohlen. Nehmen wir die sportlichen Leistungen der Piloten mal von der Kritik aus. Dennoch hat diese Weltrekord Veranstaltung die DM 2017 beschädigt. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen belassen wir es dabei, ohne in Details abzugleiten. Wie sagte unser ehemaliger Innenminister: „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern!“. Hoffen wir mal, dass dies ein Ausrutscher bleibt und sich in der Form nicht wiederholt. Ich glaube fest an einen fairen und offenen Sport – immer noch!

Wenden wir uns den positiven Aspekten der Speed DM 2017 zu.

  • 25 Piloten in Summe, ein gut gefülltes Starterfeld
  • 9 Heli Piloten
  • F3-Speed A (bis 3,5ccm) erstmals seit Jahren wieder bei der DM vertreten

Jeder Pilot hatte die Möglichkeit in 2 unterschiedlichen Klassen zu starten. Das ergibt in Summe eine hohe Zahl an Startern pro Durchgang. Geflogen wurden bei den Verbrennern die Klassen A (3,5ccm), C (10ccm) und D (15ccm), bei den Helikoptern Elektro und bei den Flächenfliegern Open (72V max.) und Limited (20% Akku FAI Gewicht). Ready to Rock?

Wieder einmal hatten wir in Ballenstedt etwas Pech mit dem Wetter. Beim Briefing am Freitag regnete es noch, und Wind war deutlich zu spüren. Bis Samstagmittag / Nachmittag sollte das so bleiben. Erst danach war der Showdown zu erwarten.

Für mich selber lief die DM 2017 mal wieder suboptimal, um nicht zu sagen katastrophal. Für die Open Klasse (72V max. / aktueller Name F72) hatte ich mir ein hübsches 17s3000er Setup mit einem Scorpion 5040 Speed aufgebaut. Dieser Motor befeuerte eine neu konstruierte Luftschraube, die 12×27 EVO. Ergebnisse der Powercroco Speed Challenge 2017 flossen in das Setup mit ein. Im Projekt-X hatte ich noch 16s an einem 4540 mit der alten 13×27 (natürlich gekürzt) geflogen. Der 5040 hat eine niedrigere Drehzahl pro Volt, so dass die 17te Lipo Zelle in die CrocoBlade wanderte. Dieses Setup rockt! Aber der Reihe nach…

Den ersten Schaden an einem meiner Speeder hatte ich schon vor offiziellem Beginn der Veranstaltung am Freitag. Mit meinem Trainingsflieger (FireBlade Classic / 8s3000er) überprüfte ich die Kameras der Messanlage. Leider war das Gras der Piste noch sehr hoch gemäht und bremste beim Landen extrem ab. Dabei verdrehte sich das T-Leitwerk, und der Rumpf wurde beschädigt. Anschließend hat der Flugplatz Betreiber das Gras auf eine genehme Höhe getrimmt. Seku und Klebeband waren genug, um die FireBlade wieder einsatzfähig zu bekommen. Samstag früh das gleiche Spiel – Test der Messanlage – nur das diesmal eine Böe im Landeanflug ein Flächenende ins Gras drückte. Beim anschließenden Überschlag ist die SLW Flosse sauber abgebrochen, hatte wohl schon einen nicht sichtbaren Vorschaden vom Freitag. Mein Lieblings Speeder ist nicht mehr!

Bei den widrigen Bedingungen am Freitag und Samstagvormittag wollte ich mit der CrocoBlade nicht viel riskieren und führte lediglich ein paar Testflüge durch. U.a. testete ich mein Limited Setup mit alten Lipo Zellen, um ca. die 420 Km/h zu erreichen. Mit dem Setup bin ich so vorher noch nie geflogen, nicht optimal, wenn man auf einer DM mit begrenzten Durchgängen teilnimmt. Samstagmittag wurde das Wetter besser und ich konnte einen ersten ernsthaften Versuch in Open (72V max.) starten. Wind war noch deutlich, aber nicht mehr so ruppig. Die 12×27 EVO hat super zu meinem 17s3000er Setup gepasst (SLS Quantum 65C Zellen). Kein Schwingen der Blätter, satter Schub. Leider habe ich bei dem Run nur eine Strecke mit Wind getroffen, diese war mit 523Km/h aber sehr, sehr schnell. Mein Ziel für die DM waren 500Km/h im Mittel in der Strecke. Das Setup und der Flieger waren bereit!

Es zeigte sich ferner, dass meine CrocoBlade strukturell an ihre Grenzen kam. Bei den 500Km/h+ Anflügen reagierte der Speeder sehr behäbig auf das Höhenruder. Stellenweise kam bei einem Abfangbogen nach der senkrechten Beschleunigung nicht viel an Höhe, oder nur sehr verzögert! Die HLW Anlenkung ist bocksteif und das HVS930 Servo ausreichend stark. Zu 99% hat sich der Leitwerksträger bei den G-Belastungen verbogen und so eine direkte Wirkung des HLW verhindert. Je sanfter ich geflogen bin, desto weniger Probleme gab es. Aber, und das muss ich hier deutlich sagen, liegt es nicht am Hersteller der CrocoBlade. Dort hatte ich einen „leichten“ Rumpf geordert, damit ich im Gewichtslimit (75g pro dm² Flächeninhalt) mit den 17s3000 und dem dicken 5040 Motor bleiben konnte. Physik lässt sich nicht verarschen: Leicht und steif passt halt nur bis zu einem gewissen Limit. Und wir Speed Flieger operieren sehr nah am Limit, mit allen Komponenten die wir einsetzen.

Früher Samstagnachmittag, der Wind ist fast kein Thema mehr, die Sonne kommt raus, Luftfeuchte nimmt ab …. und das Leben meiner CrocoBlade geht dem Ende entgegen.

Akkus sind vorgeheizt, der Helm sitzt, Sonnenbrille ist geputzt, die CrocoBlade einsatzbereit. Nur Daniel, mein Caller und Helfer, kann mich bei diesem Flug nicht unterstützen, da er selber mit seiner FireBlade XL beschäftigt ist. Was jetzt? Plan B muss her, aber es gibt keinen Plan B. Irgendwer muss die CrocoBlade in die Luft befördern: Mario und Markus stehen zufällig an meinem Weg zur Startstelle. Markus übernimmt den Job. Bereit zum Start mit der 3,9Kg schweren CrocoBlade. Ich starte fast mit Vollgas, das sind ca. 6Kg Schub. Markus läuft an, plötzlich zeigt die Nase der CrocoBlade Richtung Boden. Aus Schreck nehme ich das Gas raus, in dem Moment schiebt Markus den Speeder ohne Motor Leistung in die Luft – 2m horizontal, 2m senkrecht runter dauert der Flug. Beim senkrechten Aufprall bricht der Heckausleger – Game Over für die DM 2017!

Meine Stimmung war am Boden, und ich glaube das hat man mir auch angesehen. Gefühlt war ich so drauf – YOUTUBE Video. Der Verlust der CrocoBlade war dabei eher weniger das Problem. Schlimmer war, dass ich jetzt keine Chance mehr hatte die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Die CrocoBlade war ein Einhorn, ich hatte keine Ersatzteile. 2 Modelle in einer Klasse wären erlaubt. Ohne Backup ist das Spiel vorbei. Die nächsten 30 Minuten wollte ich mit keinem Reden, und keiner mit mir. Danach war der Kopf wieder halbwegs frei und ich konnte den Kollegen helfen, dass deren Ziele erreicht werden.

Erst auf der Heimfahrt vom Event hatte ich Ruhe und Muße die Geschehnisse zu reflektieren. Vor allem bedauere ich, dass ich mich mit Markus nicht ausgesprochen habe. Denn eines steht unbestritten fest: Markus trifft an dem Startunfall keinerlei Schuld. Als Pilot trage ich die volle Verantwortung für alles, was da innerhalb des Durchgangs geschieht! Markus hat nie einen so großen Speeder mit solch einer Leistung vorher gestartet. Die Absprachen waren nicht ausreichend, gemeinsames Training nicht vorhanden. Wie kann ich da erwarten, dass alles fehlerfrei läuft? Mein Fehler, damit muss ich klar kommen. Markus – Sorry für mein Verhalten!

Ab Samstagnachmittag war meine DM 2017 somit beendet und ich konnte mich anderen Dingen widmen. Anbei exemplarisch 2 Highlights aus meiner Sicht…

Die 400Km/h Challenge
Daniel, mein Kollege aus dem Nachbar Verein, bestritt seine zweite Speed DM als Junior. Als sein Ziel standen die 400Km/h in der Strecke unter Wettkampfbedingungen im Raum. Seinen selbst gebauten Speeder hatte er im Frühjahr beim Erstflug leider zerlegt. Somit haben wir in einer etwas stressigen Phase zusammen eine FireBlade XL aus meinen Formen gebaut, damit er überhaupt was zum Fliegen hatte. Weil der Speeder etwas schwer und massiv geraten ist passten nur 10s3000er SLS rein. Das Setup haben wir auf 420Km/h Strecken-Speed gerechnet (mit etwas Reserve). Beim Einfliegen des Speeders in Gernsheim (Danke Thorsten und Lukas!) zeigte die FireBlade XL diverse Eigenarten. So richtig haben wir das bis zur DM in Ballenstedt nicht in den Griff bekommen. Wie wird sich die FireBlade XL in der Strecke machen? Ich war als Werfer und Caller immer dabei und unterstützte. Daniel hat es echt spannend gemacht: Schnelle Flüge, aber nur eine Messung. Schnelle Flüge, aber irgendwo in der Pampa rumgeflogen. Die Wenden oben öfters nicht sauber, so dass der Speeder mit Querruder in die Strecke gepresst werden musste. Querruder in der Strecke ist wie Anker werfen! Erst im letzten Flug am Sonntag ist der Knoten geplatzt: 420 Rechts und 409 Links ergaben eine solide 415Km/h als finales Ergebnis. Mental hatte ich mich schon auf eine Motivationsrede für die nächste 400Km/h Challenge vorbereitet, aber die Karte musste ich nicht ziehen. :-) Daniel hat das solide durchgezogen, ist trotz der schlechten Durchgänge nicht aus der Ruhe gekommen. Sein 50% Akku Limit (über Telemetrie) hat er immer eingehalten, weitere „Tuningmaßnahmen“ waren zwischen den Durchgängen kein Thema. Wäre ich selber in der Situation gewesen, hätte ich sicher den Akku komplett leer gemacht. Hat sich die ganze Vorbereitung und der Einsatz doch gelohnt! Ich habe die Tür aufgemacht, aber durchgelaufen ist Daniel alleine. Zufriedene Gesichter am Ende, so soll das sein. Es war mir eine Freude den Weg zu begleiten. Auf zur nächsten Challenge…

Das zweite Leben meines Limited Akkus
Mein Zeltnachbar in Ballenstedt war das Speed Team Sachsen. Jens schraubt, Stanley fliegt. Angetreten sind die beiden sowohl in Open 72V als auch in Limited. Ich habe einige Flüche vernommen, weil das Setup wohl nicht so wollte, wie gedacht. Vor allem in der Limited Klasse wurde es spannend. Das 20% Akku Gewichtslimit hatten wir in diesem Jahr neu eingeführt, noch ist niemand in der Strecke damit unter Wettkampf Bedingungen geflogen. Rechnungen zeigten, dass die 400Km/h bei guter Abstimmung und optimalem Wetter in Reichweite waren. Christian hatte mit seinem Fluxxer eine 411 vorlegt. Dicht dahinter Kai, Stanley und Markus mit um die 400Km/h. Am Sonntag waren die Bedingungen super: Sonne, wenig Wind, Luftfeuchte ging stark zurück. Gegen 12:30 Uhr sollte die Veranstaltung enden, für den Showdown war alles gerüstet. Kurz vor 11:45 Uhr sah ich einen etwas deprimiert wirkenden Stanley in seinem Zelt. Sein Limited Akku hatte sich verabschiedet und war nicht mehr einsatzfähig. Darauf angesprochen meinte er, dass er einen 12s 1800mAh Akku benötigen würde, aber keinen Ersatz dabei hat. Wie es der Zufall so will war für meine CrocoBlade ein 15s 1800mAh Setup geplant (6+6+3 Konfiguration). Meine CrocoBlade war Schrott, die Akkus hatten 0 Zyklen drauf. Wäre doch schade, wenn die Lipos bei mir ohne Einsatz Staub ansetzen. In einer Chaos Aktion haben wir die Akkus als 12s Variante konfiguriert, geladen, gleichzeitig geheizt, 2x defekte Balancer Anschlüsse gelötet und passende Anschlusskabel hergestellt, den Schwerpunkt des Speeders korrekt eingestellt und den Typhoon XS startklar gemacht. Gegen 12:25 Uhr stand Stanley (immer noch Junior!) mit Jens als Werfer und Caller an der Startstelle. Stanley hungerte den Typhoon XS auf Höhe, wendete sauber und beschleunigte in die erste Strecke. Wenn ich mich recht entsinne gab es dort keine Wertung. Danach erneut ein hoher Aufschwung und eine Gegenwind Strecke mit 418Kmh. Spätestens nach diesem Run hätte ich in Bezug auf den Akku den Flug beendet. Die 1800er Akkus sind wirklich winzig, wenn man den dicken Motor und den 3 Blatt Prop dagegen antreten lässt. Aber Stanley hat den Knüppel vorne gelassen und ist eine weitere Strecke geflogen. Diese war super sauber und (Mit Wind) 460Km/h schnell! Jubel bei den Zuschauern. Wer jetzt in der Euphorie die Landung versaut hat seinen Sieg verwirkt. Das Modell muss flugfähig bleiben und darf kein Teil verlieren (außer dem Propeller). Nach der sauberen Landung stand Stanley als neuer Deutscher Meister in der Limited Klasse fest. Saubere Leistung! Ich war felsenfest davon überzeugt, dass der 12s1800er SLS Akku diesen Flug nicht überlebt hat. Aber ich sollte mich irren. Leerlauf Spannung ca. 3,74V, entnommen wurden exakt 75% der Kapazität (habe ich daheim ermittelt). Der Akku lebt heute noch, wenn auch nicht mehr in einem Speeder. Fazit: Ich habe zwar nichts gerissen auf der DM 2017, aber zumindest mein Akku hat einen Titel eingefahren. Mir hat die Sache enorm Spaß bereitet.

So, Ende für diesen Beitrag. Ich hätte noch viel erzählen können, aber das führt zu weit an dieser Stelle. Anbei einige Bilder ohne weiteren Kommentar (Danke an das Speed Team Rügen!) und am Ende die offiziellen Ergebnisse der DM 2017, geliefert vom DAeC. Danke an alle Teilnehmer, Helfer und Unterstützer dieser Veranstaltung!

DM 2017 in Ballenstedt – Ergebnisse als PDF

Anbei noch 2 Restaurant Empfehlungen in der Umgebung

Athen – unser Haus und Hof Grieche in Ballenstedt
Alter Markt 1, 06493 Ballenstedt
Telefon: 039483 293

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Blasiistraße 14, 06484 Quedlinburg
Telefon: 03946-70 52 06

Projekt-X – eine Speed Neuentwicklung

Prototypen haben kein sehr langes Leben. Man hofft ja immer das Gegenteil, aber die Realität ist erbarmungslos. 8 Flüge hat Projekt-X No.1 gehalten. Dazu aber mehr am Ende dieses Postings. Der Einschlag mit 500Kmh war heftig!

Nach meinem FAI Weltrekord in 2014 habe ich beschlossen einen eigenen Speeder auf die Beine zu stellen. Die Geschichte der Entstehung will ich hier aufschreiben. Zwar nicht in allen Details, aber doch genug, um einen Einblick zu erhalten. „I have a dream….“ beschreibt es ganz gut. Ziel wäre ein Weltrekord mit dem eigenen Modell.

Das Jahr 2014/2015 habe ich genutzt meine Baufähigkeiten zu erweitern. Wenn schon, dann will ich den Speeder auch selber bauen. Nach Öffnung des FAI Reglements auf 72V Klemmspannung (das sind 17s Lipos!) wurden die Speeder größer. Anfang 2016 habe ich in verschiedenen Rechnungen die Zielgröße ermittelt. Dabei spielte u.a. auch mein Keller eine Rolle. Ich baue in einer etwas größeren „Besenkammer“ meine Modelle. Eine zu große Form bekomme ich dort nicht rein und bewegen ist dann schwer möglich. Spannweite 160cm, 16s 3500 bis 4000er Lipos, großer Motor, Klapp Luftschraube. Das sind die Eckdaten.

Zum Namen „Projekt-X„. Dies ist der Projektname, nicht mehr, nicht weniger. Dem Baby will ich noch keinen Namen geben, solange das Konzept nicht erprobt ist. Negativ Beispiel in dem Bereich ist der Tanto der Akamodell München. Viel Manpower, Computer ohne Ende, ein spektakulärer Entwurf. Und dann fliegt das Modell wie eine Klotür! So wollte ich das nicht machen. „Quod erat demonstrandum“ kommt zuerst, dann der Name.

Es gibt einige Sachen an dem Projekt, die ich nicht machen möchte bzw. kann. Aerodynamik ist so eine Sache. Klar hätte ich mir das MH54 irgendwie auf Maß verändern können. Aber was kommt da raus? Kann ich nicht sagen, fehlt mir die Erfahrung. Eine Fräse habe ich auch nicht, und geeignete Kollegen im Verein können ein so großes Projekt nicht durchführen. Da fällt mir noch was ein – Rümpfe! Ich mag die nicht entwickeln, und schon gar nicht bauen. Daher wurde folgender Entschluss gefasst: Ich werde eine CrocoBlade kompatible Fläche+HLW entwickeln, so dass man den vorhandenen Rumpf dazu verwenden kann. Weiterer Vorteil ist, dass viele Flugdaten für die CrocoBlade existieren, ein Vergleich der Bauteile ist also möglich. Anbei ein paar Bilder aus der Entwurfs Phase…

Die Entstehung der Acryl Formen wäre eine Story für sich. Schleifen und Polieren war ein Spaß und hat mich einige Abende und Wochenenden gekostet. Aber die finale Form macht einen sehr, sehr guten Eindruck. Mitte November 2016 war ich dann mit den Vorbereitungen soweit fertig, dass der Bau starten konnte. Lackieren bei 5 Grad in der Garage. Alles andere als optimal, aber was soll ich machen. Anbei Bilder vom Bau des Flügels. Hinweis: Ja, Leichtbau ist nicht eine meiner Stärken! :-)

Der fertige Flügel hatte 871g inkl. 2x QR Servos (Futaba 3172 HV). Das HLW habe ich in Doppel Carbon gebaut, da kann man theoretisch mit dem Auto drüber fahren. Etwas schwerer als der CrocoBlade Flügel, aber OK für den ersten Prototypen. Leider ist die Lackierung des Flügels mächtig in die Hose gegangen. Probleme macht mir der MIPA 2K Klarlack, der sich immer mal wieder nicht mit dem Laminat verbindet. Beim Entformen ist der halbe Klarlack in der Form hängen geblieben. Die Oberfläche des Flügels war rau, Farbreste flatterten, Kanten zu fühlen, alles andere als schön und aerodynamisch hilfreich für einen Speeder. Das eigene Profil von Projekt-X war u.a. darauf ausgelegt eine möglichst lange laminare Laufstrecke zu haben. Beim Umschlag zu turbulenter Strömung erhöht sich der Widerstand um ein Vielfaches. Gerechnet ist die Fläche für 150m/s, je näher man diesem Ziel kommt, desto heftiger wird der Widerstandszuwachs mit turbulenter Strömung am Flügel. Aber was soll ich machen? Bis zum geplanten Erstflug beim Speedcup in Bad Wünnenberg 2017 langt die Zeit nicht einen neuen Flügel zu bauen. Btw. war das MIPA Klarlack Problem (alle anderen Farben sind 1A!) wahrscheinlich eine Mischung aus überlagerter Farbe und Härter. Mein letzter FireBlade XL Flügel wurde mit IMC Lack (In Mould Coating / HP Textiles) lackiert. Dort zeigten sich keine derartigen Probleme. Mein neuer Standard Lack für Composite Bau.

Bereit für den Erstflug auf dem Speedcup in Bad Wünnenberg?

Der Erstflug mit 12s war eine Katastrophe. Schwerpunkt viel zu weit hinten! Da war er wieder, der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Bei jeder Kurve hat der Speeder die Nase extrem hoch gezogen, war ein dünner Grat zum Strömungs Abriss. Mit entsprechender Trimmung habe ich die Kiste soweit eingestellt, dass man zumindest sauber die Landung einleiten konnte. Und diese erste Landung wäre fast in die Hose gegangen. Von außen sah das kontrolliert und optimal aus: Der Speeder kommt langsam im Sackflug rein, Nase leicht nach oben, Heck hängt. Allerdings hatte ich VOLL Tiefe gedrückt, es ging nichts mehr. Wenn der Speeder in dem Moment die Nase zu weit nach oben genommen hätte…. denken wir nicht weiter drüber nach. Ist gut gegangen. Puh. Danach haben wir in 2 weiteren Flügen den SWP weiter nach vorne verlegt und der Speeder flog wie erwartet. Flug No.2 brachte ca. 380Km/h, Flug No.3 ca. 390Km/h in der Messanlage. Mit dem CrocoBlade Setup und Bauteilen war ich bei 402Km/h gelandet. Room for Improvements! Auf der kommenden Powercroco Speed Challenge 2017 kommt dann richtig Leistung in den Speeder.

Das Finale – was geht mit dem eigenen Konzept?

Bei der PCSC 2017 haben wir keine großen Regeln, d.h. 72V Klemmspannung, Flächenbelastung egal. Normal wären 75g/dm². Es geht darum herauszufinden, was maximal möglich ist mit den Speedern. 16s4000er Lipos und ein 4540 Motor brachten Projekt-X auf ein Gewicht von 4,2Kg. Wir haben die Flächen mittels Planimeter ausgemessen und sind auf ein FAI Gewicht von 3925g gekommen, ergo knapp 275g Übergewicht.

  • Flug 4 – 12×24 / -2 Grad MS / Trimmflug, keine Messung
  • Flug 5 – 11.5×24 / 0 Grad MS / 455Km/h / 100%
  • Flug 6 – 11.7×24 / +2 Grad MS / 463Km/h / 100%
  • Flug 7 – 11.7×24 / +2 Grad MS / 418 eine Seite
  • Flug 8 – 11.9×27 / -1 Grad MS / 487Km/h eine Seite => Einschlag!!!

Zum „Glück“ gibt es von dem Einschlag des Speeders ein Video, was Kristina vom Speed Team Rügen aufgenommen hat. Auch heute habe ich immer noch Gänsehaut, wenn ich den Einschlag höre. Im realen Leben war der Sound viel lauter, der Einschlag deutlich spürbar im Boden. Und ich war direkt an der Flightline sehr nah dran. Wie war der letzte Flug aus meiner Sicht der Dinge?

Start gegen den Wind, dann Speeder Wende und zum Beschleunigen mit Wind durch die Strecke. Diese erste Strecke ist nie schnell, 4200g lassen sich nicht so einfach auf große Geschwindigkeiten bringen. 340Km/h sagt die Messanlage. Die Richtung in der Strecke stimmt jetzt, die zweite Wende erfolgt deutlich höher (600-700m). Jetzt wird der Speeder viel schneller, aber diese zweite Strecke geht wieder gegen den Wind. Beim Beschleunigen hört man sehr deutlich, wie die Luftschraube anfängt zu greifen, das Singen hört auf. Ganz kurz hört man ein Flattergeräusch im letzten Drittel vor dem Ausflug Tor (kleine QR Korrektur der Fluglage). 487Km/h laut Anlage, nicht schlecht! Wieder Anstieg auf 600-700m und Wende mit anschließender senkrechter Beschleunigung. Projekt-X wird schnell, sehr schnell. Kurz vor dem Abfangbogen flattert ein QR! Bei dem Speed und der Flugsituation hat man keine Zeit irgendetwas zu unternehmen. Es gibt einen lauten Knall und es regnet Projekt-X Flügelteile vom Himmel. R.I.P = Rest in Pieces. Schaut auch das Drama selber an.

Direkter Link zu Youtube (1080p Video!): „https://youtu.be/N4Riwp-8DlY

Anschließend haben wir schnell die übrigen Einzelteile geborgen und die PCSC fortgesetzt. Zur Bergung der kompletten Teile musste ich mir erst einen Spaten und Schaufel vom Flugplatz besorgen. Motor, Regler und Lipos hatten sich mächtig eingegraben. Als wir zur Fundstelle gekommen sind fand ich nur ein rauchendes Loch vor. Definitiv keine Brandgefahr mehr. Das Loch war mittig in der Verlängerung der Strecke. Der Durchflug hätte gesessen. Ein 500er Durchflug waren mein Ziel für die Veranstaltung. Hat nicht viel gefehlt. :-)

Die Analyse der Ursachen ist immer mit Unsicherheit behaftet. Mit angrenzender Wahrscheinlichkeit hat das rechte QR geflattert und sich zerlegt. Die rechte Seite der Fläche wurde im Flug komplett zerstört. Danach hat es die Tragfläche vom Rumpf gerissen. Die linke Seite des Flügels sieht gar nicht mal so schlecht aus. Ein weiterer Neuzugang an meiner „Wall of Shame“ im Keller. Kurz notiert: Das HLW hat den Impact auf dem Boden in erstaunlich gutem Zustand überlebt. Hier hat es nicht das HLW abgerissen, sondern der Rumpf wurde zerfetzt. Teile des Rumpfes mit den Schrauben hängen noch am HLW. Ich brauche nicht erwähnen, dass kein Teil von Projekt-X überlebt hat.

Warum hat das QR geflattert? Dies hat wahrscheinlich mehrere Ursachen. Die QR waren mit 1,4x dm² zu groß, GigaFlaps würde ich heute auch nicht mehr an einem Speeder bauen. Ob das RDS einen Einfluss hatte? Kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber auch nicht ausschließen. Wenn man sich dann meine Rippen aus einem der obigen Baubilder ansieht hätte eine Rippe auf Höhe des QR sicher auch nicht geschadet. Die Analyse ist noch nicht beendet.

Wie geht es mit Projekt-X weiter? Gibt es einen richtigen Namen?

Kurze Antwort: Vorerst geht es mit Projekt-X nicht weiter und einen abschließenden Namen vergebe ich auch nicht. Bin noch nicht 100% von dem Konzept/Flieger überzeugt. Es hat viele positive Ansätze, die Geschwindigkeit ist OK. Immerhin ist mir ein „Tanto Debakel“ erspart geblieben. Trotz einem etwas mehr als 8% dickem Profil ist die Kiste nicht langsam. Der Speeder fliegt schnell, er fliegt stabil und landet sich angenehm. Um das Konzept voll zu verifizieren müsste ich noch viel Arbeit reinstecken, was ich derzeit nicht kann/möchte. Die anfänglichen Spötter bei der Vorstellung von Projekt-X sind verstummt. Ich werte das mal als gutes Zeichen.

Aber man sollte das große Ziel nicht aus den Augen verlieren. Und mein großes Ziel ist Weltrekord mit dem eigenen Modell zu fliegen!

Dieses Ziel zu erreichen wird kein Kinderspiel, das war mir von Anfang an klar. Erschwerend kommt hinzu, dass die FAI die Regeln für Rekorde geändert hat (07/2017). Und im Falle von Projekt-X ist das in meinen Augen nicht vorteilhaft ausgefallen. Ab jetzt sind nur noch 42V Klemmspannung erlaubt (10s Lipo Akku). Geflogen bin ich Projekt-X mit 16s Lipos, Option auf 17s. Das geht jetzt nicht mehr, also muss man alle Setups ändern. Nehmen wir mal 10KW Leistung an, die man für 500Km/h braucht (ohne Verluste und sonstiges Schnick Schnack bei Projekt-X). P = U x I, daran ändern auch die neuen Regeln der FAI nichts. Eine vergleichende Rechnung:

  • 16x 3,5V (unter Last) = 10000 / 56 = ca. 178A
  • 10x 3,5V (unter Last) = 10000 / 35 = ca. 285A

Welcher Regler von der Stange macht das mit? Kenne ich keinen. Einen YGE160UHV kann man bei entsprechender Kühlung kurzfristig bis über 200A belasten. Mein Weltrekord aus 2014 war mit einem solchen 10s Setup geflogen worden. Das ging gut, war aber an der Grenze. Fakt ist, dass ich vorerst Projekt-X nicht auf ein 10s Setup umstellen werden.

Ändert das was an meinem langfristigen Ziel?

Nein! Wahrscheinlich wird es neue Speeder geben. Ich bleibe an der Stelle ausdrücklich nebulös.

[Off Topic]
Zum Schluss habe ich noch 2 Quellen im Internet für euch. Das ist für die Leute bestimmt, die nicht immer den einfachsten Weg gehen wollen. Thema Mindset! – mit Speedflug hat das nur entfernt zu tun – Sorry.

  1. Youtube: Suche „Murphys Komitee“ von Jerry Clark (Hörbuch 47min)
  2. Youtube: Suche „Gary Vee“ – 1500 Videos im Kanal! „6min Wutrede“ – „Regret

Murphys Komitee höre ich immer mal wieder an. Mein Weg durch den Dschungel dauert noch an, aber es ist vieles wahr, was in dem Hörbuch an Hürden aufgezeigt wird. Alles selbst erlebt, no Bullshit! Insider für Eingeweihte: Muuhhh….
Gary Vaynerchuk begleitet mich schon einige Jahre. Eine stete Quelle der Inspiration!

HLW Acryl – Plexiglas Formen

Der eigene Speeder war schon immer mein Ziel. Neue Ideen kann man nur mit einem eigenen Entwurf umsetzen. Profil, Auslegung, Details, Verfahren, Materialien… es werden neue Wege beschritten. Name und Details zum Projekt spielen an dieser Stelle (noch) keine Rolle. Dazu später mehr…

In diesem Blogartikel geht es um das Aufarbeiten von Acrylformen. Ich habe mich dazu entschlossen für den Prototypen keine konventionellen Urmodelle zu fräsen, und diese dann abzuformen. Die Form wird direkt in das Acryl gefräst, dann kann man nach dem Schleifen und eintrennen direkt mit dem Laminieren beginnen. Bis es soweit ist vergeht aber einiges an Zeit. Der Artikel wird etwas länger ausfallen müssen. Was braucht man für den Spaß? Die „Acryl Rohlinge“ liegen vor, 3M Schleifpapier der Körnungen 360, 600, 1200, Acryl Polierwachs, eine Schwabbelscheibe, Wasser mit Spüli, ein wasserfester Edding.

01Die komplette Nutzfläche der Form bekommt jetzt ein Kreuzmuster mit Edding im Abstand von ca. 2cm verpasst. Wichtig: Vor allem die Nasenleiste schwarz einfärben. Hier muss korrekt geschliffen werden, sonst nützt einem auch ein neues Profil nichts! Zum Schutz der Kanten beim Schleifen ist die Nutzfläche 2/10mm höher als die Trennebene. Dieser dünne Grat wird erst nach dem Polieren entfernt. So sieht das dann aus.

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Nun wird beginnend mit 360er Papier geschliffen, in alle Richtungen, dabei immer schön das Papier mit Wasser benetzen. Verschleifen kann man dabei fast nichts, das Acryl ist hart, und mit 360er bekommt man nicht viel weg. Mit dem 600er und 1200er noch weniger.

Diesen Vorgang wiederholt man 2x. Also alles trocknen lassen, wieder mit Edding ein Streifenmuster aufbringen, 360er, 600er, 1200er. Die Seitenkanten der Form habe ich ebenfalls 1x geschliffen. Langsam sieht man, wie der Glanz kommt. Mit dem Finger kontrolliert man, ob Unebenheiten in der Form sind. Die Fingerkuppe spürt den leisesten Fehler in der Form bzw. Oberfläche. Mit Spiegelung im Tageslicht (geht schlecht bei Kunstbeleuchtung) kann man die Lichtbrechung auf der Oberfläche kontrollieren. Wenn sich da keine Auffälligkeiten mehr zeigen ist man fertig mit Schleifen.

Vor allem an der Nasenleiste kann man sich aufhalten, das benötigt Geduld. Pro Hälfte gehen ca. 2-3h an Zeit drauf. Eddingspuren dürfen nicht mehr zu sehen sein, erst dann ist man sauber durch. Was freue ich mich schon auf die 48dm² der Flächenform. Jetzt geht es ans Polieren der Form. Bei Mototechnica-shop.de habe ich mir ein Polierset an Wachsen + passende Schwabbelscheibe besorgt. Die Ständerbohrmaschine wird auf höchste Drehzahl eingestellt, ca. 2500rpm. Abdeckungen helfen die größte Sauerei in der Werkstatt zu vermeiden.

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Nun das Polierwachs an die drehende Scheibe halten, bis eine Einfärbung zu erkennen ist, es wird dann auch leicht warm. Nun mit leichtem Druck die Form in alle Richtungen polieren, auch gegen die Nasenleisten. Nochmal: an der Nasenleiste kann man nichts „rund“ schleifen/polieren, weil immer noch der 2/10mm Grat an der Form ist. So sieht der Unterschied aus, zwischen poliert und nur mit 1200er geschliffen. Beide Formen fühlen sich „glatt“ an.

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Falls man in dem Bild irgendwelche „Kratzer“ ekennt, dann sind diese auf der Schutzfolie, auf der Unterseite der Form. Diese Oberfläche ist klar und sauber. Nun geht es darum den „Schutzgrat“ mit 2/10mm Höhe von der Nasenleiste zu entfernen. Auch hier kommt der Edding zum Einsatz. Diesmal erfolgt der Auftrag nicht in der Nutzfläche. Mit einer scharfen Cutterklinge kann man das Gröbste abziehen, der Feinschliff erfolgt mit 360er und 600er Papier. Auch hier muss der Edding komplett verschwinden.

15Wenn alles fertig ist wird die Form unter fließend Wasser abgewaschen und anschließend getrocknet. Nun werde ich in den kommenden Tagen 10 Schichten W70 Wachs auftragen. Sehr bald kommt dann das erste HLW aus der Acryl HLW Form.

Quellen:

CAD und Fräsarbeiten von Formenzauber.de / Sven Hollenbeck

Poliermaterial: Mototechnica-shop.de

Produkttest – Multiplex Zacki Cleaner

Jeder macht mal Dummheiten, das ist ganz normal. Die Frage der Fragen ist dann jedesmal, wie man den Schaden beseitigen kann. Nach Möglichkeit ist der Schaden so zu beseitigen, dass keine Beschädigungen zurückbleiben. Was ist bei mir passiert?

Bau eines FireBlade Classic Rumpfes (F3 Speed) aus eigenen Formen. Beim Besäumen der Kante habe ich das Messer nicht genug gegen die Rumpfwand gehalten, so dass sich das Laminat von der Form löste. Das ist insofern ein Ärgernis, dass dann beim Verkleben der Formenhälften an der Stelle immer Harz hinter das Laminat läuft. Und was war meine geniale Idee? Ein kleiner Hauch von Sekundenkleber sollte das Laminat in Form halten, bis die beiden Formenhälften verklebt sind. Meine Formen sind gut mit Wachs eingetrennt, wird schon gut gehen. Falsch! Sekundenkleber hat in einer Form nichts zu suchen! Nie, nie, niemals….

Schon beim Entformen des Rumpfes hatte ich enorme Probleme, weil es genau an der Stelle mit dem Seku nicht aus der Form wollte. Nur unter Einsatz von sanfter Gewalt habe ich den Rumpf aus der Form bekommen. Zurück blieben Anhaftungen in der Form. Der Lack + Teile des Epoxys sind am Sekundenkleber hängen geblieben. Was macht man in so einem Fall? Schmiergelpapier, Dremel mit Fräser, Spitze Klinge? Ich hatte enorme Hemmungen solche destruktiven Werkzeuge auf meine Form loszulassen. Die Urmodelle der Form habe ich nicht mehr, quasi ein Einzelstück, und bis jetzt in tadellosem Zustand. Jede Macke an der Stelle hätte mich für Ewig und bei jedem Rumpf an das „Seku“ Missgeschick erinnert.

Form_02Nach vereinsinternen Gespächen hat mich mein Vereinskamerad Armin auf den Multiplex „Zacki Cleaner“ aufmerksam gemacht, und mir seine Packung zur Verfügung gestellt.

Die Bilder mit den Anhaftungen zeigen nur ca. 20% der wirklichen Menge, weil ich auf die Idee zu diesem Blogartikel erst später gekommen bin, nachdem das Zeug so extrem gut funktioniert hat. Mit dem ersten Anwendungsduchgang konnte ich also schon 80% entfernen, die obigen Reste sind dann bei Durchgang 2 verschwunden.

Wichtig: Zacki Cleaner löst Sekundenkleber und Epoxy Harze an! Das steht zumindest auf der Verpackung. Es sind also unbedingt Voruntersuchungen fällig, bevor man mit dem Produkt auf die Nutzfläche losgeht. Ich habe an einer unkritischen Stelle der Form einige Tropfen aufgebracht und 24h einwirken lassen. Nachdem ich keine negativen Spuren an der Form finden kommte habe ich das Produkt reichlich an die Problemstellen aufgetragen. Über Nacht durfte Zacki Cleaner wirken. Am nächsten morgen konnte ich 80% mit einem Zewa Tuch einfach wegwischen. Die übrigen Reste waren nach einer zweiten Anwendung von Zacki Cleaner restlos mit einem Papiertuch zu entfernen. Jetzt noch etwas Reinigung mit Spiritus und die Form war wie neu. Meine Wachsschicht werde ich an der Stelle jetzt neu aufbauen müssen, aber das war es mir wert. In der Form sind keine Spuren von irgendwelchen Werkzeugen zu sehen. Zacki Cleaner hat mir hier wirklich extrem gut geholfen. Hätte ich so nicht gedacht. Zacki Cleaner = Finde ich gut! Danke für dieses super Produkt.

Hinweis für alle Nörgler: Ich habe keine Sponsoring Vereinbarung mit Multiplex, noch habe ich irgendwelche Gegenleistungen für diesen Test/Erfahrungsbericht angenommen. Auch das Produkt wurde mir nicht für einen Test durch Multiplex überlassen, sondern von Armin, meinem Vereinkameraden. Danke Armin!!!

Temper-Box mit 500W

Meine kleine Temperbox mit 100W hatte ich in der Vergangenheit schon einmal vorgestellt. Für große Bauteile und Tragflächen sind 50x50x50cm natürlich nicht geeignet. Es musste also eine ganze Nummer größer werden. Nur wie soll das gehen? Problem ist, dass meine Werkstatt nur ca. 8qm² Fläche hat. Die Temper-Box musste also auf alle Fälle demontierbar werden. Meine Arbeitsplatte gibt die maximale Größe vor, 2m Innenmaß sollte langen. Schlussendlich habe ich eine Temper-Box im LEGO-Style gebaut, die man recht einfach auf- und abbauen kann.

Als Heizelement dient eine 500W Schaltschrank Heizung. Im Web kursieren einige Anleitungen: Fön, Glühlampe, Heizdraht. Ich habe mich für Industrietechnik entschieden und bei eBay günstig zugeschlagen. Dazu noch ein 120mm Lüfter, um die Luft innerhalb der Box in Zirkulation zu halten. Als Thermostat kommt ein UT200 von ELV zum Einsatz. Genug der Worte…. anbei mein erstes Video auf dieser Webseite.

User Zugriffe in 2015 – eine Übersicht

Wieder ein Jahr vergangen. Es ist an der Zeit ein Fazit zu ziehen, wie es um diesen Blog steht. Information #1 – die Zugriffszahlen:

OZM_2015_016871 User haben den Blog besucht und dabei insgesamt 26438 Seiten angesehen. Das sind ca. 3,8 Seitenaufrufe im Schnitt. Sagen wir mal so, ich finde die Verweildauer sehr kurz. Information #2 – Aus welchem Land kommen die Besucher?

OZM_2015_02Finde ich ganz schön, dass der Blog weltweit Aufrufe erzeugt. Das hätte ich so in meiner Anfangszeit nicht vermutet. Es ist allerdings so, dass die Seitenaufrufe sich primär auf die deutschsprachigen Länder beschränken. Den Blog schreibe ich in Deutsch, nicht in Englisch. Es ist daher verständlich, dass die Zugriffszahlen aus dem Ausland niedriger sind. Die Verweildauer von deutschsprachigen Besuchern ist somit deutlich länger, als der Durchschnitt. Information #3 – Welche Informationen suchen die Besucher?

OZM_2015_03Wie man leicht sehen kann stehen keine Speedflug Themen ganz oben. Mein Oldie Scale Segler IS-B Komar von OldGliders macht das Rennen. Auch das finde ich in Ordnung so, es ist eine gute Mischung. Mein Ziel war von meinem Modellbau Hobby zu berichten, und das besteht nun mal nicht nur aus Speedflug. An der Mischung werde ich nichts ändern.

Fazit: Die WordPress Plattform finde ich gut, würde ich jederzeit wieder machen. Zwar hatte und habe ich immer noch Bedenken, dass mir die Infrastruktur nicht gehört. Und mit dezenter Werbung müssen meine Besucher somit leben. Allerdings kann ich den Aufwand einer komplett eigenen Infrastruktur für eine rein private Webseite nicht vertreten, wenn man Wartung und Updates einbezieht.

Eine Sache stört mich allerdings. Der Kontakt und gegenseitige Austausch mit den Besuchern findet nicht statt. Es kam Null Feedback! Im Jahr 2015 habe ich nicht eine eMail bezüglich meines Blogs bekommen. Reines Feedback, Fragen, Anregungen etc. Es kommt einfach nichts an. Da würde ich mir mehr wünschen. Keine Angst: Ich beiße nur nach Aufforderung! :-) Meine eMail Adresse steht unter „About„.

Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen den Blog etwas weniger textlastig zu gestaltet. Videos stehen ganz oben auf der Agenda. Der Erfolg von Youtube lässt keinen Zweifel daran, dass bestimmte Themen per Video besser zu transportieren sind. Mal sehen wie das in 2016 klappt.

Mit den besten Fliegergrüßen

Oliver Zanker